Bezirkssportanlage in Bremen-Grohn

Bremer Senat bezieht Stellung zum Oeversberg

Die FDP-Bürgerschaftsfraktion hat eine Anfrage zum Oeversberg gestellt, die der Senat nun beantwortet hat. Der Kreissportbund Bremen-Nord zeigt sich mit dem Papier allerdings nicht zufrieden.
09.12.2020, 07:00
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Senat bezieht Stellung zum Oeversberg
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Wie es mit der Bezirkssportanlage auf dem Oeversberg weitergeht, ist noch immer unklar. Deshalb hat die Fraktion der FDP eine kleine Anfrage in der Bremischen Bürgerschaft gestellt, die der Senat nun beantwortet hat. Der Kreissportbund Bremen-Nord zeigt sich enttäuscht von den Ausführungen der Behörde.

Wie berichtet, sollte die Zukunft des Oeversberg eigentlich im September Thema im Vegesacker Beirat sein. Doch die Behörden konnten keinen Ansprechpartner für das Gremium benennen. Das Sportamt verwies damals an die senatorische Behörde für Wissenschaft und Häfen und die wiederum an die Leitung der Jacobs University, die einen Teil des Geländes bebauen will. Am Ende kam niemand zu der Sitzung.

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Auch in der Senatsantwort werden nun wieder mehrere Verantwortliche genannt. „Verantwortliche Ansprechpartnerin für die Sportvereine ist die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport“, heißt es in dem Papier. Gehe es aber um vertragliche oder bodenrechtliche Fragen, die vorrangig mit der Jacobs University zu klären seien, wären die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa beziehungsweise die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) zuständig. Bei Fragen zur planungsrechtlichen Umsetzung der Neugestaltung und der städtebaulichen Integration der Sportanlagen sei wiederum das Bauamt Bremen-Nord erster Ansprechpartner.

Terminierung noch nicht möglich

Der konkrete Zeitplan für die Sanierung des Oeversberg geht aus der Senatsantwort ebenfalls nicht hervor. Sobald der Senat und die Fachdeputationen sich mit der Neugestaltung befasst haben, soll demnach die geplante dritte Zusammenkunft des Runden Tisches Oeversberg stattfinden. Darin integrierte werde die Bürgerbeteiligung zum entsprechenden Bebauungsplan 1246. „Eine Terminierung ist derzeit noch nicht möglich und abhängig von einer Grundsatzentscheidung zur weiteren Finanzierung und Entwicklung der Jacobs University“, steht in dem Papier. „Der aktuellen Pandemiesituation ist dabei Rechnung zu tragen.“

Allerdings ist laut Senat bereits einiges auf dem Oeversberg passiert. Die Rahmenplanung sei seit mehr als einem Jahr im Wesentlichen abgeschlossen. „Auch die ergänzenden Fachgutachten zum Lärmschutz, Natur- und Artenschutzrecht und zur Grünordnungsplanung liegen für die weitere Abstimmung zur Anpassung des Planungsrechts vor“, ist der Senatsantwort zu entnehmen. Nun müssten sich die beteiligten Senatsressorts noch mit der städtebaulichen Neuordnung befassen und eine entsprechende Beschlussfassung vornehmen. „Weiterhin bedarf es einer vertraglichen Vereinbarung der Stadtgemeinde mit der Jacobs University Bremen zum Rücktausch der Flächen und Flächenoptionen zur teilweisen Rückübereignung des Oeversberg für die Sportnutzung“, so das Papier.

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„Ich freue mich, dass nach langer Stagnation nun doch Bewegung in die Sportanlagen auf dem Oeversberg gekommen ist“, kommentiert Birgit Bergmann (FDP), Vorsitzende der Sportdeputation, die Senatsantwort. Staatsrat Jan Fries hätte sich zur Situation auf dem Oeversberg äußern müssen, was seit Monaten nicht geschehen sei. Enttäuscht zeigt sie sich aber darüber, dass nach wie vor mehrere Ressorts als Entscheidungsträger benannt werden. „Die Hoffnung, dass die Interessenvertreter vor Ort nach Beantwortung unserer Kleinen Anfrage nicht mehr von einem Ressort zum anderen springen müssen, ist damit nicht erfüllt worden“, so Bergmann.

Dass die Senatsantwort nicht deutlich macht, welches Ressort die Federführung für die Neugestaltung inne hat, kritisiert auch Reimund Kasper, der sich für den Kreissportbund Bremen-Nord um den Oeversberg kümmert. „Es ist wichtig, dass ein Ressort den Hut aufhat, etwa, wenn es darum geht, Mittel einzuwerben“, sagt er.

Pläne für die Jacobs University

Zudem vermisst er eine Aussage zur Zukunft des Oeversberg. Wie berichtet, soll die Jacobs University zu einem Forschungszentrum für künstliche Intelligenz werden. Ein deutsch-chinesisches Konsortium führender Software-Hersteller will dafür bei der privaten Hochschule einsteigen. „Bedeutet das, dass das Konsortium gänzlich auf den Oeversberg verzichtet? Oder behält es, so wie vereinbart, die Osthälfte? Oder beansprucht das Konsortium am Ende auch noch die westliche Fläche, die für den Sport vorgesehen ist?“, fragt sich der frühere Vizechef des Kreissportbundes. „Wir kommen von einem zum anderen Schwebezustand.“

Er habe großes Verständnis dafür, dass die Regierung sich nun vorrangig um die Corona-Pandemie kümmern müsse. „Ich habe aber kein Verständnis, wenn Sport und Beirat nicht offiziell über die Zukunft der Jacobs University informiert werden“, kritisiert er. Deshalb würde Reimund Kasper sich wünschen, dass das Sportressort die Vereine im Januar kommenden Jahres zu einer Digitalkonferenz einlädt und über das weitere Vorgehen informiert.

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