Kohfeldt über Talent Mbom „Manu wird in den nächsten Wochen wichtig sein“

Zuletzt erlebte Manuel Mbom ein kleines Leistungstief, doch Florian Kohfeldt glaubt weiter fest an das Mittelfeldtalent. Auch deshalb durfte er zuletzt im Pokal noch für ein paar Minuten auf den Platz.
05.02.2021, 14:45
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus

Die Regel ist es nicht, und doch kommt es im Fußball immer mal wieder vor, dass Tore fallen, bei denen die Vorarbeit schöner ist als der eigentliche Akt der Vollstreckung. Im Hinspiel gegen Arminia Bielefeld (1:0) hat Werder-Profi Manuel Mbom für einen solchen Moment gesorgt – und sich damit im Oktober 2020 endgültig in der Bundesliga angemeldet. Vor dem Rückspiel gegen die Ostwestfalen (Sonntag, 18.00 Uhr) ist Mbom längst ein vollwertiges Mitglied des Bremer Kaders – auch wenn es im Verlauf seiner persönlichen Saison zuletzt die erste kleine Delle gab.

Rückblick, 3. Oktober 2020: Der Diagonal-Ball von Marco Friedl war schon sehenswert, weil punktgenau, aber was Manuel Mbom dann mit der Kugel machte, ließ aus einem guten einen spektakulären Angriff werden. Am rechten Rand des Strafraums sprang der 20-Jährige artistisch ab, um den Ball direkt aus der Luft mit dem rechten Fuß in Richtung Elfmeterpunkt zu befördern, wo Leonardo Bittencourt im nächsten Augenblick zum 1:0 für Werder traf. Am Ende sollte das Tor zum Sieg reichen, und Mbom hatte mit seinem erster Scorerpunkt in der Bundesliga sein starkes Liga-Debüt aus der Vorwoche während des 3:1-Erfolgs auf Schalke bestätigt. Nach der Partie in Gelsenkirchen hatte Sportchef Frank Baumann geschwärmt: „Das war abgeklärt, mutig, voller Leidenschaft und mit ganz viel Elan – so, wie wir ihn kennen.“

Lesen Sie auch

Anfang Februar 2021, sprich vier Monate nach dem Assist gegen Bielefeld, hat Mbom bereits 16 Einsätze in der Bundesliga gesammelt. Sein erstes Tor oder weitere Vorlagen stehen zwar noch nicht in seinem Arbeitsnachweis, dafür aber eine Zahl, die sich positiv wie negativ lesen lässt. Mit sieben Gelben Karten führt der robuste Mittelfeldspieler Werders Sünder-Kartei an. Noch kein anderer Bremer Spieler musste in der laufenden Saison eine Gelbsperre nach fünf Verwarnungen absitzen. Wohlwollend betrachtet, lässt sich die Kartensammlung als Beleg für Mboms unermüdlichen Einsatz auf dem Platz lesen. Zu sagen, dass der Youngster bisweilen einfach noch zu ungestüm zu Werke geht, ist aber sicher auch nicht falsch. Werder-Trainer Florian Kohfeldt lieferte kürzlich sogar eine dritte Erklärung für Mboms Gelbsucht: Dem Spieler wird Unrecht getan.

„Manu muss sich erst ein Standing bei den Schiris erarbeiten, denn er kriegt Gelb für Aktionen, für die andere kein Gelb bekommen. Da muss ich ihn in Schutz nehmen“, sagte der Coach. Ein Vorwurf an die Schiedsrichter sei das aber nicht, sondern laut Kohfeldt „ganz normal“, eine Art Lehrgeld also. Und das musste Mbom kürzlich auch in anderem Zusammenhang zahlen.

Lesen Sie auch

Während der gruseligen ersten Hälfte im Rückspiel gegen Schalke 04 (1:1) zählte der gebürtige Göttinger vor Wochenfrist zu den schwächsten Bremern, wurde von Kohfeldt daraufhin zunächst aus dem Mittelfeld in den Sturm beordert und in der Pause – ebenso wie Felix Agu und Romano Schmid – ganz aus dem Spiel genommen. Im Pokal gegen Fürth durfte Mbom dann nur für die letzten Minuten ran, was aber keine Strafe, sondern „ein Geschenk“ war, wie Kohfeldt nach der Partie gegenüber Werder-TV betonte: „Ich wollte Manu direkt wieder zeigen, dass er wichtig ist, denn das wird er auch in den nächsten Wochen sein.“
Vielleicht ja schon am Sonntag, auf der Alm in Bielefeld – es wäre doch eine günstige Gelegenheit für den zweiten Scorerpunkt der Saison.

Info

Zur Sache

Die Deichstube ist die Werder-Redaktion des WESER-KURIER. Im Internet unter www.deichstube.de oder als App für iPhone und Android-Handys.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+