Wolf unter Verdacht Weitere Tierrisse in Schwanewede

Die Risse von Nutztieren in der Gemeinde Schwanewede häufen sich: Nachdem am Freitag vier tote Schafe gefunden wurden, sind am Wochenende vier Ziegen und ein Rind ums Leben gekommen. In Verdacht stehen Wölfe.
29.05.2022, 18:21
Lesedauer: 1 Min
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Weitere Tierrisse in Schwanewede
Von Lars Fischer

Schwanewede. Nachdem am Freitagmorgen, wie berichtet, vier tote Schafe in Neuenkirchen gefunden wurden, hat es am Wochenende weitere Risse von Nutztieren in der Gemeinde Schwanewede gegeben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von Wölfen verursacht wurden. Der CDU-Landtagskandidat Denis Ugurcu spricht von "drei Wolfsrissen innerhalb von drei Tagen". Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Oliver Lottke aus Loxstedt bestätigt einen weiteren Vorfall in Neuenkirchen, wo diesmal vier Ziegen zu Tode gekommen seien, sowie einen Angriff auf ein Rind in Schwanewede in der Nacht zu Sonntag. Das schwer verletzte Tier wurde anschließend von einem Veterinär erlöst.

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Bereits im Dezember waren mehr als 30 Schafe in Neuenkirchen gerissen worden, danach erließ der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine Sondergenehmigung, nach der ein beliebiger Wolf aus dem Schiffdorfer oder Garlstedter Rudel erschossen werden dürfe. Diese hat im März das Verwaltungsgericht Oldenburg wieder kassiert, vor Herbst ist nach bisherigem Recht keine neue Sondergenehmigung möglich. Sowohl Ugurcu als auch Lottke nehmen die erneuten Fälle zum Anlass, auf eine schnellere Lösung zu drängen. Der CDU-Politiker spricht von einem "Problemrudel" und appelliert an den Osterholzer Landrat Bernd Lütjen, mit der Landesregierung Optionen auszuloten, um eine "praktikable Lösung" zu finden. "Mir ist der schwierige rechtliche Rahmen bewusst, aber sollen die Landwirte und die Bevölkerung jetzt bis zum Herbst warten?", fragt Ugurcu. Er halte das für nicht zumutbar.

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Auch Oliver Lottke betont, die beschlossene Aufnahme des Wolfes ins niedersächsische Jagdrecht könne nur ein erster Schritt sein. „Wir brauchen dann zügig auf Bundesebene – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – eine Regelung für regionale Entnahme-Optionen. Er habe deswegen schon am Sonntag Kontakt zu Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies aufgenommen. „Wenn man sieht und weiß, mit welchem Aufwand die betroffenen Landwirte Sicherungsmaßnahmen betreiben, kann man Wut und Frust gut nachempfinden“, so Lottke.

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