Nordderby gegen St. Pauli Füllkrug rettet Werder einen Punkt im Topspiel

Werder und St. Pauli wollen beide den Aufstieg, im Topspiel am Samstag trennten sich die Clubs 1:1. Ein Punkt ist für Werder unterm Strich zu wenig, um weiter an der Spitze der Tabelle zu stehen.
09.04.2022, 16:10
Lesedauer: 4 Min
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Von Daniel Cottäus

Mit einem Auswärtssieg im Zweitliga-Topspiel beim FC St. Pauli wollte der SV Werder Bremen einen großen Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr machen – herausgekommen ist dabei am Samstagnachmittag beim 1:1 (0:1) ein Punkt, der unter dem Strich zu wenig war, um die Tabellenspitze nach dem 29. Spieltag zu verteidigen. Nachdem Daniel Kyereh die Hausherren in Führung gebracht hatte (43.), war es Niclas Füllkrug, der Werder mit seinem Treffer das Remis rettete (58.). Ein Resultat, mit dem die Bremer unter dem Strich zufrieden sein mussten, hatten sie doch von gleich zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters profitiert.

Im Vergleich zum 1:1 gegen Sandhausen hatte Werder-Trainer Ole Werner seine Startaufstellung mächtig verändert – überwiegend aus positiven Gründen. So kehrten in Milos Veljkovic, Marco Friedl und Mitchell Weiser gleich drei etablierte Abwehrspieler nach ihren Verletzungen ins Team zurück. Lediglich bei Kapitän Ömer Toprak wollte der Coach noch kein Risiko eingehen, berief den 32-Jährigen aber immerhin zum ersten Mal seit Anfang März wieder in den Kader. Anthony Jung fehlte hingegen gelbgesperrt, für ihn übernahm Felix Agu den Job auf der linken Außenposition, während Leonardo Bittencourt im offensiven Mittelfeld für Niklas Schmidt in die Startelf rückte. Wegen seiner vorangegangenen Corona-Infektion war der 28-Jährige gegen Sandhausen nur als Joker zum Einsatz gekommen. Rechtzeitig zum Topspiel gegen St. Pauli hatten sich die Bremer Personalsorgen also (fast) in Luft aufgelöst.  

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Für Sicherheit sorgte das bei den Gästen zunächst aber nicht. Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion hatten die Hausherren in der Anfangsphase mehr vom Spiel, ohne dabei allerdings zu großen Chancen zu kommen. Ein Distanzschuss von Marcel Hartel, den Werder-Torhüter Jiri Pavlenka mit Mühe abwehrte, blieb lange der gefährlichste Abschluss der Partie (12.). Den Bremern hingegen fehlten zu Beginn die zündenden Offensivideen, durch große Entschlossenheit in den Zweikämpfen kämpften sie sich aber nach und nach ins Spiel und übernahmen die Kontrolle.

Füllkrug verpasst Chance in der ersten Halbzeit

Kurz nachdem Veljkovic am gegnerischen Fünfmeterraum nicht genügend Druck hinter den Ball bekommen hatte (21.), trat Werders Sturmduo das erste Mal gefährlich in Erscheinung. Nach Flanke von Niclas Füllkrug ging Marvin Ducksch volles Risiko, nahm den Ball direkt, erwischte ihn allerdings nicht richtig (23.). Nur zwei Minuten später hätte dann Füllkrug für das 1:0 sorgen müssen. Ducksch hatte seinen Teamkollegen schön freigespielt, doch der setzte den Ball am langen Pfosten vorbei (25.). Werder gab nun den Ton an, arbeitete an der Führung – und sollte für das Liegenlassen guter Möglichkeiten noch vor der Pause bestraft werden. Nachdem Ducksch ein weiteres Mal zu harmlos abgeschlossen hatte (36.), tauchte plötzlich St. Pauli wieder vermehrt vor dem Bremer Tor auf.

Zunächst blockte Friedl in höchster Not einen Schuss von Jackson Irvine (38.), kurz darauf kam es im Bremer Strafraum dann zu einem Aufreger. Mitchell Weiser hatte Guido Burgstaller mit dem linken Bein getroffen, woraufhin der Hamburger Angreifer noch einen Schritt weiterlief und dann erst fiel (38.). Schiedsrichter Florian Badstübner, der beste Sicht auf die Szene hatte, entschied sich sofort gegen einen Elfmeterpfiff - eine Fehlentscheidung, die mehr als glücklich für Werder war. Einen Gegentreffer setzte es wenig später aber trotzdem. Nach Flanke von Leart Paqarada, der früher mal in der Werder-Jugend gespielt hat, traf Daniel Kyereh am langen Pfosten zum 1:0 für St. Pauli (43.).

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In den zweiten Durchgang starteten die Bremer dann sehr entschlossen – und belohnten sich schnell mit dem Ausgleich. Allerdings hatten die Gäste bei der Entstehung des 1:1 durch Füllkrug (58.) ein weiteres Mal an diesem Nachmittag von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters profitiert. Eingeleitet hatte den Treffer nämlich Felix Agu, der St. Paulis Marcel Beifus im Zweikampf an der Außenlinie per Handspiel überwand, was der Referee allerdings auch nach späterer Ansicht der TV-Bilder nicht ahndete. Nach Flanke von Bittencourt und Kopfballablage von Romano Schmid landete die Kugel bei Füllkrug, der im Strafraum zum 1:1 abschloss. Es war der 15. Saisontreffer des Stürmers.

Nach 76 Minuten kam es dann zum Comeback von Abwehrchef Ömer Toprak, der für Bittencourt ins Spiel kam, womit Trainer Werner nicht gerade ein Signal in Richtung Schlussoffensive sendete. Es schien, als sollten die Bremer mit diesem Remis am Millerntor ganz gut leben können. Doch der Punktgewinn wackelte in der Folge noch gehörig. Kaum auf dem Platz, stand Toprak nämlich schon im Mittelpunkt, weil er sich im Zweikampf mit Burgstaller ungeschickt anstellte und dem Stürmer somit eine Großchance ermöglichte (78.). Nur Sekunden später kam dann der eingewechselte Igor Matanovic gefährlich zum Abschluss. Werder stellte sich in der Schlussphase jedoch nicht nur hinten rein, sondern suchte seinerseits die Entscheidung. In der 86. Minute scheiterte Ducksch an der Latte, ehe Ilia Gruev, der zur zweiten Hälfte für Nicolai Rapp in die Partie gekommen war, knapp am Tor vorbeischoss.

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Somit blieb es letztlich beim 1:1, durch das Werder den ersten Tabellenplatz einbüßte. Diesen übernahm Schalke 04, das sein Heimspiel mit 3:0 gegen Heidenheim gewann. Werder liegt mit 53 Zählern vorerst punktgleich dahinter auf Rang zwei, könnte am Abend aber noch von Darmstadt überholt werden. Weiter geht es für die Bremer nun am Ostersonntag um 13.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg.    

Die Aufstellung

SV Werder Bremen: Pavlenka – Veljkovic, Groß, Friedl – Weiser (57. Schmidt), Rapp (46. Gruev), Agu – Schmid, Bittencourt (76. Toprak) – Füllkrug, Ducksch

FC St. Pauli: Vasilj – Beifus (73. Dzwigala), Medic, Ziereis, Paqarada – Irvine, Aremu (64. Becker), Hartel, Kyereh – Burgstaller, Amenyido (64. Matanovic)

Verfolgen Sie das Nordderby Werder Bremen gegen St. Pauli in unserem Liveticker

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