Trotz der Ausfälle Baumann glaubt an Werders Aufstiegschance: „Wir sind dabei!“

Werder-Kapitän Ömer Toprak fällt verletzungsbedingt für mehrere Wochen aus - und ist damit bei den finalen Spielen der Saison nicht dabei. Sportchef Frank Baumann will aber nicht klagen. Im Gegenteil.
14.03.2022, 18:54
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Seit dem Wochenende geistert vor allem eine Frage durch die grün-weiße Welt: Kann der SV Werder Bremen auch ohne Ömer Toprak aufsteigen? Der Kapitän fällt mehrere Wochen lang verletzungsbedingt aus, genauso wie Abwehrkollege Marco Friedl. Doch Frank Baumann will nicht klagen. Im Gegenteil! Der Sportchef wird zum Mutmacher, will sich weder durch die Ausfälle noch die erste Niederlage im elften Spiel unter Trainer Ole Werner und das Abrutschen auf Rang drei die so gute Stimmung der vergangenen Wochen verderben lassen. „Wir sind dabei!“, sagt er im Gespräch mit unserer Deichstube zum Aufstiegsrennen in der 2. Liga und betont: „Wir haben es in der eigenen Hand und müssen nicht auf andere schauen.“

Der Blick aufs eigene Personal kann aktuell aber durchaus Sorgen bereiten. Also, Herr Baumann, kann es ohne Toprak und Friedl überhaupt nach oben gehen? „Wir müssen gar nicht drumherum reden: Ömer ist für uns ein ganz wichtiger Spieler – auf und neben dem Platz. Ähnliches gilt auch für Marco“, gesteht der Ex-Profi: „Aber wir haben großes Vertrauen in die anderen Spieler. Das ist auch nicht nur so dahergesagt. Wir haben Spieler, die diese Positionen spielen können und dabei viel Erfahrung haben.“ Er nennt Milos Veljkovic, Anthony Jung, Christian Groß und Nicolai Rapp. Auch die etwas jüngeren Lars Lukas Mai, Ilia Gruev und Fabio Chiarodia seien Alternativen. „Bei uns sind jetzt alle Spieler gefordert, auch die, die zuletzt vielleicht etwas weniger gespielt haben“, betont der Sportchef – und nicht nur das: „Die Mannschaft hatte am Montag einen freien Tag, da durfte die Enttäuschung über die Niederlage und die Ausfälle noch da sein. Ab Dienstag liegt dann der Fokus darauf, mit der neuen Situation umzugehen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man selbst beeinflussen kann.“

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Da kommt dann auch Trainer Ole Werner entscheidend ins Spiel. Der 33-Jährige ist jetzt als Tüftler gefordert, nachdem bei ihm wochenlang alles ziemlich glatt lief, kaum Spieler ausfielen. „Natürlich ist es für den Trainer schöner, personell aus dem Vollen schöpfen zu können. Aber bei Ole mache ich mir keine Sorgen, dass er nicht die passenden Lösungen findet“, sagt Baumann, nimmt dabei aber alle in die Pflicht: „Wir müssen vor allem als Mannschaft noch enger zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen, obwohl der Teamgeist auch bislang schon sehr gut war.“

Die anstehende Aufgabe könnte dabei kaum schwieriger sein. Am Samstag kommt der punktgleiche Tabellenführer Darmstadt 98 ins Weserstadion. „Wir freuen uns auf das Spitzenspiel“, behauptet Baumann und nennt als Gründe für seine gute Laune auch die Tatsache, dass es ein Flutlichtspiel ist und das Stadion wohl ausverkauft sein wird. Mit vereinten Kräften also soll der Gegner bezwungen werden. „Ja klar, unser Abwehrchef fällt aus“, sagt Baumann: „Aber Darmstadt geht es genauso. Deshalb sollte man das nicht zu hoch hängen.“ Die Lilien müssen auf Patric Pfeiffer (Gelbsperre) verzichten. Der 22-jährige Innenverteidiger hat nur die ersten beiden Partien wegen einer Corona-Infektion verpasst, ansonsten jede Minute gespielt. Sein Fehlen ist eine Schwächung für Darmstadt, aber die Bedeutung des zehn Jahre älteren Topraks für Werder sicherlich noch einmal eine andere. 

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Das war bei der 1:2-Niederlage in Heidenheim nicht zu übersehen. Es fehlte der Taktgeber, Kommunikator und Rettungsschwimmer, der seine Kollegen auch durch stürmische See begleitet. Ohne ihn ging Werder in Heidenheim unter, wenn auch nicht sang- und klanglos. „Klar, wir müssen über die Leistung sprechen, das war sicher nicht unsere beste“, gesteht Baumann: „Aber wir haben uns trotzdem gegen einen starken Gegner viele Chancen herausgespielt und die Mannschaft hat sich trotz der personellen Schwierigkeiten bis zum Ende gewehrt.“ Marvin Ducksch war noch der Anschlusstreffer gelungen, Rapp verpasste per Kopf den späten Ausgleich. Das rückte durch die schlechten Nachrichten von Toprak und Friedl einen Tag danach total in den Hintergrund. Die Werder-Welt war ob der Ausfälle geschockt, Pessimismus machte sich breit. Dagegen geht Baumann an. Die Enttäuschung soll weg und der Mut zurückkehren. Und so legt der 46-Jährige einfach mal fest: „Wir können selbstbewusst in das Spitzenspiel gehen!“    

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