Reaktionen zu Arnautovic und Elia Hunt: "Das schadet uns"

Bremen. Die nächtliche Eskapade von Marko Arnautovic und Eljero Elia vor dem Leverkusen Spiel ärgert auch die Werder-Profis. "Riesenmist" nennt Nils Petersen die Aktion, Aaron Hunt geht sogar noch einen Schritt weiter.
29.04.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Hunt:
Von Patrick Hoffmann

Bremen. Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass Clemens Fritz mit der Frage nicht gerechnet hatte. Fritz ist schließlich schon eine ganze Weile im Bundesligageschäft dabei, und deshalb wird er in all den Jahren auch ein feines Gespür dafür entwickelt haben, wann ein Thema für die Medien von besonderem Interesse ist.

Als aber am Sonnabend kurz nach dem Schlusspfiff in Leverkusen einer der vielen Fernsehreporter wissen wollte, was Fritz denn zur Suspendierung der Kollegen Marko Arnautovic und Eljero Elia zu sagen habe, da verdrehte der Bremer Mannschaftsführer erst einmal die Augen. Dann überlegte er kurz und sagte, dass er zum Verhalten der beiden eigentlich nichts zu sagen habe. "Da fällt mir nichts zu ein. Ich bin sprachlos."

So wie Fritz ging es am Wochenende vielen Werder-Profis. Sie reagierten mit Unverständnis auf die nächtliche Spritztour der beiden Flügelflitzer knapp 36 Stunden vor dem Auswärtsspiel in der BayArena. Arnautovic und Elia waren am Freitag gegen drei Uhr morgens mit ihren Luxussportwagen über die Autobahn 1 gerast und dabei von der Polizei gestoppt worden, weil sie mit überhöhter Geschwindigkeit durch eine Baustelle gebraust waren. Werders Klubführung reagierte bereits kurz nach Bekanntwerden des Zwischenfalls und suspendierte die beiden noch am gleichen Tag bis auf Weiteres. Sie saßen auch nicht mit im Bus nach Leverkusen.

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Wie es für Arnautovic und Elia in Zukunft weitergehen wird – und ob es überhaupt in Bremen für sie weitergehen wird – will die Geschäftsführung des SV Werder heute Nachmittag nach einem Gespräch mit den beiden Profis entscheiden. Der Ausgang ist derzeit noch völlig offen. Von einer schnellen Rückkehr ins Mannschaftstraining bis hin zu einer Freistellung für den Rest der Saison scheint alles möglich.

Auf allzu große Rückendeckung der Mannschaftskollegen sollten Arnautovic und Elia allerdings nicht setzen. Es sei für ihn unerklärlich, sagte zum Beispiel Angreifer Nils Petersen, "dass man Donnerstagnacht unterwegs ist, vor so einem Spiel. Das ist Riesenmist, den sie da gemacht haben, aber das wissen die beiden selbst." Für die Mannschaft ist der ganze Vorfall ja auch gleich doppelt ärgerlich. Erstens, weil er die Konzentration stört. Und, zweitens, "weil wir ihre Qualität brauchen", wie Petersen feststellte.

Zlatko Junuzovic versuchte, dem Ausflug der beiden Nachtschwärmer samt anschließender Suspendierung wenigstens noch etwas Positives abzugewinnen. "Vielleicht", sagte der Mittelfeldspieler, "schweißt uns das ja noch mehr zusammen." Zu einer möglichen Rückkehr der beiden Angreifer in den Kader wollte sich Junuzovic allerdings ebenso wenig öffentlich äußern wie die Kollegen.

Aaron Hunt hielt sich in dieser Frage gestern ebenfalls bedeckt. Der stellvertretende Mannschaftskapitän sagte nach dem Auslaufen am Weserstadion aber auch: "Die Mannschaft steht hinter der Entscheidung des Trainers." Man könne das Verhalten von Arnautovic und Elia "nicht akzeptieren. Das schadet uns". Und dann fügte er noch einen weiteren vielsagenden Satz hinzu. Das Verhalten der beiden Kollegen, sagte Hunt, "ist für den ganzen Verein ein Schlag ins Gesicht".

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