Neuer Quartiersmanager Neustart in der Grohner Düne

Die Stelle des Quartiersmanagers in der Grohner Düne ist vergeben. Die Sozialbehörde rechnet damit, dass der neue Stelleninhaber seinen Job Mitte Januar antreten kann. Es bleibt aber bei einer halben Stelle.
02.01.2019, 14:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Sylvia Wörmke

Der Personalrat musste erst zustimmen. Außerdem waren im laufenden Verfahren weitere Vorschriften zu beachten. Grundsätzlich sieht es aber danach aus, dass es ab Mitte Januar in Grohn wieder einen Quartiersmanager oder eine Quartiersmanagerin geben wird. Es handelt sich jedoch nicht, wie vom Beirat Vegesack gefordert, um eine Vollzeitstelle. Zur Unterstützung wurde aber eine weitere halbe Stelle für einen Integrationsbeauftragten bewilligt. Marßel muss hingegen weiter auf einen Quartiersmanager warten. Die Besetzung der Stelle hat noch nicht geklappt.

572 Wohnungen mit knapp 2000 Bewohnern. Diese Ballung macht die Grohner Düne mit all ihren bekannten Randerscheinungen zu einem Wohnquartier, das Unterstützung von außen braucht. Bekanntlich soll sich die Düne schrittweise und mit kleinen Projekten verändern. Ein Senatskonzept kündigt neue Nutzungen im Erdgeschoss an und auch das Umfeld soll sich wandeln. 2019 soll unter anderem an der Neugestaltung einer neuen Grünanlage gearbeitet werden. Viele Jahre haben hier Quartiersmanagerinnen Projekte umgesetzt und den sozialen Zusammenhalt dadurch gestärkt.

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Doch die Stelle des Quartiersmanagers in der Grohner Düne – beziehungsweise andauernde Vakanzen und der häufige Wechsel – ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen den Vegesacker Kommunalpolitikern und der Sozialbehörde. Denn als die Stelleninhaberin Katrin Höppner im August 2016 nach Osterholz-Tenever wechselte, geschah in Grohn lange nichts. Rund ein Jahr später gab es endlich eine Nachfolgerin, die aber nach wenigen Monaten wieder in Mutterschutz und Elternzeit ging. Für sie kam im Anschluss zwar eine befristete Vertretung, doch erneut sorgte die Familienplanung dafür, dass die Aufgabe nicht kontinuierlich besetzt werden konnte. Zum einen wird die ursprüngliche Quartiersmanagerin die Stelle in Grohn nicht wieder antreten, wie es in einem Schreiben aus dem Sozialressort an Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt heißt. Und auch nur bis Ende 2018 nehme der Vertreter die Aufgaben wahr.

Der Beirat Vegesack schaltete sich darum unlängst mit der Forderung an die Sozialbehörde ein, „das Besetzungsverfahren unverzüglich auf den Weg zu bringen“. Mit einer halben Stelle, rund 20 Stunden, war der Beirat auch nicht einverstanden. Im September kam die Antwort aus dem Ressort. Zu dem Zeitpunkt war laut Behörde das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen. Bewerbungsgespräche wurden angekündigt.

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„Eine Aufstockung auf eine Vollzeitstelle konnte vor dem Hintergrund nicht vorhandener Haushaltsmittel nicht realisiert werden“, wurde gleichzeitig mitgeteilt und das Bemühen in Aussicht gestellt, „dass eine weitergehende Lösung in Form einer zusätzlichen halben Stelle zur Unterstützung des Quartiersmanagements in Grohn“ gesucht wird.

Das ist gelungen. Auf Nachfrage teilt Bernd Schneider, Sprecher der Sozialsenatorin Anja Stahmann (Die Grünen) mit: „Eine weitere halbe Stelle wird in Grohn mit dem Schwerpunkt „Integration Geflüchteter“ eingerichtet.“ Nach Informationen unserer Zeitung ist geplant, dass der Stelleninhaber oder die -inhaberin auch ihren Platz in der Grohner Düne erhalten wird. Diese Person soll als erste Anlaufstelle für Geflüchtete Beratungen übernehmen und Orientierung anbieten. Die Bewerbungsgespräche sind laut Schneider abgeschlossen. Die Stelle werde zum Jahresanfang besetzt. Das gelte ebenso für das Quartiersmanagement.

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Weitere Informationen könne er aus Datenschutzgründen noch nicht geben. Das Verfahren sei formal noch nicht abgeschlossen. Unter anderem müsse die gesetzliche Klagefrist gegen die Entscheidung abgewartet werden. Er kann nur mitteilen, dass mehrere Bewerbungen auf die Stelle so gut passten, dass die Interessenten zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden.

In Marßel gab es nach dem Abschied von Ninja Kaupa, die zugleich Quartiersmanagerin in Marßel und Leiterin des Hauswirtschaftsmuseums Köksch un Qualm war, schon sehr früh einen Interessenten für die Stelle. Die Behörden hatten schon zugestimmt. Dann aber klappte es doch nicht. „Für Marßel war eine sehr gute Lösung gefunden worden, die aber leider in letzter Sekunde abgesagt wurde.“ Mehr möchte Schneider mit Verweis auf den Datenschutz auch hierzu nicht sagen, „wir werden uns erneut um eine Lösung bemühen, es gibt aber noch keinen konkreten Termin“. Eine mögliche Lösung für das Dilemma der halben Stelle in Grohn und der Vakanz in Marßel wäre es aus Sicht von Beteiligten, die beiden Stellen der Quartiersmanager zu einer zusammenzuführen. Über diese Variante ist laut Schneider bislang noch nicht diskutiert worden.

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