Härtetest BVB Werder will in Dortmund "nicht nur verteidigen"

Werder Bremen ist mit zwei Punkten aus zwei Spielen in die Saison gestartet. Nun geht es zu Borussia Dortmund. Dass dies ein schweres Spiel wird, ist Trainer Ole Werner bewusst. Dennoch hat er einen Plan.
18.08.2022, 21:47
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Ole Werner kennt die Gegebenheiten, die ihn am Samstagnachmittag erwarten werden, schließlich wird es nicht sein erster Besuch an diesem ganz speziellen Ort des deutschen Fußballs sein. Die Gästekabine, die Trainerbank, den Spielertunnel, die Interviewzone – all das hat sich der 34-Jährige im Mai 2021 schon einmal aus nächster Nähe angesehen – als Trainer von Holstein Kiel. Mit seiner Mannschaft ging er damals im Signal-Iduna-Park mit 0:5 gegen Borussia Dortmund unter und schied im Halbfinale aus dem DFB-Pokal aus. Wie sich das vollständige Erlebnis Fußball beim BVB anfühlt, erfuhr Werner dabei jedoch nicht.

„Es war ein Geisterspiel ohne Fans im Stadion“, erinnert sich der Cheftrainer von Werder Bremen, der mit seinem Team am Sonnabend um 15.30 Uhr vor über 80.000 Zuschauern beim BVB antreten wird und so betrachtet zu seiner richtigen Dortmund-Premiere kommt. „Uns erwartet eine besondere Atmosphäre und auch eine besondere Herausforderung aufgrund der Qualität des Gegners“, weiß Werner, lässt aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass Werder fest entschlossen ist, die Außenseiterrolle bestmöglich zu nutzen.
„Es wird wichtig sein, dass wir nicht nur verteidigen, auch wenn das sicherlich die Grundlage sein wird. Wir müssen es auch immer wieder schaffen, Gefahr auszustrahlen, wenn wir bestehen wollen“, sagte Werner, dessen Team an den ersten beiden Spieltagen gegen Wolfsburg (2:2) und Stuttgart (2:2) jeweils gezeigt hatte, dass es Gegner in der Bundesliga mit entschlossenem Offensivfußball phasenweise in Not bringen kann.

Ole Werner erwartet schwieriges Spiel in Dortmund

Diese Ansätze sollen möglichst auch in Dortmund wieder zu sehen sein, wobei Werner natürlich bewusst ist, dass der Gegner für sehr viel Arbeit in der Bremer Defensive sorgen wird: „Es ist doch vollkommen klar, dass es auswärts in Dortmund Phasen geben wird, in denen die große Qualität des Gegners sichtbar ist“, sagte der Bremer Trainer – und schob hinterher: „Das geht jeder Mannschaft in Deutschland und Europa so.“

Werners Rezept, um diese Phasen unbeschadet zu überstehen, liest sich vereinfacht ausgedrückt so: einen kühlen Kopf bewahren. „Wir müssen bei uns bleiben, damit wir die individuelle Qualität des Gegners als Gruppe ausgleichen können.“ Heißt: nicht hektisch werden, die eigenen Abläufe umsetzen und auf dem Platz füreinander da sein. Wenn dann auch noch eine gewisse Portion Spielglück sowie ein günstiger Verlauf der Partie hinzukommen sollten – es wäre sicher nicht schlecht für Werders Chancen, um am Ende nicht als Verlierer den Platz verlassen zu müssen.

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Die Dortmunder haben an den ersten beiden Spieltagen gegen Leverkusen (1:0) und Freiburg (3:1) die Maximalausbeute von sechs Punkten gesammelt und dürften angesichts der eigenen Ambitionen ein Heimspiel gegen Werder längst als Pflichtaufgabe betrachten. Nur sagt das natürlich niemand öffentlich beim BVB. Chefcoach Edin Terzic sprach während der Pressekonferenz vor dem Spiel davon, dass Werder „kein klassischer Aufsteiger“ und deshalb nicht zu unterschätzen sei. Eine Formulierung, die den Bremern zuletzt öfter begegnet ist und noch öfter begegnen wird. An der „großen Vorfreude auf dieses Spiel“ (Werner) ändert sie freilich nichts: Werder fühlt sich bereit.

Generell, das betonte Clemens Fritz als Leiter Profifußball, wünscht er sich schon ein spannendes Titelrennen in der Bundesliga, für das ein starker BVB natürlich wichtig wäre. „Wenn die Dortmunder diese Stabilität, die sie aktuell haben, beibehalten, traue ich ihnen zu, auch um die Meisterschaft mitzuspielen“, sagte der Ex-Profi, der trotzdem darauf hofft, dass der BVB am Wochenende vielleicht etwas weniger stabil auftritt als zuletzt. Dann könnte Ole Werner sein erstes Spiel im vollbesetzten Signal-Iduna-Park noch ein wenig mehr genießen.

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