„Es ist ein Prozess für mich“ Neuzugang Niklas Stark wirbt nach seinem Werder-Debüt um Geduld

Werder-Neuzugang Niklas Stark ist mit der Erfahrung aus rund 200 Bundesligaspielen nach Bremen gekommen. Ein Stammplatz ist dem Innenverteidiger jedoch alles andere als sicher. Wie er mit der Situation umgeht.
14.08.2022, 16:24
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Von Daniel Cottäus

Niklas Stark waren die Strapazen des Nachmittags noch deutlich anzusehen, als er kurz nach dem Abpfiff zum Gespräch mit den Journalisten in den Katakomben des Weserstadions auftauchte. Ein vollkommen durchgeschwitztes Trikot, Schweißperlen auf der Stirn, auch die Haare klitschnass – so beantwortete der 27-Jährige nach Werders Heimspiel gegen den VfB Stuttgart geduldig Frage um Frage. Stark sprach dabei zunächst über den Auftritt seiner neuen Mannschaft und dann auch über seine persönliche Situation an der Weser, die durchaus kompliziert ist. Denn Stammspieler ist der namhafte Neuzugang von Hertha BSC nach wie vor nicht.

Sein Pflichtspieldebüt für Werder hatte er gegen Stuttgart als Einwechselspieler gefeiert, stand in den zweiten 45 Minuten nur deshalb auf dem Platz, weil Amos Pieper verletzt hatte in der Kabine bleiben müssen. Sicher nicht einfach für einen ehemaligen Nationalspieler, der mit der Empfehlung von 200 Bundesligaspielen nach Bremen gekommen war. „Die Situation ist wie sie ist, trotzdem gebe ich alles, um so erfolgreich wie möglich zu sein“, sagte Stark, der von seinem Trainer Ole Werner nach der Werder-Premiere ein Lob bekam: „Er hat seine Sache gut gemacht. Es ist auch nicht immer einfach, sich reinzufinden. Insofern bin ich mit seiner Leistung zufrieden.“

Es sind Sätze, die Niklas Stark gerne hören dürfte, weil sie signalisieren, dass er sich bei Werder auf dem richtigen Weg befindet. Allerdings ist dem Abwehrspieler bewusst, dass er auf diesem Weg noch ein Stückchen zu gehen hat. „Es ist ein neues System für mich, eine neue Idee von Fußball, die ich sehr gut finde. Aber es ist eben auch ein Prozess für mich, gerade wenn es um Drucksituationen geht.“ Starks Plan lautet deshalb „ruhig und dranbleiben“. Dann werde es auch von Woche zu Woche besser. Oder anders ausgedrückt: Dann kommt er dem ersehnten Stammplatz Schritt für Schritt näher.

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Trainer Ole Werner über Niklas Stark

Nach Starks Verpflichtung war allgemein davon ausgegangen worden, dass er die Rolle des abgewanderten Ömer Toprak als Abwehrchef übernimmt. Dieser Job ging dann aber etwas überraschend an Milos Veljkovic. Amos Pieper erhielt zudem den Vorzug auf der rechten Seite der Dreierkette, sodass Stark erstmal außen vor war. „Es ist für ihn sicherlich etwas blöd gelaufen, weil er vor dem ersten Spieltag gegen Wolfsburg auch noch einmal krank war“, sagte Werner. Wegen eines Magen-Darm-Infekts hatte Stark zuvor das DFB-Pokalspiel bei Energie Cottbus verpasst, saß in Wolfsburg dann 90 Minuten auf der Bank, ehe es nun zum Debüt kam.

Mit seiner unerwarteten Rolle geht der Neuzugang laut Werner „gut und professionell“ um. Möglich, dass er sich etwas länger mit ihr anfreunden muss, so denn die Konkurrenten fit bleiben, Amos Pieper nach seiner Schädelprellung beispielsweise nicht ausfällt. „Wir haben dort hinten einen gewissen Konkurrenzkampf. Es ist egal, wenn man in der Innenverteidigung draußen lässt, ein Thema wäre es immer“, sagte Werner.
Sollte er wieder gebraucht werden – bereit ist Niklas Stark, daran ließ er keinen Zweifel: „Ich bin hierhergekommen, um in einer geilen Mannschaft Fußball zu spielen. Die Jungs machen das sehr gut. Erstmal freue ich mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte, denn dafür bin ich da.“

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