Online-Befragung

So denken die Bremer über ihre Innenstadt

Schlechte Aussichten für die Bremer Innenstadt: Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer an einer Online-Umfrage geht davon aus, dass es künftig deutlich weniger Einkaufsmöglichkeiten geben wird.
19.08.2020, 05:00
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So denken die Bremer über ihre Innenstadt
Von Marc Hagedorn

Die Bremer sorgen sich um die Zukunft der Innenstadt als Einkaufsort. 94 Prozent aller Teilnehmer an einer repräsentativen Online-Umfrage sehen die Geschäfte in der City vom Onlinehandel bedroht. Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass es künftig deutlich weniger Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt geben wird.

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Wie schätzen die Menschen aus Bremen und umzu die Bremer Innenstadtentwicklung ein? Das wollte die Marktforschungsgesellschaft Media Opal im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem WESER-KURIER wissen. 726 Menschen ab 18 aus Bremen und dem Umland mit regelmäßiger Internetnutzung hatten sich dafür beim sogenannten Regionalpanel angemeldet. Darunter waren etwas mehr Männer als Frauen. Gut die Hälfte aller Teilnehmer war zwischen 18 und 49, die andere Hälfte über 50 Jahre alt.

Sie beantworteten unter anderem Fragen wie diese: Wo gehen Sie persönlich lieber einkaufen: in der City, im Weserpark, in der Waterfront, bei Dodenhof in Posthausen oder im Walle-Center? Fahren Sie lieber nach Oldenburg, Hamburg, Hannover oder bevorzugen Sie Bremen? Wie bewerten Sie die Bremer Innenstadt in Schulnoten? Wie finden Sie das Vorhaben einer autofreien Innenstadt zwischen Wall und Weser?

Herausgekommen sind einige interessante Ergebnisse für die Zeit bis Anfang August, also mitten aus der Corona-Krise. Die Annahme, dass in dieser Zeit deutlich mehr Menschen online eingekauft haben, trifft zumindest auf Bremer Nutzer und Onlinekunden aus dem Speckgürtel nur teilweise zu. Die deutliche Mehrheit von 61 Prozent hat in den vergangenen Monaten laut eigener Aussage genau so viel im Internet eingekauft wie vor Corona, 17 Prozent kaufen aktuell häufiger im Internet ein.

Die Hoffnung der Politik und damit auch der Händler und Gewerbetreibenden, die Konjunktur mit Hilfe der Mehrwertsteuersenkung anzukurbeln, bekommt nach den Ergebnissen unserer Umfrage einen Dämpfer: Obwohl die Konsumenten zurzeit drei Prozent Mehrwert sparen, planen 60 Prozent keine größere oder kostspielige Anschaffung wie zum Beispiel Möbel, Küchen oder Autos. Für acht Prozent der Befragten stellt die Mehrwertsteuersenkung einen Kaufanreiz da, 20 Prozent hat oder hatte für dieses Jahr ohnehin eine größere Anschaffung geplant.

Und eine letzte Erkenntnis: Wenn die Bremer shoppen, gibt es einige Einkaufszentren, die im Vergleich zur Innenstadt den Kürzeren ziehen. Zwar kauft gut die Hälfte der Bremer, die in der City regelmäßig unterwegs ist, auch im Hanse Carré, Roland Center, Werder Karree oder dem Einkaufspark Duckwitz ein, lieber aber gehen sie in die Innenstadt. Weit abgeschlagen sowohl bei der Beliebtheit als auch bei der Frequentierung ist das Lindenhof-Center in Gröpelingen. Auch das Walle-Center schneidet bei der Beliebtheit nicht besonders gut ab.

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