Polizeiaktion gegen Fans Werder gegen Wolfsburg in der Vergangenheit als "Rot-Spiel" eingestuft

Die Polizeiaktion gegen Werder-Fans in Wolfsburg hat viele Anhänger und Funktionäre verärgert. Es wird gefordert, dass die Kontrollen aufgearbeitet werden. Nun gibt es neue Erkenntnisse vom Innenministerium.
10.08.2022, 13:28
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Von mbü/dpa

Noch immer läuft die Aufarbeitung der Wolfsburger Polizeiaktion vom vergangenen Samstag, als am dortigen Hauptbahnhof zahlreiche Fans des SV Werder Bremen festgesetzt worden waren und sich einer Personalien-Kontrolle hatten unterziehen müssen. Am Mittwoch hat sich nun das niedersächsische Innenministerium zu den Ereignissen geäußert: „In den Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 waren die Begegnungen dieser beiden Mannschaften in Wolfsburg durch die Polizei bereits als sogenanntes Rot-Spiel eingestuft.“ Vertreter der jeweiligen Vereine hatten diesbezüglich zuletzt noch andere Aussagen getroffen, die Begegnung selbst aufgrund der Erfahrungen der Vorjahre mit „grün“ eingestuft und das Vorgehen der Beamten in Wolfsburg daher scharf kritisiert.

Etwa 270 Bremer Ultras hatten sich aus Protest gegen die Kontrolle dazu entschieden, noch vor dem Spiel zurückzureisen, während die Polizei via Twitter als Grund für die Aktion angab, „Auseinandersetzungen von Fangruppierungen“ verhindern zu wollen. Auch mit der Gefahr durch das Abbrennen von Pyrotechnik wurde die Maßnahme später seitens der Behörde gerechtfertigt. Unklar ist, warum es in den beiden Saisons, die vom Innenministerium angegeben wurden, nicht schon vergleichbare Aktionen bei einer wohl derartigen Brisanz gab. Auch warum aktuell ausschließlich Werder-Fans intensiv unter polizeilicher Beobachtung standen, ist in diesem Zusammenhang unklar.

Ich darf daran erinnern, dass es bei dem Spiel Cottbus gegen Bremen heftigste Exzesse mit Pyrotechnik gegeben hat.
Innenminister Boris Pistorius

Unterdessen hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Hannover erklärt: "Es kristallisiert sich heraus, und das werden wir sorgfältig prüfen und entsprechend Schlüsse ziehen, dass man möglicherweise nicht alles so hätte machen müssen und vor allem hätte man es besser kommunizieren müssen, als es geschehen ist." Beendet war das Thema für den Politiker damit aber nicht. "Das muss aufgearbeitet werden, und das werden wir sorgfältig tun, weil ich ein großes Interesse daran habe, Sicherheit in den Stadien zu gewährleisten", versprach Pistorius, der darauf verwies, dass aktuell ein Bericht im Landespolizeipräsidium ausgewertet werde.

Mit Blick auf die Pyro-Gefahr verteidigte er indes die grundsätzlichen Einschätzungen der Polizei: "Ich darf daran erinnern, dass es bei dem Spiel Cottbus gegen Bremen heftigste Exzesse mit Pyrotechnik gegeben hat und dass die Polizei Grund zu der Annahme hatte, dass sich das in Wolfsburg wiederholen könnte."

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