Anbieter weiten Geschäftsgebiet aus E-Roller Angebot in weiteren Bremer Stadtteilen

Als vor zwei Jahren in Deutschland der E-Roller-Verleih startete, ließ sich Bremen im Gegensatz zu anderen Städten Zeit mit der Erlaubnis. Nun sollen Roller in weiteren Bremer Stadtteilen angeboten werden.
01.06.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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E-Roller Angebot in weiteren Bremer Stadtteilen
Von Florian Schwiegershausen

Der E-Roller-Verleih wird in Bremen ausgeweitet, auf zusätzliche Stadtteile. Das haben die beiden Anbieter Tier und Voi dem WESER-KURIER mitgeteilt. Der Verleiher Tier will sein Geschäftsgebiet in diesen Tagen auf Hastedt erweitern sowie auf die Gartenstadt Vahr, die Neue Vahr Nord und die Neue Vahr Südwest. Zudem sollen Stadtwerder, Buntentor, die Gartenstadt Süd und Huckelriede hinzukommen. Im Westen geht es bald bis nach Woltmershausen, Rablinghausen und Gröpelingen.

Die Fahrt mit E-Rollern des schwedischen Unternehmens Voi ist bereits bis zum Bremer Airport möglich und bis zur Horner Mühle. Das hat der Anbieter erst vor wenigen Tagen freigeschaltet. Ebenso ist Woltmershausen per Leihroller erreichbar sowie Huckelriede, Hastedt, Teile von Hemelingen und Teile vom Lindenhofviertel in Gröpelingen.

250 Roller je Anbieter mehr

Damit haben die beiden Anbieter auch die Erlaubnis, die Zahl ihrer Roller jeweils von 500 auf 750 zu erhöhen. In den Großstädten um Bremen herum ist Tier in Oldenburg mit mehr als 200 Rollern unterwegs und in Hannover mit mehr als 1000 Geräten. In anderen deutschen Großstädten– darunter Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt – ist mit Bolt seit einigen Tagen ein neuer Anbieter hinzugekommen.

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Damit nehmen die elektrisch betriebenen Fahrzeuge in Bremen die nächste Stufe des Ausbaus. Vor knapp zwei Jahren begannen sich E-Roller in Deutschland zu verbreiten. Am 15. Juni 2019 trat die entsprechende Verordnung in Kraft, und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fuhr öffentlichkeitswirksam beim Pressetermin mit dem E-Roller durch die Gegend. Berlin gehörte zu den ersten deutschen Städten, in denen damals bis Ende Juni Dutzende von Rollern von verschiedenen Unternehmen auf die Straße gestellt wurden.

In Bremen begann das E-Roller-Zeitalter mit einigen Monaten Verzögerung. Ende November startete Voi mit 150 Rollern und wenige Tage später der Anbieter Tier. Verkehrsressort und Innenbehörde wollten den Anbietern nicht einfach so die Stadt überlassen. Sie wählten den Weg einer Sondernutzungserlaubnis. Auf diesem Weg machte Bremen Voi und Tier Auflagen - beispielsweise wurden in der Innenstadt Verbotszonen ausgewiesen. An diesem Vorgehen entzündete sich auch Kritik, da der Genehmigungsprozess einige Zeit in Anspruch nahm.

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Seit Jahresanfang hat Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen E-Roller aus den meisten Stadtteilen verbannt. Auch der einstige Vorreiter Berlin will denselben Weg einschlagen wie Bremen. Über eine Sondernutzungserlaubnis will die Stadt das unkontrollierte Wachstum der Anbieter eindämmen. In der Hauptstadt sind auch Parkverbotszonen für E-Roller vorgesehen.

Solche Sperrzonen gibt es Bremen von ­Beginn an. Der Sprecher des Bremer Verkehrsressorts, Jens Tittmann, sieht die Entscheidung seines Ressorts bestätigt: „Über die Erlaubnis haben wir eine bessere Handhabe und können darauf einwirken, wie und in welchem Gebiet die Anbieter die Roller aufstellen dürfen. An den Endhaltestellen von Bussen und Bahnen und neuralgischen Mobilitätspunkten können die E-Roller das bestehende Angebot ergänzen.“

Bremer Weg

Nesrin Kök-Evcil, Sprecherin des Innenressorts, erklärt: „Das Modell der Sondernutzungserlaubnisse wurde zuletzt vom Oberverwaltungsgericht Münster im Hinblick auf das Aufstellen von Leihfahrradstaffeln bestätigt, und auch immer mehr Städte haben sich dem bremischen Modell angeschlossen.“ Der Bremer Weg schaffe Verbindlichkeit, klare Regelungen und mache deutlich, dass es sich um eine kommerzielle Nutzung des öffentlichen Raums handele. „Die Nutzung ist gebührenpflichtig und deren Rahmen wird von der Kommune gesetzt.“ Die Ressorts stimmten sich ab und ständen in regelmäßigem Austausch mit den Anbietern. „Ein aktueller Erfolg dieser Strategie ist zum Beispiel die Einrichtung des Unfall-Unterstützungsfonds, der deutschlandweit einzigartig ist“, fügt Kök-Evcil an.

Die Stadt Bremen hat die Nutzungserlaubnis für Tier und Voi um zwei Jahre verlängert. Die E-Roller-Vermieter sehen in Bremen weiteres Entwicklungspotenzial. Voi-Sprecher Caspar Spinnen: „Langfristig ist für uns vor allem auch die Ausdehnung in weiter außerhalb gelegene Stadtteile und Bezirke von großem Interesse. Denn dort gibt es besonders viele Pendler, oft weniger Automobilverkehr, und der öffentliche Nahverkehr ist nicht immer so stark ausgebaut, wie in den Zentren.“ So könne es durchaus sein, dass Voi in absehbarer den Schritt nach Vegesack gehe.

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