Beiräte Engagement ohne Mindestlohn

Das sagen die Beiräte Ute Reimers-Bruns, Torsten Bullmahn und Rainer Tegtmeier über ihre Arbeit als Ehrenamt.
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald

Was reizt Sie an der Arbeit im Beirat?

Ute Reimers-Bruns: Ich kann Entwicklungen, die den Stadtteil betreffen, begleiten und vorantreiben. Dabei ist mir wichtig, dass die Blumenthalerinnen und Blumenthaler gehört werden.

Torsten Bullmahn: Ich führe gerne Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern für die kommunalpolitische Arbeit. Das ehrenamtliche Engagement ist für unser demokratisches Gesellschaftssystem sehr wichtig.

Rainer Tegtmeier: Trotz unterschiedlicher politischer Grundansichten versuchen die Fraktionen im Beirat Burglesum, im Interesse der Bewohner möglichst an einem Strang zu ziehen. Daran wirke ich gerne mit.

Ist die recht zeitaufwendige ehrenamtliche Arbeit im Beirat neben dem Vollzeitjob überhaupt zu leisten?

Reimers-Bruns: Ja, obwohl Termine durchaus mal mit den beruflichen Aktivitäten kollidieren. Aber die Beiratsmitglieder können sich gegenseitig vertreten. Zudem sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, ihre Beschäftigten für die Beiratsarbeit freizustellen.

Bullmahn: Um gut organisiert zu sein, ist ein gutes Zeitmanagement wichtig. Die Beiratsarbeit wird täglich in irgendeiner Form ausgeübt. Sei es in Sitzungen, Veranstaltungen oder die Gespräche auf der Straße.

Tegtmeier: Als Rentner ist man flexibel. Für die Vorbereitung auf Beirats- und Ausschusssitzungen benötige ich einen Nachmittag pro Woche, für die Organisation des „Bürgerschnacks“ zwei bis drei Tage im Monat.

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Sind die Sitzungsgelder eigentlich angemessen?

Reimers-Bruns: Sie sind eine kleine Aufwandsentschädigung und nicht mehr. Wir sind schließlich keine Angestellten, sondern haben ein Ehrenamt inne.

Bullmahn: Ich flachse gern über Sitzungsgelder und sage, mit ihnen sei man finanziell aus dem Gröbsten raus. Nein, im Ernst, sie sind für mich nicht entscheidend. Mein Lohn ist die Dankbarkeit der Bürger.

Tegtmeier: Ich bekomme im Monat für die Sitzungen in den Gremien rund 100 Euro. Das ist umgerechnet auf die Arbeitszeit weniger als der Mindestlohn. Die Teilnahme an Veranstaltungen bedeutet zudem komplett unentgeltliche ehrenamtliche Arbeit.

Was ist gut am Stadtteilbudget?

Reimers-Bruns: Es ist gut, dass Beiräte über ein solches Budget verfügen können und überaus wichtig, das Geld nicht innerhalb eines Haushaltsjahres ausgeben zu müssen. Deshalb konnten wir ein Projekt wie den ersten E-Day auf dem ehemaligen BWK-Gelände finanzieren.

Bullmahn: Das Stadtteilbudget ist wichtig, um vom Beirat beschlossene Projekte zu realisieren. Der Beirat sollte mehr Entscheidungsfreiheiten erhalten, um mehr für den Stadtteil machen zu können.

Tegtmeier: Wir versuchen im Beirat Burglesum, fraktionsübergreifend möglichst an einem Strang zu ziehen. Das gilt auch bei der Verteilung der Mittel aus dem Stadtteilbudget. Es hilft uns, gezielt zu helfen.

Wie wichtig ist es, das Engagement von Bürgerinitiativen in die Beiratsarbeit einzubeziehen?

Reimers-Bruns: Auf jeden Fall sollte ihr Sach- und Fachverstand genutzt werden.

Bullmahn: Es ist wichtig, den Bürger mitzunehmen und zu versuchen, Dinge umzusetzen. Nur reden hilft keinem.

Tegtmeier: Ohne den gemeinsamen Kraftakt von Beirat und Bürgerinitiative würde es zum Beispiel das Grambker Seebad nicht mehr geben.

Das Gespräch führte Klaus Grunewald.

Info

Zu den Personen

Ute Reimers-Bruns von der SPD ist Sprecherin des Beirats Blumenthal. Die 55-jährige Diplom-Politologin führt seit Kurzem den SPD-Unterbezirk Bremen-Nord und bewirbt sich im Mai 2019 um ein Mandat in der Bremischen Bürgerschaft.

Rainer Tegtmeier ist einziger Vertreter der Partei „Die Linke“ im Beirat Burglesum. Der 72-jährige Kapitän gehört zu den Gründern des „Bürgerschnacks für Burg, Grambke, das Werderland und umzu“ und setzt sich damit „doppelgleisig“ für die Belange der Bewohner in diesen Burglesumer Ortsteilen ein.

Torsten Bullmahn ist CDU-Fraktionssprecher im Vegesacker Beirat. Der 47 Jahre alte Verwaltungsangestellte gehört dem CDU-Kreisvorstand Bremen-Nord an und engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Vegesack.

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