Schulleitungen schließen sich zusammen

Kritik an Öffnungsplänen für Schulen und Kitas in Bremen

Gegen die vorzeitige Komplettöffnung von Grundschulen und Kitas gibt es weiter Widerstand. Nun melden sich die Grundschulleitungen aus dem Bremer Westen und die Zentralelternvertretung der Kitas.
21.02.2021, 05:00
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Kritik an Öffnungsplänen für Schulen und Kitas in Bremen
Von Frank Hethey
Kritik an Öffnungsplänen für Schulen und Kitas in Bremen

Die Grundschulleitungen aus dem Bremer Westen und die Zentralelternvertretung der Tageseinrichtungen für Kinder fordern, Unterricht und Betreuung vorerst nur in Halbgruppen durchzuführen.

Robert Michael / dpa

Die Pläne der Bildungsbehörde, ab dem 1. März in den Grundschulen bei voller Klassenstärke zur Präsenzpflicht und in den Kitas zum eingeschränkten Regelbetrieb zurückzukehren, stoßen auf weiteren Widerstand. Nun haben sich 13 Grundschulleitungen aus dem Bremer Westen und die Zentralelternvertretung (ZEV) der Tageseinrichtungen für Kinder zu Wort gemeldet und fordern ein behutsames Vorgehen mit Halbgruppen-Modellen.

Die aktuelle Entscheidung sei „schwer tragbar und wenig nachvollziehbar“ schreiben die Schulleitungen in einem Brief an Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) mit Hinweis auf die Virusmutanten. „Vier weitere Wochen Halbgruppenunterricht, zwei Wochen Osterferien, danach die Öffnung“, lautet der Gegenvorschlag.

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Eine ähnliche Forderung stellt die ZEV als Interessenvertretung von Eltern und Kindern in Krippen, Kitas und Horten auf. Der aktuelle Reaktionsstufenplan müsse ergänzt werden, heißt es in einem Papier zur Situation unter Pandemiebedingungen. „Wir fordern die Implementierung einer weiteren Stufe, die sich am schulischen Wechselmodell in Halbgruppen orientiert“, schreiben die Verfasser um Vorstandsvorsitzende Ann-Kathrin Rohde.

Die Halbgruppen könnten bei mehr als einer Fachkraft pro Gruppe im täglichen oder wöchentlichen Wechsel umgesetzt werden, unter Umständen seien zusätzliche Räume für die Kinderbetreuung umzuwidmen. Bei weniger Personal sei zu prüfen, ob ein- und dieselbe Fachkraft unterschiedliche Halbgruppen betreuen könnte.

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Die Schulleitungen betonen, Halbgruppenunterricht sei keine Schulschließung und auch kein Verzicht auf das Betreuungsangebot. Vom Senat fühlen sich die Schulleitungen übergangen, sie vermuten „starken politischen Druck“ hinter der Entscheidung für eine komplette Öffnung. Es seien klare Konzepte für eine Präsenzpflicht bei gleichzeitigem Halbgruppenunterricht erarbeitet worden. Mehr Flexibilität statt pauschale Maßnahmen fordert die ZEV, Träger und Einrichtungen müssten „kreativ und lösungsorientiert einrichtungsscharf optimale Betreuungsangebote schaffen“.

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