17. Spieltag Werner siegt mit Werder weiter, muss aber ordentlich zittern 

Mit 3:2 hat Werder Bremen am Freitagabend das Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg gewonnen. Früh gerieten die Bremer in Rückstand, konnten das aber schnell wegstecken. Der Spielbericht.
10.12.2021, 20:35
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Von wk/kn/dco

Zweites Spiel, zweiter Sieg – für Ole Werner könnte es beim SV Werder Bremen nicht besser laufen. Der neue Coach sah beim schweren Auswärtsspiel gegen den Tabellendritten Jahn Regensburg einen verdienten, allerdings auch hart erkämpften 3:2 (1:1)-Erfolg seiner neuen Mannschaft, die er erst vor knapp zwei Wochen übernommen hat. Werder steckte dabei einen frühen Rückstand durch Steve Breitkreuz (5.) weg, biss sich gegen robuste Regensburger ins Spiel und schaffte durch die Tore von Leonardo Bittencourt (39.), Marco Friedl (57.) und Marvin Ducksch (89.) die Wende. Danach wurde aber noch gezittert. Sarpreet Singh (90.+2) gelang der Anschlusstreffer, Aygün Yildirim (90.+4) sogar der Ausgleich, der aber wegen einer Abseitsposition nicht zählte. 

Trotz des Dreiers im letzten Hinrunden-Spiel, das wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfinden musste, verharren die Grün-Weißen auf Platz neun der Tabelle, haben aber mit insgesamt 26 Punkten nach 17 Spielen nur noch drei Zähler Rückstand auf Rang drei. Nach einer ordentlichen Leistung macht auch das Lust auf die Rückrunde, die schon am kommenden Sonntag mit dem Gastspiel bei Hannover 96 startet.

„Die ersten zehn Minuten verschlafen wir komplett. Wir sind in jedem Zweikampf zu spät. Die haben uns extrem gepresst, damit sind wir überhaupt nicht klargekommen, obwohl wir das trainiert haben“, haderte Torschütze Friedl in seiner Spielanalyse zunächst noch: „Aber dann wurde es deutlich besser. Mein Tor war aus der Situation heraus vielleicht etwas glücklich, trotzdem war der Sieg absolut verdient. Natürlich wollen wir hoch, aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen.“

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Zähes Ringen um jeden Zentimeter

Werder-Coach Ole Werner hatte es doch getan und dem berühmten „Never change a winning team“ vertraut. Er setzte auf die Startelf vom 4:0-Sieg gegen Erzgebirge Aue, dabei hatte er unter der Woche noch gesagt: „Ich halte von dem Satz relativ wenig.“ Doch durch die vielen auch corona-bedingten Ausfälle hielt sich Werners Handlungsspielraum ziemlich in Grenzen. So feierte der 21-jährige Dominik Becker aus der U 23 sogar seine Kader-Premiere bei den Profis.

Regensburg trat sofort aufs Gaspedal – und das schmeckte den Bremern mit ihrer Dreierkette überhaupt nicht. Sie ließen sich in die eigene Hälfte einschnüren, kamen kaum über die Mittellinie und kassierten das schnelle 0:1 (5.). Nach einer Singh-Ecke köpfte Steve Breitkreuz ungestört ein, Ömer Toprak hatte ihn gewähren lassen. Dabei ist die Regensburger Stärke nach Standards eigentlich allseits bekannt. Werder war aber nicht lange beeindruckt, wehrte sich immer mehr gegen die harte Gangart der Gastgeber und suchte auch spielerische Lösungen. Doch Romano Schmid (8.) und Marvin Ducksch (13.) vergaben beste Chancen. Auch Niclas Füllkrug (16.) und Toprak (17.) kamen dem 1:1 schon sehr nahe.

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Bei leichtem Schneefall war es ein zähes Ringen für Werder um jeden Zentimeter. Die Regensburger kämpften mit allen Mitteln. Auf der Tribüne kam beim Betreuerstab der gute alte Kochtopf zum Einsatz, um im leeren Stadion wenigstens ein bisschen Heimspiel-Atmosphäre zu entfachen. Die Grün-Weißen gaben die Antwort auf dem Platz: Nach einem feinen Spielzug über Ducksch, Füllkrug, Schmid und Felix Agu jagte Leonardo Bittencourt die Kugel volley zum 1:1 ins Netz (39.). Ein tolles Tor! Der Ausgleich war absolut verdient.

Nach der intensiven ersten Halbzeit wurden beide Teams nun vorsichtiger. Die Partie plätscherte etwas dahin. Bis sich der mutige Agu auf der rechten Seite stark durchsetzte. Bittencourts Schuss wurde zwar geblockt, doch dann vollstreckte Innenverteidiger Marco Friedl per Drehschuss im Stile eines Mittelstürmers (57.). Da ging auch der sonst so ruhige Werner an der Außenlinie mal ein bisschen aus dem Sattel. Werder war auf Kurs!

Regensburg schlug tatsächlich noch zurück

Die Abwehr stand ziemlich sicher, ließ eigentlich nur Fernschüsse zu, die Keeper Jiri Pavlenka entschärfte. Werner ging trotzdem auf Nummer sicher, brachte für den offensiven Mittelfeldspieler Schmid den defensiveren Ilia Gruev (78.). Später kam dann auch noch Manuel Mbom für Torschütze Bittencourt (85.). Die Bremer stellten sich aber nicht hinten rein, sondern ließen die Uhr möglichst in der gegnerischen Hälfte runterticken. Und Ducksch machte dann mit dem 3:1 (89.) eigentlich alles klar – auf Vorarbeit von Füllkrug, der damit seine bemerkenswerte Serie fortsetzte und auch im siebten Spiel in Folge an mindestens einem Tor beteiligt war.

Doch Regensburg schlug tatsächlich noch zurück. Singh markierte in der Nachspielzeit das 2:3. Werder kam ordentlich ins Schwimmen und kassierte tatsächlich noch den Ausgleich. Doch Torschütze Yildirim hatte im Abseits gestanden. Aufatmen bei Werder – und es gab noch einen historischen Moment: Der 16-jährige Fabio Chiarodia feierte seine Pflichtspiel-Premiere und ist damit jüngster Werder-Profi aller Zeiten. Wie passend an einem besonderen Fußball-Abend. 

Wie Werder sich gegen Regensburg geschlagen hat, lesen Sie hier im Liveticker.

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