Gegen Rostock

Ducksch führt Werder zum 3:0-Sieg

Nach einer langen Durststrecke gewinnt Werder wieder vor den eigenen Fans. Im Weserstadion besiegte das Team von Markus Anfang Hansa Rostock mit 3:0.
29.08.2021, 15:29
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Carsten Sander

Neuzugang Marvin Ducksch hat Werder Bremen mit einem perfekten Debüt zum ersten Heimsieg seit einem halben Jahr verholfen. Beim 3:0 (1:0)-Erfolg über Aufsteiger Hansa Rostock erzielte der Torjäger die ersten beiden Treffer (39./Handelfmeter, 53.) und bewies damit gleich im ersten Einsatz, dass Werder mit ihm eine echte Verstärkung an Land gezogen hat. Tor Nummer drei ging auf das Konto von Nicolai Rapp, der in der Nachspielzeit abstaubte. Neben Ducksch kam auch Roger Assale, die zweite Verpflichtung der vergangenen Tage, nach Einwechslung zu ihrem Einstand. Werder kletterte dank einer überzeugenden Leistung und dem zweiten Saisonsieg in der Tabelle der 2. Liga mit nun acht Punkten nach fünf Spielen auf Platz sieben.

In der Bremer Startelf fehlte nicht nur Niclas Füllkrug, der Platz machen musste für Debütant Ducksch, sondern auch Marco Friedl. Der Österreicher strebt einen Wechsel zu Bundesligist Union Berlin an und hatte den SV Werder am Samstag in helle Aufregung versetzt. Er fühle sich nicht in der Lage, gegen Rostock zu spielen, teilte Friedl mit. „Wir sind dadurch in unserer Vorbereitung gestört worden“, kritisierte Sportchef Baumann das Verhalten des 23-Jährigen.
Friedls Platz in der Viererkette übernahm Rückkehrer Ömer Toprak. Mit Milos Veljkovic bildete er ein Innenverteidiger-Paar, das kaum Rostocker Vorstöße zuließ. Werder bestimmte mit aggressivem Pressing die Partie, fand aber trotz guter Ducksch-Ideen nicht die Lücken in der Hansa-Abwehr. Ein Distanzschuss von Bremens Niklas Schmidt auf der einen sowie ein Versuch von Rostocks Streli Mamba – das waren die einzigen Aktionen, die die Bezeichnung torgefährlich verdienten.

Lesen Sie auch

Werder versuchte es in der Offensive über rechts mit dem agilen Eren Dinkci, über links mit dem zunächst etwas verhalten agierenden Romano Schmid und natürlich durch die Mitte über Ducksch, der die Bälle gut verteilte und schnell weiterleitete. So auch in Minute 36, als er Dinkci in Szene setzte. Dessen Flanke wehrte Julian Riedel im Strafraum mit der Hand ab, was jedoch erst nach Ansicht der Videobeweisbilder zum Elfmeterpfiff durch Schiedsrichter Daniel Siebert führte. Die Bremer, die sich eine Woche zuvor beim 0:0 gegen den Karlsruher SC noch um zwei Strafstöße gebracht gesehen hatten, hatten diesmal das VAR-Glück auf ihrer Seite. Ducksch übernahm die Verantwortung und schickte den Ball ganz cool und sicher in den Winkel. Eine perfekte Ausführung und im ersten Spiel im Bremer Trikot gleich das erste Tor für den 27-Jährigen.

Ducksch hatte damit schon nach 39 Minuten die ersten Erwartungen erfüllt. Mit ihrem engagierten Auftreten und der Führung besänftigte die Bremer Mannschaft auch die eigenen Fans. Nachdem es im Heimspiel zuvor (1:4 gegen den SC Paderborn) noch wüste Pfiffe gegeben hatte, stand das Publikum im Wohninvest Weserstadion spätestens jetzt wieder hinter seinem Team – und das wortwörtlich. „Steht auf, wenn ihr Bremer seid“, sangen die Fans.

Lesen Sie auch

Zum Stimmungskiller hätte Mamba werden können. Im Bremer Strafraum stand er sehr frei und schoss sehr knapp vorbei – das wäre Sekunden vor der Pause beinahe das 1:1 gewesen.
Und wer weiß, ob es dann noch zu einer zweiten Halbzeit gekommen wäre, die schon nach wenigen Minuten denkwürdig war. Immer im Mittelpunkt: Marvin Ducksch. In der 47. Minute vergab er unbedrängt eine Riesenchance, und es erschloss sich, warum an Duckschs alter Wirkungsstätte Hannover einst der Begriff „verduckscht“ als Synonym für „vergeben“ erfunden wurde. Drei Minuten später wieder: Nach Vorlage von Dinkci traf der Torjäger nur die Lattenunterkante, von wo der Ball dem ersten Eindruck folgend hinter die Linie sprang. Doch die Technologie sagte: nicht drin.

Eine Millimeterentscheidung und Pech für Ducksch. Aber wenn man schon jetzt eine besondere Qualität des 3,2-Millionen-Euro-Einkaufs herausstellen möchte, dann die, dass er sich von vergebenen Chancen einfach nicht entmutigen lässt. Kaum waren weitere drei Minuten vergangen, erhöhte der Stürmer doch noch auf 2:0. Nach sehr schöner Vorarbeit von Romano Schmid stand Ducksch knapp nicht im Abseits und vollendete so sicher, als hätte es die zuvor ausgelassenen Chancen überhaupt nicht gegeben.

Werder spielte in dieser Phase einen Offensivfußball, wie man ihn von den Männern in grün seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte. Schnell, zielstrebig, einfallsreich, immer den Pass in die Tiefe suchend – aber außer Ducksch traf niemand ins Tor. Dinkci scheiterte am Pfosten (56.), Schmid an Hansa-Keeper Markus Kolke (63.). Danach beruhigte sich die Partie wieder deutlich. Werder-Keeper Michael Zetterer musste gegen Nik Omladic sein Können zeigen (63.).

Lesen Sie auch

Eine Viertelstunde vor Schluss verhalf Werder-Coach Markus Anfang dann Roger Assale zum Debüt. Aber auch wenn der Ivorer trotz einer guten guten Möglichkeit (83.) torlos blieb, ging von dem Spiel doch eine ganz klare Botschaft aus: Werder hat wieder eine echte Offensive. Untermauert durch das 3:0 durch Rapp, der nach einem Versuch des für Ducksch eingewechselten Füllkrug zum Endstand traf.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+