Das Werder-Traumduo Füllkrug wird zum Partybiest - und Ducksch ist überwältigt

Niklas Füllkrug und sein Sturmpartner: Die selbst ernannten "hässlichen Vögel" haben den SV Werder am Sonntag zu Sieg und Aufstieg geschossen. Sie wandelten dabei auf den Spuren namhafter Vorgänger.
15.05.2022, 22:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Niclas Füllkrug hatte nur noch eine Hose an – und fühlte sich trotzdem pudelwohl. „Das ist mein Outfit für die nächsten drei Tage“, kündigte der Torjäger des SV Werder Bremen im Interview mit dem TV-Sender Sky an und fügte lachend noch an: „Mal gucken, wo ich so rumlaufe.“

Füllkrug hatte nach dem Aufstieg so richtig Bock auf Party – und wünschte sich dabei vor allem eine Person an seiner Seite: Marvin Ducksch, seinen kongenialen Sturmpartner. Wie so oft in dieser Saison hatten die selbst ernannten „hässlichen Vögel“ den SV Werder zum Sieg geschossen und beide Tore beim 2:0 gegen Jahn Regensburg erzielt.

Füllkrug und Ducksch auf den Spuren von Klose und Klasnic

Sie wandelten dabei auf den Spuren von so namhaften Vorgängern wie Miroslav Klose und Ivan Klasnic. Das Sturmduo hatte in der Saison 2005/06 gemeinsam 40 Tore markiert. Und genau diese Marke knackten nun auch Füllkrug und Ducksch, wenngleich die Sache einen kleinen Haken hat: Ducksch erzielte einen seiner nun 21 Saisontreffer noch im Trikot von Hannover 96. Und Füllkrug gab beim Vergleich mit dem legendären „K&K“-Sturm noch den Hinweis: „Bei uns war es aber in der 2. Liga.“

Deswegen tat er sich schwer, Glückwünsche entgegenzunehmen. Trotzdem dürfte der 29-Jährige extrem stolz sein auf seine 19 Treffer, denn so viele sind ihm in seiner Karriere noch nie während einer Saison gelungen. Und noch bemerkenswerter ist dabei, dass ihm sein erster Treffer in dieser Spielzeit erst am 11. Spieltag gutgeschrieben werden konnte. Bis dahin hatte er eine sehr unglückliche Saison erlebt. Als einzige Spitze funktionierte er im Sommer unter dem damaligen Coach Markus Anfang nicht. Dann kam Ducksch und verdrängte ihn aus der Startelf.

Füllkrug-Frust führte Anfang der Saison zur Suspendierung

Füllkrug schob Frust, kam mit Anfang gar nicht mehr zurecht. Nach der 0:3-Niederlage in Darmstadt am 10. Spieltag platzte ihm der Kargen, er zoffte sich vor versammelter Mannschaft in der Kabine mit Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, und vergriff sich dabei deutlich im Ton. Dafür musste er sich nicht nur entschuldigen, sondern auch zwei Tage mit dem Training aussetzen. Mit Wut im Bauch traf er dann als Joker beim 2:2 in Sandhausen, der Bann war gebrochen.

Fortan ließ Anfang das Sturmduo gemeinsam ran. Und das war nicht mehr aufzuhalten – schon gar nicht vom unfreiwilligen Trainerwechsel. Denn Werner gab vor allem Füllkrug noch mehr Vertrauen. Der war irgendwann so sehr aus dem Häuschen, dass er den vielleicht ungewöhnlichsten Spitznamen für ein Erfolgsduo erfand. Statt „Füllduck“ oder „Duckkrug“, wie es der Fragesteller in einem Interview mit dem Vereins-TV wahrscheinlich erwartet hatte, entschied sich Füllkrug für „Die hässlichen Vögel“.

Ducksch war zwar zunächst nicht ganz so begeistert, machte den Spaß aber gerne mit. Sie harmonierten perfekt, legten sich einen Treffer nach dem anderen auf. „Ich glaube, es war heute wieder sinnbildlich, dass wir beide getroffen haben. Auch wenn vielleicht nicht alles geklappt hat“, meinte Füllkrug. Insgesamt gab es acht Partien, in denen beide gemeinsam getroffen haben. Und in 26 der 34 Spielen dieser Saison hatte zumindest einer der beiden „hässlichen Vögel“ zugelangt. Was für eine Quote!

„Das haben wir uns von ‚Duckschi‘ von Anfang an erhofft, dass er hierherkommt und in so einer starken Mannschaft Tore schießt. Das hat er hervorragend gemacht. Und ich bin einfach glücklich, dass er uns da so geholfen hat und dass wir es am Ende zusammen geschafft haben“, schwärmte Füllkrug. Auch Ducksch war überwältigt: „Ich kann das noch gar nicht richtig fassen. Das kommt Minute für Minute immer ein bisschen mehr. Dass es jetzt so gekommen ist – einfach überragend!“

Wir haben gar keine Zeit für einen Kater. Ein paar Tage feiern wir durch.
Niclas Füllkrug über den Party-Plan für die nächsten Tage 

Nun ist natürlich die spannende Frage: Funktioniert das Duo auch in der 1. Liga? Beide haben dort schon gespielt, für Füllkrug lief es dabei besser als für Ducksch. Der 28-Jährige will seine Erstliga-Reife unbedingt noch unter Beweis stellen, deswegen ist er auch im Sommer zum SV Werder gewechselt. Den Grün-Weißen war das eine Ablösesumme von über drei Millionen Euro wert, die jetzt durch den Aufstieg noch auf 3,5 Millionen Euro gestiegen ist.

Das interessierte am Sonntag aber nur am Rande. Die Party stand im Vordergrund – und dabei die Frage, ob die „hässlichen Vögel“ am Montag dann einen hässlichen Kater erleben werden. „Wir haben gar keine Zeit für einen Kater“, erwiderte Feierbiest Füllkrug: „Nach dem Aufstehen geht’s doch weiter. Ein paar Tage feiern wir durch. Ich hoffe, die Jungs ziehen mit. Ich weiß, wie es geht. Ich bin ja schon mal mit Hannover aufgestiegen.“

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