„Gruß aus der Isolation“

Christian Arlt: „Social Distancing“ ist durchaus auch interessant"

Wir lassen Sportler aus unserem Verbreitungsgebiet über das Leben in Zeiten von Kontaktsperren, Homeoffice und Hamsterkäufen berichten. Heute: Christian Arlt, 35 Jahre alt, Handballspieler bei der HSG LiGra.
29.04.2020, 13:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Mühlmann
Herr Arlt, wie geht es Ihnen, und wie halten Sie sich derzeit fit?

Persönlich geht es mir blendend. Auch der Job gibt sehr viel her, die Auftragsbücher sind voll. Sport ist bei mir momentan schwierig, da ich einen Knorpelschaden im rechten Knie habe. Der macht sich beim Handball kurioserweise kaum bemerkbar, aber joggen funktioniert gar nicht. Manchmal schnappe ich mir mein Rennrad, aber ich mache insgesamt recht wenig.

Wozu kommen Sie gerade, wofür ansonsten wenig Zeit bleibt?

Ich liebe scharfes Essen und war auch viel in Asien unterwegs. Das ist der Grund, warum ich nun begonnen habe, Chilisorten mit unterschiedlichen Scoville-Schärfeeinheiten zu züchten. Dieses neue Hobby betreibe ich mit viel Leidenschaft. Zudem lese ich gerne Dramen und Thriller in englischer Sprache und hole mal wieder die Playstation raus. Das Spiel „The Last of Us“, in dem man durch leere Straßen zieht, weil ein Pilz die Menschheit befallen hat, ist gerade erstaunlich realitätsnah.

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Was vermissen Sie momentan am meisten?

In erster Linie den Sport und den Zusammenhalt. In der WhatsApp-Gruppe unserer Mannschaft ist es zuletzt auch recht ruhig geworden. Die Rasen-Handballturniere im Sommer waren zudem immer echte Highlights. Eigentlich bin ich kein Festival-Gänger, aber bei „Moyn Moyn“ in Oyten hätte ich gerne mal reingeschnuppert.

Was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit?

Das „Social Distancing“ ist durchaus auch interessant. In gewissen Bereichen wie Homeoffice und Videokonferenzen könnte es neue Wege geben, um das Jetten im Sinne des ökologischen Fußabdrucks zu reduzieren. Auffällig ist auch, dass hier und da Instanzen schneller überwunden werden, entsprechend Bürokratie wegfällt und somit schnelleres Handeln möglich ist. Generell ist es die Mittelschicht, die den Laden am Laufen hält und dafür gerade zurecht Applaus erntet. Ich kann zwar als projektleitender Ingenieur im Bauwesen tolle Ideen haben, alleine sind mir aber die Hände gebunden. Außerdem war ich wohl noch nie so lange mit meiner Mutter spazieren wie zuletzt und nehme meine Eltern, die zur Risikogruppe zählen, noch wichtiger wahr.

Das Gespräch führte Frank Mühlmann.

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Christian Arlt, 35 Jahre alt, Handballspieler bei der HSG LiGra.

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