Rückblick

Von 1937 bis heute: Diese Nordderbys bleiben in Erinnerung

Die Geschichte des Nordderbys zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV kennt viele Höhepunkte, aber auch dramatische und traurige Momente. Ein Rückblick auf Begegnungen, die in Erinnerung bleiben werden.
18.09.2021, 08:43
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Von dpa

DER BEGINN

13. März 1937: Das erste Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen wird notiert. In der Vorrunde der norddeutschen Meisterschaft gewinnt der HSV gegen Werder mit 4:1.

BUNDESLIGA-PREMIERE

12. Oktober 1963: Erstmals treffen beide Teams in der Bundesliga aufeinander. Die Bremer gewinnen mit 4:2, dreimal trifft „Pico“ Schütz.

DOPPELTE SCHMACH

27. November 1971: Der HSV gewinnt sein Heimspiel mit 2:1. Damit nicht genug – in der zweiten Halbzeit muss Werder in HSV-Trikots mit der Raute auf der Brust spielen. Grund: Die Leibchen der Bremer waren nur schwer von denen des HSV zu unterscheiden.

MEISTERRAUSCH

15. Mai 1982: Unter Trainer Ernst Happel fegt der HSV die Grün-Weißen mit 5:0 aus dem Stadion und wird deutscher Meister.

SCHWARZER TAG

16. Oktober 1982: Vor dem Pokalspiel kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Clubs. Der 16-jährige Bremer Adrian Maleika wird von einem Stein am Kopf getroffen. Die Folgen: Schädelbasisbruch, Hirnblutungen. Am nächsten Tag stirbt er. Maleika ist das erste Todesopfer nach Krawallen von Fußball-Hooligans in Deutschland.

FOTOFINISH

Saison 1982/83: Die Nordrivalen liegen Kopf an Kopf im Kampf um den Titel. Beide gehen mit 52:16 Punkten durchs Ziel. Weil er eine um acht Treffer bessere Tordifferenz hat, schnappt sich der HSV die Meisterschale. Hätte es damals schon die Drei-Punkte-Zählweise pro Sieg gegeben, wäre Werder Meister geworden. Kleiner Trost: Am 29. Januar 1983 beenden die Bremer mit einem 3:2-Sieg die damalige Rekordserie des HSV von 36 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage.

SÜßE PLEITE

14. Mai 1988: Werder unterliegt dem HSV zu Hause mit 1:4. Die Bremer jubeln trotzdem: Sie sind deutscher Meister.

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MANN AM HAKEN

20. September 1989: Bei einer Rettungsaktion im Derby rutscht HSV-Abwehrspieler Ditmar Jakobs ins Tor und rammt sich einen Karabinerhaken in den Rücken. Der Teamarzt muss ihn mit dem Skalpell aus dem Rücken schneiden. Jakobs kommt in die Klinik. Die Verletzung ist so schwerwiegend, dass er seine Profikarriere beenden muss.

UNTERGANG

29. Mai 1993: Werder deklassiert den HSV am vorletzten Spieltag mit 5:0. Dadurch ziehen die Bremer in der Tabelle an Bayern München vorbei und werden eine Woche später deutscher Meister. Die höchste Hamburger Niederlage in der Derby-Geschichte folgt aber erst am 1. Mai 2004: Da gewinnt Werder mit 6:0 und wird am Ende wieder Meister.

KUNG-FU-WIESE

7. Mai 2008: Werder-Torwart Tim Wiese springt Ivica Olic mit gestrecktem Bein brutal an den Hals. Der geht zu Boden, kann aber weiterspielen. Für Wiese gibt es nur Gelb. Bremen gewinnt mit 1:0.

VIER DUELLE

22. April bis 10. Mai 2009: In vier Spielen binnen 19 Tagen demütigt Werder den HSV. Die Grün-Weißen schmeißen die Hamburger im Halbfinale aus dem DFB-Pokal, schnappen ihnen in zwei UEFA-Cup-Halbfinals das Endspiel weg und verbauen ihnen in der Meisterschaft die Chance auf einen Champions-League-Platz. „Dieses Trauma wird aus der Geschichte des HSV nicht mehr zu tilgen sein“, jammert Club-Chef Bernd Hoffmann. Werder-Kapitän Torsten Frings frohlockt: „Wir haben den Hamburgern alles versaut, was man ihnen versauen kann.“

PAPIERKUGEL

7. Mail 2009: Der legendäre Vier-Spiele-Spießrutenlauf hat einen Hauptdarsteller: die Papierkugel. Im UEFA-Cup-Rückspiel lenkt eine von einem HSV-Fan geworfene Papierkugel den Ball zur Ecke ab. Prompt folgt das entscheidende dritte Bremer Tor (Endstand 2:3). Noch heute schwören die HSV-Fans: „Die Kugel stand abseits.“

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JUBILÄUM

1. März 2014: Das 100. Aufeinandertreffen gewinnt Werder mit 2:1.

RÜCKKEHR

22. April 2016: Erstmals seit 48 Jahren gewinnt der HSV beide Bundesliga-Duelle einer Saison.

ABSCHIED

24. Februar 2018: Werder nimmt mit einem 1:0-Sieg Abschied vom Bundesliga-Dino HSV, der zwölf Wochen später absteigt.  

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