Pille gegen Covid Paxlovid: Was das Corona-Medikament von Pfizer kann

Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie gibt es ein neues Medikament. Paxlovid soll schwere Erkrankungen verhindern. Es ist die erste Pille gegen Covid. Aber was kann sie? Ein Überblick.
29.01.2022, 06:13
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa/jp
Inhaltsverzeichnis

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19. Das Mittel des US-Herstellers Pfizer könne bei erwachsenen Patienten eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion verhindern, teilte die EMA mit.

Wie effektiv ist das Corona-Medikament Paxlovid?

Die Covid-Pille gilt als sehr effektiv, gerade bei Menschen mit Vorerkrankungen soll sie das Risiko von sehr schweren Krankheitsverläufen um 89 Prozent senken. Nach der Zulassung ist Paxlovid das erste Mittel, das Patienten zu Hause oral einnehmen können. Der US-Hersteller Pfizer spricht von einer „überwältigenden Wirksamkeit“. Das Medikament könne das Virus an einer „verwundbaren Stelle“ treffen, sagte Daniel Kalanovic, Medizinischer Direktor bei Pfizer in Deutschland. „Der Wirkstoff blockiert eines der wichtigsten Enzyme, die das Coronavirus braucht, um sich zu vermehren.“ Er hoffe, dass auch damit der „Wendepunkt in der Pandemie“ erreicht werden könne.

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Wirkt die Corona-Pille auch gegen die Varianten wie etwa Omikron?

„Das Sicherheitsprofil von Paxlovid war günstig und Nebenwirkungen im allgemeinen milde“, stellten die EMA-Experten fest. „Auf der Grundlage von Laborstudien wird erwartet, dass es auch gegen Omikron und andere Varianten wirkt.“

Für wen Paxlovid geeignet?

In der Mitteilung der EMA heißt es, dass das zuständige Komitee den Einsatz für erwachsene Covid-19-Patienten empfiehlt, die keinen zusätzlich Sauerstoff brauchen und ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufes haben.

Kann Paxlovid ab sofort eingesetzt werden?

Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, das aber gilt als Formsache. Die Experten der EMA hatten bereits seit Längerem Daten aus Studien des Herstellers geprüft und Vorzüge und Risiken bewertet. Und die Behörde hatte auch bereits den EU-Mitgliedstaaten grünes Licht für eine nationale Notfallzulassung gegeben.

Kann ich das Medikament bald in Apotheken kaufen?

Das ist noch unklar. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wurden eine Million Packungen Paxlovid geordert. „Das Mittel eignet sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten“, hatte er gesagt. Mit diesem Präparat sind dann insgesamt sieben Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Patienten in der EU zugelassen.

Wie sieht die Anwendung aus?

Patienten nehmen nach Angaben des Herstellers über fünf Tage zweimal täglich jeweils drei Tabletten ein. Der Wirkstoff Nirmatrelvir soll ein Sars-CoV-2-Protein hemmen und dadurch die Vermehrung des Virus stoppen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Zu möglichen Nebenwirkungen gehören eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen. Das Mittel könnte aber die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen, warnt die EMA.

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Wie wird Paxlovid hergestellt?

Der US-Konzern und Biontech-Partner Pfizer stellt sein Medikament hauptsächlich in Freiburg her. Nach Erhalt und Genehmigung des Wirkstoffs startet der Prozess zum Mischen, Granulieren, Pressen und Beschichten der Tabletten, sagt eine Sprecherin. „Ein Team von Qualitätsexperten stellt sicher, dass die höchsten Standards eingehalten werden.“ Zudem werde in Freiburg, wo 1700 Menschen für Pfizer arbeiten, mit der Verpackung begonnen.

Wie viele Einheiten sollen produziert werden?

Der Pharmariese geht davon aus, in diesem Jahr weltweit mindestens 120 Millionen Einheiten fertigzustellen - davon rund 30 Millionen in der ersten Jahreshälfte. „Wir sind dabei, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und die Produktion weiter hochzufahren“, kündigte Pfizer an.

Was bedeutet die Zulassung für die Entwicklung der Pandemie?

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zufolge könne Paxlovid könne „einen wirklichen Beitrag zur Linderung der Folgen von Covid“ leisten.

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