Basketball-Bundesliga Eisbären Bremerhaven unterliegen dem FC Bayern München

Nach einer starken ersten Halbzeit folgte für die Eisbären Bremerhaven gegen den FC Bayern München ein Rückschlag, der Gegner kontrollierte das Geschehen und die Eisbären unterlagen schließlich mit 72:89.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Eisbären Bremerhaven unterliegen dem FC Bayern München
Von Frank Büter

Der Branchenprimus war dann doch eine Nummer zu groß: Vor mehr als 6300 Zuschauern verloren die Bundesliga-Basketballer der Eisbären Bremerhaven in der Bremer ÖVB-Arena gegen den FC Bayern München mit 72:89 (41:38). Nach einer starken ersten Halbzeit hatte die stimmungsvolle Kulisse noch auf einen Bremerhavener Erfolg gegen den amtierenden Deutschen Meister hoffen dürfen, nach der Pause aber „haben die Bayern aufs Gaspedal getreten“, sagte Eisbären-­Coach Arne Woltmann später. Mit einem 9:0-Lauf binnen 69 Sekunden (!) wendete der Euro-League-Teilnehmer das Blatt und kon­trollierte fortan das Geschehen.

„Das war der erste Punch“, sagte Woltmann mit Blick auf diese Anfangsphase des dritten Viertels. Ein Rückschlag, von dem sich der Gastgeber zwar noch mal ein wenig erholte, am Ende war aber die Summe der Fehler zu hoch, um die personell sehr breit aufgestellten Bayern in Verlegenheit bringen zu können. „Immerhin haben wir aber nicht die weiße Fahne gehisst, sondern bis zum Schluss alles versucht“, lobte der Coach den Kampfgeist seines Teams.

Lesen Sie auch

Der erste Durchgang war zunächst ganz nach dem Geschmack der Zuschauer verlaufen. Die Eisbären, bei denen Adrian Breitlauch für seine Leistungen in den zurückliegenden Wochen mit einem Starteinsatz belohnt wurde, benötigten zwar sechs Angriffe, um erstmals zu treffen, nach dem frenetisch gefeierten Dreier von Fabian Bleck zum 3:4 aber war Bremerhaven im Spiel. In der Defensive agierte der Gastgeber ungemein bissig und stand den Bayern, die auf ihren angeschlagenen NBA-Einkauf Derrick Williams (kam von den LA Lakers) verzichten mussten, quasi auf den Füßen. Im Rebound waren die Eisbären den athletisch starken Münchnern sogar überlegen.

Brangers bester Werfer der Eisbären

Zudem wartete Bremerhaven in der ersten Hälfte mit einer hohen Trefferquote von außen auf, gleich acht von elf Dreierversuchen fanden den Weg in den Korb. Angetrieben von Spielmacher Chris Warren und einem gut aufgelegten Jordan Brangers, mit 18 Körben am Ende bester Werfer seines Teams, lagen die Eisbären Mitte des zweiten Viertel sogar mit 26:22 vorn. Der 22-jährige Jan-Niklas Wimberg war in diesem Moment mit einem Dreier erfolgreich und damit nach 15 Minuten bereits der siebte Eisbär, der sich in die Scorerliste eintrug.

Lesen Sie auch

„In der ersten Halbzeit haben wir anständig gespielt“, resümierte Arne Woltmann denn auch. Ihm gefiel der ansprechende Ballvortrag seiner Mannschaft, die mit schnellen Passagen für Freiräume unter dem Korb der Bayern sorgte. „In der ersten Hälfte waren wir sehr gut drauf“, sagte Jordan Brangers. Umso mehr wurmte es den 23-Jährigen, dass die Eisbären nach dem Seitenwechsel zu träge agierten und ins Hintertreffen gerieten. „Der Start ins dritte Viertel war ganz schwach, da hat uns die Energie gefehlt“, sagte Brangers, der das Publikum mit insgesamt vier Dreiern regelrecht verzückt hatte. Auch Teamkamerad Wimberg haderte mit diesem kleinen Einbruch unmittelbar nach Wiederbeginn: „Das war sehr schade, denn sonst wäre für uns womöglich mehr drin gewesen.“

16 Ballverluste sind zu viel

Dem Champion aus München genügte diese 69-Sekunden-Auszeit der Eisbären, um das Kommando zu übernehmen. Getragen von den sehr agilen Danilo Barthel (21 Punkte), Nihad Djedovic (18) und Stefan Jovic (15) spulte der Favorit in der Folge sein Pensum routiniert ab. Die Bayern machten nun konsequent Druck und profitierten auch von einer steigenden Fehlerquote aufseiten des Gastgebers. Allein 16 leichte Ballverluste standen am Ende zu Buche, „dann ist es schwer, so ein Spiel zu gewinnen“, sagte Woltmann.

Unmöglich wird es sogar, wenn man die Schwächen des Gegners nicht rigoros bestraft. Der Champion aus München benötigte zu Beginn des Schlussviertels tatsächlich 4:22 Minuten für den nächsten Korberfolg – doch für die Eisbären traf in dieser Phase einzig der von der Bank gekommene Anthony Canty, der auf 62:68 verkürzt hatte. Bremerhaven verpasste es also, noch mal ranzukommen und weiter für Spannung auf den Rängen zu sorgen. Statt dessen machten die Bayern dann noch mal richtig Dampf: Nach dem Dreier von Wimberg zum 65:73 (36. Minute) setzte sich der Spitzenreiter mit einem 12:0-Lauf auf 85:65 ab; die Partie war entschieden.

Lesen Sie auch

Eine Partie, der Arne Woltmann dennoch einige positive Dinge abgewinnen konnte. Insbesondere mit Blick auf die starke erste Halbzeit, in der das Eisbärenteam die taktischen Vorgaben klug umgesetzt hat. „Die Entwicklung der Mannschaft ist positiv“, sagt auch der im Sommer vom Absteiger Rockets Erfurt nach Bremerhaven gekommene Jan Niklas Wimberg. „Wir spielen immer besser zusammen – wir haben aber noch mehr Potenzial.“ Ein wenig genossen hat Wimberg die Partie in der ÖVB-Arena auch, trotz der Niederlage. „Es ist wirklich schön, vor so einer Kulisse zu spielen. Die Zuschauer haben uns toll unterstützt“, sagte Wimberg. Und Jordan Brangers pflichtete bei: „Die Atmosphäre hier“, sagte der Amerikaner, „ist unglaublich.“

Eisbären: Jenkins (6), Warren (11), Canty (5), Breitlauch (3), Wimberg (6), Bleck (5), Turner (2), Benson (6), Brangers (18), Jackson (10)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+