Vorstellung des Trainers Markus Anfang: Werder wird eine aufregende Herausforderung

Mit hohen Zielen stellte sich Werder Bremens neuer Trainer Markus Anfang am Sonntag in Bremen vor. Er möchte mit den Bremern zurück in die Bundesliga.
06.06.2021, 14:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Die erste große Hürde, gleich zu Beginn seiner Vorstellung als neuer Trainer des SV Werder Bremen, hat Markus Anfang am Sonntagmittag souverän genommen: An seiner Aussprache der allgemein gängigen norddeutschen Begrüßung gab es nicht das Geringste auszusetzen, was bekanntlich nicht bei jedem seiner Vorgänger der Fall gewesen war. „Moin, zusammen“, sagte der 46-Jährige, der Werder nach dem Abstieg während der kommenden Saison durch die 2. Bundesliga führen wird. Im Verlauf der knapp 45-minütigen Pressekonferenz wurde danach deutlich, dass Anfang die Aufgabe einerseits mit sehr viel Ehrgeiz angeht, dass er die Erwartungen an das neue Werder Bremen, das es für ihn nun aufzubauen gilt, aber auch nicht allzu hoch werden lassen wollte.

„Es wird eine aufregende Herausforderung, und ich freue mich riesig darauf“, betonte Anfang, den Werder vor knapp einer Woche vom künftigen Zweitliga-Kontrahenten Darmstadt 98 losgeeist hatte. Nach dem Anruf des Bremer Sportchefs Frank Baumann habe er nicht lange überlegen müssen, erklärte Anfang. „Für mich ist Werder Bremen ein besonderer Verein mit großer Strahlkraft. Ich habe direkt eine große Begeisterung gespürt.“ Die schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen Anfang nun seine Arbeit an der Weser aufnimmt, haben seine Euphorie nicht geschmälert. „Das Ziel ist, dass wir gemeinsam aus der schweren Situation herauskommen und etwas entwickeln“, sagte er. Aktiven, mutigen und offensiv ausgerichteten Fußball möchte Anfang in Bremen spielen lassen: „Wenn wir den Ball nicht haben, wollen wir ihn haben. Und wenn wir ihn haben, wollen wir Lösungsmöglichkeiten nach vorne finden.“ Bereits bei seinen bisherigen Zweitliga-Stationen in Kiel, Köln und Darmstadt hatte er sich mit diesem Ansatz einen Namen gemacht. Wie schnell seine Arbeit bei Werder Früchte tragen wird, wollte der Coach nachvollziehbarerweise nicht ankündigen. Schließlich weiß er selbst noch gar nicht, wie sein künftiger Kader im Detail aussehen wird.

„Es gibt da noch keine Klarheit, leider“, sagte Anfang. Mit Sportchef Baumann stehe er jedoch in sehr engem Austausch, um möglichst schnell eine Achse an Leistungsträgern bilden zu können. „Wir müssen viele Faktoren abdecken: Mentalität, Qualität, aber auch eine gewisse Stabilität. Spieler, die in der 2. Liga gezeigt haben, dass sie auf einem Topniveau agieren können, sind sicherlich nicht uninteressant für uns. Aber wir müssen sehen, was wir am Ende des Tages machen können“, erklärte er. Die große Ungewissheit in Sachen sportlicher Zukunft umweht das Weserstadion also auch zwei Wochen nach dem Abstieg weiter - und wird es sehr wahrscheinlich auch noch für längere Zeit tun. Beim Thema „direkter Wiederaufstieg“ blieb Anfang deshalb in der Defensive: „Ich würde nie etwas ausschließen, möglich ist das immer. Man sollte immer ein Ziel vor Augen haben, aber auch Realismus an den Tag legen.“ Die Wunden des Abstiegs seien noch sehr frisch. „Erstmal müssen wir sie schließen und dann einen Kader zusammenbauen, von dem wir sagen können, dass wir so ein Ziel vielleicht ausgeben können.“

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Bis es soweit ist, hat Markus Anfang noch allerhand Organisatorisches zu klären. Ab der kommenden Woche will er sich in Bremen auf Wohnungssuche begeben. Der 46-Jährige, der mit seiner Lebensgefährtin in einer Patchwork-Familie mit fünf Kindern lebt, wird zunächst alleine in den Norden kommen – und freut sich auf die neue Umgebung. „Ich habe mich auch in Kiel immer sehr wohl gefühlt. Hier ist es von den äußeren Gegebenheiten ja ähnlich“, sagte Anfang, für den die Sache mit dem „Moin“ in Bremen also gar keine große Umstellung gewesen war.

+++ Dieser Artikel wurde um 14.39 Uhr aktualisiert +++

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