Sparkurs Werder hat auch bei Aufstieg ablösefreie Spieler im Blick

Auch wenn der Aufstieg gelingt, muss Werder den Sparkurs beibehalten. Um den Kader trotzdem für die 1. Bundesliga wettbewerbsfähig zu machen, hat der Verein vor allem ablösefreie Spieler im Blick.
29.03.2022, 18:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Obwohl sich die finanzielle Lage des SV Werder Bremen etwas entspannt hat, steht bereits jetzt fest: Selbst bei einem Aufstieg in die Bundesliga müssten die Grün-Weißen ihren Sparkurs fortsetzen. Sportchef Frank Baumann hat gerade erst erklärt, dass im Sommer ein Transferüberschuss unabdingbar sei. Trotzdem soll und muss der Kader verstärkt werden, um wettbewerbsfähig zu sein. Deswegen wirft der SV Werder verstärkt ein Auge auf ablösefreie Spieler.

Neben Pascal Groß vom Premier-League-Club Brighton & Hove Albion gehört nach Informationen unserer Deichstube nun auch Robin Knoche vom Bundesligisten 1. FC Union Berlin zu den Kandidaten. Der 29-Jährige könnte Nachfolger vom verletzungsanfälligen Abwehrchef Ömer Toprak werden, dessen Vertrag an der Weser im Sommer ausläuft.

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Knoche und Werder – schon einmal bemühte sich Frank Baumann um die Dienste des Innenverteidigers. Im Sommer 2016 klopfte der Sportchef beim VfL Wolfsburg an, kassierte aber von Klaus Allofs, seinem ehemaligen Chef bei Werder, einen Korb. Die Wölfe wollten Knoche nicht ziehen lassen. Vier Jahre später kam es anders. Das Wolfsburger Eigengewächs wechselte ablösefrei zum 1. FC Union Berlin, weil der VfL ihm kein akzeptables Angebot vorgelegt hatte. In der Rückrunde war aus dem Stammspieler Knoche der Ersatzmann Knoche geworden. Das änderte sich in Berlin. Der Defensivspezialist verpasste nur ein einziges Pflichtspiel (Gelbsperre), stand stets in der Startelf und wurde nur einmal ausgewechselt. Kein Wunder, dass Union ihn halten will, doch Knoche hat ein erstes Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt. Natürlich geht es ums Geld, aber auch um die sportliche Perspektive. Den Berlinern droht der Ausverkauf, aus der Überraschungsmannschaft könnte wieder ein Abstiegskandidat werden. Knoche wartet also ab – und kann dabei auch beobachten, ob Werder in die Bundesliga zurückkehrt. Nur dann wäre ein Wechsel nach Bremen realistisch.

Ganz billig würde die Verpflichtung allerdings nicht. Knoche ist zwar ablösefrei, verdient als erfahrener Bundesliga-Profi aber nicht ganz so schlecht. Da kommt Toprak ins Spiel, er ist der Topverdiener bei Werder. In der ersten Liga strich er pro Saison 3,6 Millionen Euro ein, durch den Abstieg hat sich die Summe durch eine entsprechende Klausel im Vertrag halbiert. Sportlich gesehen hat der 32-Jährige diese Sonderstellung in der Mannschaft absolut verdient, der Kapitän ist der beste Spieler im Kader – vielleicht sogar in der Liga. Doch wie schon in der Vergangenheit machen ihm auch in dieser Saison wieder Verletzungen zu schaffen. In der Hinrunde hat Toprak sechs Spiele verpasst, nun fehlt er seit zwei Partien – und es ist offen, ob er nach seinen Wadenproblemen in dieser Saison überhaupt noch mal zum Einsatz kommen kann. In Knoches Verletzungshistorie stehen dagegen nur ein Außenbandriss im Sprunggelenk (2015) und eine Zerrung (2016).

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Ähnlich gesund ist auch Pascal Groß bislang durch seine Karriere gekommen. Und der 30-Jährige hat immerhin schon 146 Premier-League-Partien absolviert. Jahrelang gehörte der ehemalige Bundesliga-Profi des FC Ingolstadt zum Stammpersonal bei Brighton & Hove Albion, zog im Mittelfeld der Engländer die Fäden und glänzte dabei als Vorbereiter. In dieser Saison läuft es nicht mehr ganz so gut, wenngleich er dennoch in 20 von 29 Ligaspielen auf dem Platz stand. Schon vor Monaten hat Groß angekündigt, gerne nach Deutschland zurückkehren zu wollen. Im Winter gab es einen ersten Kontakt zu Werder, ein kurzfristiger Wechsel kam nicht zustande. Es wurde sich vertagt – Richtung Sommer. Der Vertrag von Groß beim Tabellen-13. der Premier League läuft dann aus, eine Verlängerung ist nicht geplant. Schafft Werder den Aufstieg, sollen die Chancen auf einer Verpflichtung des Mittelfeldspielers gar nicht so schlecht stehen.

Mit Knoche und Groß würde Werder in jedem Fall viel Erfahrung dazubekommen. Die Eingewöhnungszeit dürfte nicht lange dauern, beide kennen Land, Leute und Liga. Das ist gerade für einen Aufsteiger ein wichtiger Faktor, schließlich braucht es schnell Stabilität in der neuen Liga. Die ganz große Perspektive bieten die beiden Spieler aus der Ü 30-Fraktion sicher nicht mehr, aber an ihrer Seite können jüngere Spieler reifen. Dabei benötigt Werder in der 1. Liga vor allem eines: Geschwindigkeit. Diese suchen fast alle Clubs, das macht solche Spieler auch sehr teuer. Ablösefrei sind diese Profis selten zu bekommen. Da dürfte Werder wohl eher auf Ausleihen angewiesen sein.   

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