SPD-Parteitag Überwältigende Mehrheit für den Spitzenkandidaten Bovenschulte

123 von 125 Delegierten wählen Bürgermeister Andreas Bovenschulte beim außerordentlichen Parteitag in Vegesack zum Spitzenkandidaten der SPD in Bremen und Bremerhaven.
10.09.2022, 12:26
Lesedauer: 2 Min
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Überwältigende Mehrheit für den Spitzenkandidaten Bovenschulte
Von Justus Randt

Andreas Bovenschulte, Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, ist mit überwältigender Mehrheit zum Spitzenkandidaten der SPD bei der Bürgerschaftswahl am 14. Mai 2023 gekürt worden. 125 von insgesamt 162 möglichen Delegierten waren am Sonnabendvormittag im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus in Vegesack zum außerordentlichen Landesparteitag ihrer Partei zusammengekommen.

Bovenschulte erhielt nach einer einstündigen Rede die Zustimmung von 123 Delegierten aus Bremen und Bremerhaven. Lediglich eine Gegenstimme wurde abgegeben. Enthaltungen gab es nach Feststellung der Mandatsprüfungs- und Zählkommission nicht. Die Delegierten folgten mit ihrem Votum dem Wahlvorschlag des Landesvorstands. Weitere Vorschläge gab es nicht. Bovenschulte freute sich über das "grandiose Ergebnis" und dankte den Genossinnen und Genossen: "Gemeinsam werden wir das rocken", gab er das Startzeichen in den Wahlkampf.

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Darauf hatte Reinhold Wetjen als Landesvorsitzender schon zur Begrüßung eingestimmt: "Noch 246 Tage, dann wird gewählt. Wir wollen wieder stärkste Kraft werden, und das mit Abstand", hatte er Flagge gehisst und dafür viel Applaus erhalten. Aber Wetjen machte auch klar, dass die SPD vor großen Herausforderungen stehe: "Corona-Krise, Klimawandel, Energiepreiskrise und Inflation, das wird nicht einfach." Vom Krieg Russlands gegen die Ukraine ganz zu schweigen. "Den Spruch ,Soziale Politik für dich' umzusetzen, das ist wichtig", sagt er mit Blick auf den Bürgermeister: "Bovenschulte kennt die Menschen in Bremen und Bremerhaven, und er hört ihnen zu. Es ist Zeit für Zusammenhalt in der Gesellschaft, aber auch, dass wir zusammenhalten." Applaus.

Überhaupt wurde viel geklatscht in dieser Versammlung, in deren Mittelpunkt Bovenschultes kritische Rückschau auf die Opposition stand, aber vor allem sein Ausblick auf den Entwurf des Wahlprogramms, der am 4. Februar auf den Tisch kommen soll. Ehe der konkurrenzlose Kandidat das Mikrofon erreichte und für 57 Minuten unangefochten – von Applaus abgesehen – den Ton angab, zuckten noch zehn Zitate von Parteikolleginnen und -kollegen mit zehn guten Gründen für Andreas Bovenschulte als Spitzenkandidaten über die Bühnenleinwand. Bundeskanzler Olaf Scholz hält den Bremer für "ein Vorbild". Und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: "Bovi ist, glaube ich, in Bremen sehr anerkannt", was "auch in Ministerpräsidenten-Kreisen" gelte.

"Auf den Punkt gebracht", formuliert Bovenschulte seine Ziele unter vier Titeln: "Eine starke Wirtschaft mit guten Arbeitsplätzen und fairen Löhnen. Ein soziales Miteinander: gleiche Chancen und gleicher Respekt. Innovation, Klimaschutz und digitaler Fortschritt. Sicherheit und Sauberkeit in unseren Quartieren." Beispielsweise will er schon zu Beginn der Legislaturperiode ein "Programm Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt" auflegen. Um "den Rückstand" zu anderen Bundesländern aufzuholen, "machen wir das zur Chefsache", sagte er. "Ich habe den Ehrgeiz, Bremen damit zum Vorbild in Sachen Geschlechtergerechtigkeit zu machen."

Und wenn Bremen in der Lage gewesen sei, 100.000 Schülerinnen und Schüler mit Tablets auszustatten, "dann sollten wir auch in der Lage sein, für einen Laptop auf jedem Streifenwagen und für Smartphones für unsere 3000 Polizistinnen und Polizisten zu sorgen." Ähnliches gelte für die Schutzausrüstung der Feuerwehr und die Arbeitsbedingungen der Rettungsdienste.

Wie Bovenschulte das alles angehen will? "In der Krise haben wir gelernt, wie wir am erfolgreichsten sind. Wir stehen für eine solidarische Gesellschaft", sagt er. "Wir machen den Menschen Mut, wir sind verlässlich, wir führen zusammen, wir sind für alle da und wir werden kämpfen."

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