Verbot droht Sportwetten-Werbung: Werder will keinen Bremer Sonderweg

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will ein Werbeverbot für Sportwetten durchsetzen. Für Werder würde das ein Einnahmeverlust in Millionenhöhe bedeuten.
24.11.2021, 20:43
Lesedauer: 1 Min
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Von Björn Knips Maik Hanke

Der SV Werder und die Bremer Politik – das ist eine schwierige Geschichte. Vor allem, wenn Innensenator Ulrich Mäurer ins Spiel kommt. Der SPD-Politiker hat bereits dafür gesorgt, dass Werder als einziger Bundesligist für zusätzliche Polizeikosten bei Hochrisikospielen zahlen muss. Nun will Mäurer mit Verweis auf das hohe Suchtrisiko von Glücksspielen ein Werbeverbot für Sportwetten durchsetzen. Werder könnte dadurch Topsponsor betway verlieren und damit pro Saison rund eine Million Euro, die der Wettanbieter überweist.

„Das Thema Spielsucht muss absolut ernst genommen werden“, sagt Werder-Boss Klaus Filbry auf Nachfrage unserer Deichstube, betont aber zugleich: „Die Politik sollte keine Einzellösungen beschließen, sondern eine gemeinsame Lösung mit Vereinen und Verbänden erarbeiten. Es wäre schön, wenn Bremen hier keinen Sonderweg gehen würde.“

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Den hat Mäurer bislang auch nicht geplant. Er strebt eine bundesweite Lösung an und hat das Thema deshalb auf die Tagesordnung für die nächste Herbst-Konferenz der Innenminister, die vom 1. bis 3. Dezember in Stuttgart stattfindet, setzen lassen. Allerdings war Mäurer beim Thema Polizeikosten ähnlich vorgegangen. Ohne Erfolg, die Kollegen winkten ab, Mäurer setzte zum Alleingang an. Schließlich gaben ihm die Gerichte recht. Trotzdem muss bislang nur Werder zahlen.

Und auch diesmal wirkt Mäurer sehr entschlossen. Dass Wettanbieter bei fast allen Clubs im Profifußball heutzutage zu den Sponsoren zählen, ist dem 70-Jährigen ein Dorn im Auge: „Es sind viele, die damit ihr Geld verdienen“, sagte er in der WDR-Sendung „Sport inside“, „in einem Feld, das völlig gesellschaftsschädigend ist.“ Angeblich gibt es in Deutschland 200 000 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren, die an Spielsucht leiden. Mäurer möchte demnach, dass nun unter den Innenministern ein Entwurf für einen Änderungsstaatsvertrag ausgearbeitet wird.

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