Aufstieg in 1. Bundesliga Herzenssache: Fritz weint wegen Werder und bleibt

Bei Clemens Fritz löst Werders Aufstieg ganz besondere Emotionen aus - am Sonntagabend liefen bei ihm sogar die Tränen. Klar, dass Fritz bei Werder bleibt - und sich schon wieder ans Werk gemacht hat.
17.05.2022, 19:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Was sich schon kurz nach dem Schlusspfiff auf dem Platz angedeutet hatte, passierte dann im TV-Interview: Bei Clemens Fritz liefen am Sonntagabend die Tränen, so überwältigt war der 41-Jährige vom Aufstieg seines SV Werder Bremen. „Ich weine nicht so oft. Aber es war einfach sehr emotional“, blickt Fritz im Gespräch mit unserer Deichstube noch einmal auf diesen besonderen Moment zurück.

Seine Verbindung zu Werder könnte kaum enger sein. Vor 16 Jahren wechselte er von Bayer Leverkusen an die Weser. Nur wenige Monate nach seinem Karriereende begann Fritz im November 2017 sein Trainee-Programm bei Werder und arbeitete sich inzwischen bis zum Leiter Profifußball hoch. Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus, doch die Zukunft ist längst geregelt. „Natürlich werde ich bleiben, wir werden das in der nächsten Woche fertig machen“, bestätigt Fritz.

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Gemeinsam mit seinem Chef, Geschäftsführer Frank Baumann, und der Scouting-Abteilung hat sich der Ex-Profi bereits wieder ans Werk gemacht. Es wird eifrig am Kader für die neue Saison gebastelt. „Jetzt stehen wir ein Stück weit wieder am Anfang. Die Arbeit hat aber natürlich schon vor längerer Zeit begonnen. Wir haben bereits zweigleisig geplant und gehen die Themen jetzt an“, berichtet Fritz und will noch nicht zu weit nach vorne schauen: „Über Ziele möchte ich jetzt noch gar nicht sprechen, aber wir wissen schon, dass wir ein Aufsteiger sind.“

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Der Weg dahin war ziemlich steinig. Er und Baumann mussten immer wieder Kritik einstecken. „Diese Saison war so extrem schwierig, wenn ich nur an den Sommer denke. Wir wollten natürlich wieder aufsteigen, umso schöner ist es, dass wir es geschafft haben“, sagt Fritz. Es den Kritikern gezeigt zu haben, interessiert ihn nicht: „Genugtuung empfinde ich nicht, so etwas brauche ich nicht. Ich habe in diesem Jahr wertvolle Erfahrungen gesammelt.“ Dazu gehöre einmal mehr die Zusammenarbeit mit Baumann: „Hut ab vor Frank: Mit welcher Ruhe er die Themen angeht und sich nicht beeinflussen lässt. Da konnte ich mir viel abgucken. Ich bin da eher etwas emotionaler. Aber wir haben die Ruhe bewahrt.“

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Den Lohn dafür gab es dann am vergangenen Sonntag. Und Fritz erlebte dabei wieder dieses ganz besondere grün-weiße Bremen. „Das ging ja schon vor dem Spiel los. Ich habe die Bilder vom Fanmarsch gesehen. Die ganze Stadt hat uns getragen. Das war einmalig – auch im Stadion“, erinnert er sich und zieht einen interessanten Vergleich: „Vom Gefühl her war es noch ein Stück mehr als 2016 gegen Frankfurt.“ Den Abstiegskrimi gegen die Hessen hat Fritz noch als Spieler erlebt, was es ihm nach der Partie mit den Emotionen kurioserweise etwas leichter machte. „Damals musste ich nach dem Spiel sofort zur Dopingprobe, da konnte ich mich ein bisschen sammeln. Diesmal war abgesprochen, dass ich sofort für Interviews zu den TV-Sendern gehe – und da ist es dann halt passiert.“ Fritz stockte die Stimme und er weinte vor laufender Kamera. „Mir ist das nicht unangenehm. Wir sind alle so mit dem Herzen für Werder dabei. Deswegen hat uns das alle so überwältigt, da kam alles hoch.“ 

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