Vor Hoffenheim-Spiel Warum sich Werner von der aktuellen Euphorie nicht ablenken lässt

Manch ein Werder-Fan träumt nach dem deutlichen Sieg über Mönchengladbach schon von Europa. Doch Trainer Ole Werner lässt sich von der Euphorie nicht mitreißen. Sein Fokus liegt nun auf Hoffenheim.
05.10.2022, 19:14
Lesedauer: 3 Min
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Warum sich Werner von der aktuellen Euphorie nicht ablenken lässt
Von Malte Bürger

Der SV Werder Bremen hat sich zuletzt alles andere als ermüdend präsentiert. Deswegen stehen derzeit ungeahnte Fantastereien hoch im Kurs: So sangen beim begeisternden 5:1 gegen Mönchengladbach etliche Fans schon vom Europapokal. Gesorgt hat dafür Ole Werner mit seiner Mannschaft. Dafür genügten mitreißende Spielzüge und konsequente Torabschlüsse. Die Erinnerungen daran zaubern vielen Fans auch Tage später noch ein ebenso seliges wie ungläubiges Lächeln ins Gesicht. „Ich werde und kann niemandem vorschreiben, was er träumen möchte oder zu träumen hat“, betonte Werders Coach. Er weiß, dass dieses Gefühl der Euphorie auch ganz schnell wieder verfliegen kann. Vielleicht schon am Freitag im Spiel gegen die TSG Hoffenheim (20.30 Uhr). Denn da hilft der Blick zurück eher wenig. So schön er auch sein mag.

„Es ist immer die Aufgabe, dass man sich möglichst schnell auf das konzentriert, was vor einem liegt und dann wieder bereit ist, alles zu investieren“, hob der 34-Jährige hervor. „Das ist aber nichts, wo wir noch einmal gesondert drauf eingegangen sind oder eingehen müssen. Aber es wird sich Freitag zeigen, inwiefern uns das gelingt.“

Die Hoffenheimer stehen zu Recht dort, wo sie stehen.
Ole Werner über den nächsten Gegner.

Denn natürlich will Werder weiter gute Partien abliefern, gern auch weiterhin begeistern. Schließlich ist das die wohl schönste Konstanz, die der Fußball so zu bieten hat. Doch einfacher werden die Aufgaben nicht. Die gastgebende TSG hat es momentan beispielsweise bis auf Tabellenplatz fünf geschafft. „Die Hoffenheimer stehen zu Recht dort, wo sie stehen“, urteilte Werner. „Das ist eine sehr spielstarke Mannschaft mit vielen guten Fußballern. Vom Spielstil her ist sie der Mönchengladbacher ganz ähnlich.“

Nach den jüngsten Erlebnissen muss das aus Werder-Sicht nicht die allerschlechteste Voraussetzung sein, doch der Bremer Cheftrainer schickte sofort ein "Aber" hinterher: „Auch Hoffenheim versucht, von hintenheraus ein Spiel zu entwickeln, besitzt dabei aber noch etwas mehr Flexibilität im Positionsspiel. Für meine Begriffe ist auf manchen Positionen auch noch etwas mehr Geschwindigkeit vorhanden“, zählte er auf. „Deshalb ist das vom Charakter her sicherlich eine ähnliche, aber auch schwierigere Aufgabe. Wir müssen gucken, dass wir die gleiche Aggressivität, Intensität, Kommunikation und den gleichen Mut im Ballbesitz auf dem Platz haben.“ Vier Faktoren also, die eine Formel ins Bremer Glück bilden sollen. „Wenn wir das hinbekommen und unseren Teil erfüllen“, unterstrich Werner, „dann kann das durchaus wieder ein enges Spiel werden.“

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Mit einem 5:1-Triumph im Rücken klingt diese Einschätzung reichlich untertrieben. Doch Ole Werner schaut lieber auf die Erfahrungen des bisherigen Verlaufs einer Saison, in die seine Elf ursprünglich mal als Außenseiter gegangen ist, sich nun aber in Windeseile den Respekt der Gegner und wichtige Punkte erspielt hat. Nicht irgendwie, sondern auf die ureigene Werder-Art. „Wir haben immer gesagt, dass wir einen aktiven und mutigen Fußball spielen wollen. Da ist es natürlich schön zu sehen, dass uns das in der Form auch gelingt“, lobte Clemens Fritz als Leiter Profifußball.

18 Treffer hat der Aufsteiger auf diese Art und Weise schon erzielt, lediglich der FC Bayern München ist ligaweit noch etwas gefährlicher unterwegs (23). „Wir bewerten das intern aber auch richtig. Wir haben natürlich gesehen, welch hervorragende Leistung wir gebracht haben und dass die Abläufe, die Ole und das Trainerteam mitgegeben haben, gepasst haben“, sagte Fritz. „Wichtig ist aber, dass wir das nicht als selbstverständlich annehmen.“ Deshalb wird hinter den Kulissen auch eher angespornt, denn applaudiert. „Es wird weiterhin von uns eine hohe Aktivität gefordert, um erfolgreich spielen zu können“, bekräftigte Fritz.
Denn anders geht es nicht.

Davon ist auch Ole Werner überzeugt. „Wir versuchen, offensiv zu spielen und in allen Spielphasen gefährlich zu werden“, erklärte er. „Es geht darum, den Spielern in Umschaltmomenten, aus dem Aufbau heraus oder bei Standardsituationen Lösungen mit an die Hand zu geben.“ Gegen Gladbach hat das fast in Perfektion funktioniert. Nun will Werder auch forsch in Sinsheim auftreten. „Wir haben viele Spieler, die in der Vorwärtsbewegung ihre Stärken haben, deshalb ist es nur folgerichtig, dass wir versuchen, solch einen Fußball auch zu spielen.“ Es ist auf jeden Fall einer, der an richtig guten Tagen zum Träumen animiert.

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