Spitzenkandidatin Lencke Steiner im Fokus Bremer FDP startet Kampagne zur Bürgerschaftswahl

Die FDP beginnt ihre Kampagne zur Bürgerschaftswahl. Am Donnerstag präsentierte sie ihre drei zentralen Großflächenplakate. Die Wahlwerbung der Liberalen ist auf Spitzenkandidatin Lencke Steiner zugeschnitten.
21.03.2019, 19:46
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Bremer FDP startet Kampagne zur Bürgerschaftswahl
Von Norbert Holst

Lencke Steiner diskutiert stark gestikulierend mit Studenten, Lencke Steiner sitzt in legerer Kleidung lässig auf historischem Rathaus-Mobiliar und schaut auf ihr Handy, Lencke Steiner redet sichtbar konzentriert mit einem Mann. Das sind die drei Hauptmotive für die FDP-Kampagne zur Bürgerschaftswahl. Am Donnerstag präsentierte die Partei vor dem Theater am Goetheplatz die Großflächenplakate – mit einer Sondergenehmigung. Denn an Straßen und Plätzen dürfen die Riesenplakate erst ab Ende März zu sehen sein, für Wahlwerbung gibt es nun einmal rechtliche Vorgaben.

Seit November hat die Bremer FDP-Spitze zusammen mit der Werbeagentur Heimat Berlin an dieser Kampagne gewerkelt, so manche Idee wurde geboren – und wieder verworfen. Herausgekommen sind die drei Hauptmotive für die Großplakate. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber feststellen lässt sich: 08/15 sind diese Plakate nicht. Sie beruhen auf Schwarz-Weiß-Fotos, Slogans und Parteilogo sind in Magenta und Gelb gehalten.

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Das Plakat mit dem Motiv aus dem Rathaus spricht mit – für heutige Zeiten – ungewöhnlich viel Text die Schwerpunktthemen der FDP im Wahlkampf an: Bildung, Verkehr, Sicherheit, Wirtschaft. Die beiden anderen Plakate werben hingegen mit eingängigen Sprüchen. Auf dem Bild mit den Studenten der Bremer Uni etwa steht „Es geht um Euch.“

„Es geht nicht darum, ob Carsten Meyer-Heder oder Carsten Sieling in Bremen regiert, sondern Bremen muss diese Wahl gewinnen“, sagt Spitzenkandidatin Steiner. Die FDP will, so wie auf dem Rathaus-Plakat, bestimmte Wählergruppen direkt ansprechen: Die junge Generation, die ihre Chancen sucht. Ältere Menschen, die sich Tag und Nacht sicher fühlen wollen. Autofahrer, die keine Lust haben, im Stau zu stehen. Arbeitnehmer, die gerne ihren Job machen und etwas leisten wollen.

Freie Demokraten haben ihr Programm geschärft

Die FDP habe in den vergangenen Monaten ihr Programm geschärft, sagt Hauke Hilz, Bremer Landeschef der Liberalen. Nun sollen die Plakate diese Botschaften transportieren. Dass, entgegen früherer Überlegungen, die Wahlkampagne nun doch stark auf Steiner zugeschnitten ist, hält Hilz für zeitgemäß: „Wir stellen sie gerne in den Mittelpunkt.“

Geradezu „sensationell“ findet Bundesgeschäftsführer Marco Mendorf die Wahlwerbung der Bremer. „Die Botschaft und die Kandidatin – das passt“, sagt er. Steiner komme auf den Plakaten engagiert, sehr aktiv, aber und auch entspannt daher. Zur Bürgerschaftswahl 2015 hatte die FDP eine Kampagne mit sehr farbigen Motiven und flotten Sprüchen gefahren, ebenfalls mit Steiner im Mittelpunkt. Im Vergleich zum damaligen Wahlkampf ist die jetzige Aktion laut Mendorf „ein Sprung nach vorne“.

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Zur Kampagne gehört auch die Eröffnung einer Wahlkampfzentrale in der Innenstadt. Seit einigen Tagen gibt es den „Ideenhafen“ in der Martinistraße. Das Büro soll sowohl Anlaufstelle für Bürger sein, aber auch zentraler Ort für die Kandidaten der FDP und die Teammitarbeiter. „Das ist der Ort, wo alles zusammenläuft und wo alles geregelt wird“, erklärt Sprecher Tim Alexander Abitzsch.

FDP will zweistelliges Ergebnis einfahren

Ein zweistelliges Ergebnis wollen die Freien Demokraten einfahren. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 kamen sie auf 6,6 Prozent der Stimmen. In der im Februar veröffentlichten Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag des WESER-KURIER lag die FDP bei sechs Prozent. Die Partei setzt daher auch auf Unterstützung durch Bundesprominenz.

So kommt am 24. April der Vize-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki, Mitte Mai wird die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, die Hamburgerin Katja Suding, in der Hansestadt erwartet. Und zum Wahlkampf-Finale am 23. Mai hat Parteichef Christian Lindner sein Kommen zugesagt. Generalsekretärin Nicola Beer, die Spitzenkandidatin für die Europawahl, wird ihn begleiten.

Am 26. Mai ist dann der Tag der Entscheidung. Bis dahin wartet auf Steiner, Hilz und ihr Team noch jede Menge Arbeit, um das Wahlziel zu erreichen. Steiner: „Wir haben uns ganz viel vorgenommen.“

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