Festival Maritim Shantys am Flughafen

Die kanadische Band Tipsy 3 hat mit einem Konzert am Flughafen einen Vorgeschmack auf das Festival Maritim gegeben. Von Freitag bis Sonntag spielen mehr als 30 Bands gut 170 Konzerte in Vegesack.
30.07.2019, 19:02
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Von Jakob Milzner

Am Wochenende steigt in Vegesack die 21. Ausgabe des Festival Maritim, doch schon am Dienstag wurde als kleiner Vorgeschmack ein Konzert der Band Tipsy 3 am Bremer Flughafen veranstaltet – nur wenige Minuten, nachdem die drei Kanadierinnen aus ihrem Flieger gestiegen waren.

Falls die Musikerinnen von ihrer langen Anreise aus Montreal erschöpft waren, ließen sie sich das zumindest nach außen hin nicht anmerken: Mit Geige, Akkordeon und Keyboard verwandelten Tipsy 3 den Ankunftsbereich des Bremer Flughafens für eine kurze Weile in eine Seemannskneipe klassischer Couleur. Überrascht von der spontanen Aktion dauerte es eine Weile, bis sich um die Band eine Reihe von wartenden Fluggästen scharte, die dem Rhythmus des Dreiergespanns dann aber nicht lange widerstehen konnten.

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Auf dem internationalen Festival Maritim spielen mehr als 30 Gruppen aus aller Welt, deren gemeinsames Element die Verbundenheit mit dem Meer und der Seefahrt ist. So reise die niederländische Band Seyl & Treyl sogar eigens mit dem Segelboot an, erzählt Fritz Rapp, der das Festival mitorganisiert. "Wir freuen uns auf die ganze Atmosphäre auf dem Festival", sagt Rapp, der gemeinsam mit Festival-Organisatorin Henrike Peitz und Heiko Dornstedt, Leiter des Ortsamts Vegesack, als Begrüßungskomitee zum Flughafen gekommen war.

Für Tipsy 3 war es nicht nur das erste Konzert auf einem Flughafen, sondern zugleich das erste Konzert in Deutschland, erzählt Geigerin Jocelyne Bourque. Mit Sicherheit wird es aber nicht das letzte sein: Allein innerhalb des Festival Maritim werden die Kanadierinnen ihre tanzbaren Songs auf insgesamt sieben Konzerten zum Besten geben. Die drei Frauen verbindet dabei eine lange Traditionen mit ihren Instrumenten: Schon ihre Eltern hätten das jeweilige Instrument gespielt, erzählen sie. Die Veranstalter des Festivals erwarten insgesamt mehr als 100 000 Besucher – immerhin knapp das Dreifache der Einwohner, die im Stadtteil Vegesack leben.

Und die Besucher bekommen dabei auch einiges geboten: Neun Open-Air-Bühnen und fünf weitere Orte bieten Platz für gut 170 Konzerte. Dabei können sich die Besucher selbst davon überzeugen, wie vielseitig sich die musikalische Auseinandersetzung mit der See anhören kann. Das Spektrum reicht von Folk und Bluegrass über klassische Shantys bis hin zu gefühlvollen Seemannsballaden.

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„Auf alle 32 Gruppen freue ich mich. Weil überhaupt das Zusammenspiel mit allen Gruppen eigentlich das ist, was das Festival ausmacht“, sagt Fritz Rapp über das Konzept des Festivals. Die musikalischen Darbietungen werden begleitet von einem Programm: Neben zahlreichen Ständen mit Essen und Trinken wird es unter anderem Schiffstouren, einen ökumenischen Gottesdienst und am Sonnabend um 22 Uhr eine farbenfrohe Wasser-Licht-Installation am Vegesacker Hafen geben.

Der krönende Schlusspunkt wird dann am Sonntagabend mit dem sogenannten Shanty-Slam gesetzt: Dazu betreten alle Gruppen noch einmal die Hauptbühne, um bei einem gemeinsamen Konzert alles rauszuhauen, was vorher noch nicht verpulvert wurde. Das Feuerwerk auf der Bühne geht dann nahtlos in ein Feuerwerk am Himmel über, das die Weser am Ende in feuriges Licht taucht.

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