Umfrage in der Innenstadt Das halten Bremer vom möglichen Lockdown

Umfrage in der Bremer Innenstadt: So denken Passanten über einen drohenden Lockdown für Kneipen, Bars und Restaurants.
28.10.2020, 13:23
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Das halten Bremer vom möglichen Lockdown
Von Sigrid Schuer

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Beratungen mit den Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf diesen Mittwoch gelegt. Im Raum steht eine weitere Verschärfung der Maßnahmen wie die temporäre Schließung von Kneipen, Bars und Restaurants. Der WESER-KURIER hat sich bei Passantinnen und Passanten in der Innenstadt umgehört, was sie von den drohenden Verschärfungen halten.

Wer an den rasant steigenden Infektionszahlen schuld ist, darin sind sich alle Befragten einig: Privat-Partys sowie Menschen, die sich nicht an die Regeln halten wollen. Die Meinung ist einhellig: Es müsse nun mit Nachdruck dafür gesorgt werden, dass Verstöße geahndet werden. Der Tenor des „ARD-Deutschland-Trend“, der vom „Morgenmagazin“ in Auftrag gegeben worden war, geht in die gleiche Richtung: Die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sehr unzufrieden damit sei, wie überwacht werde, ob die Corona-Auflagen auch tatsächlich eingehalten werden.

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Alke Gusch ist aus Stuhr zu einem Bummel in die Bremer City gekommen. „Wir kennen in Stuhr so einige Gastronomen, die viel in ihre Lokale investiert haben. Denen wird doch die Schlinge um den Hals immer enger zugeschnürt. Eine erneute Schließung bedeutet für sie eine unheimliche Einschränkung“, sagt sie. Die Gastronomen hätten detaillierte Hygienekonzepte vorgelegt.

Der gleichen Meinung ist Anja Weigner, die gern mal in ein Restaurant oder ins Metropol Theater geht. Allmählich mache sich ein Gefühl des Eingesperrtseins breit, sagt sie. Anstatt die Gastronomen mit einer erneuten Schließung der Lokale zu belasten, hätten ihrer Meinung nach schon viel eher Urlaubsreisen ins Visier genommen werden müssen. „Wir sind schließlich in diesem Jahr auch nicht verreist“, sagt sie. Wie Gusch fürchtet auch sie eine Pleitewelle, sollte ein zweiter Lockdown kommen. Und Weigner fügt hinzu: „Die Menschen, die ohnehin wenig Geld haben und von der Arbeitslosigkeit bedroht sind, trifft es meistens am schlimmsten.“

Eine andere Meinung hat sich Mareike Feye zum Thema erneute Schließung von Restaurants gebildet: „Ich bin definitiv dafür, dass die Restaurants wieder schließen. Die Umsätze sind doch sowieso schon unterirdisch.“ Die junge Mutter, die auf dem Liebfrauenkirchhof unterwegs ist, ergänzt, dass ihre Eltern im Ratskeller arbeiteten. „Es muss jetzt darum gehen, sehr wachsam zu sein, um einen weiteren Anstieg der Corona-Infektionen zu bremsen“, sagt sie. Dass sich viele Menschen in ihrem Umfeld einschränken, daran führe nun mal kein Weg vorbei, sagt sie weiter. Damit ist sie sich mit der Mehrheit von 75 Prozent der im Deutschland-Trend befragten Bundesbürger einig.

Auch die Meinung von Detlev Kalter zu möglichen neuen Einschränkungen ist eindeutig: „Warme Jacken kaufen und so viel wie möglich nach draußen verlegen.“ Er plädiert dafür, auch Kultureinrichtungen genauso wie Restaurants bei einer beschränkten Besucherzahl geöffnet zu lassen. Denn in beiden Bereichen gebe es schließlich entsprechende Hygiene-Konzepte. Die Sperrstunde hält er in Kneipen und Bars für sinnvoll.

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Auch Kathrin Augustin, in der Mittagspause mit ihrem Kollegen in der City unterwegs, ist sich der möglichen Konsequenzen einer erneuten Schließung bewusst. Sie erachtet eine Sperrstunde für richtig, fände es allerdings gut, wenn Restaurants tagsüber geöffnet bleiben könnten.

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