Neue Linien ab 30. März

Vorbereitungen für neues Busnetz in der Überseestadt laufen

Ab 30. März sind in der Überseestadt andere Buslinien unterwegs und die neue Straßenbahnlinie 5 fährt den Ortsteil vom Bahnhof aus an. Dafür werden nun Haltestellen neu eingerichtet beziehungsweise verlegt.
23.01.2019, 18:47
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Vorbereitungen für neues Busnetz in der Überseestadt laufen
Von Anne Gerling
Vorbereitungen für neues Busnetz in der Überseestadt laufen

Bevor am 30. März der Sommerfahrplan der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) in Kraft tritt, muss insbesondere in der Überseestadt noch die Infrastruktur nachgebessert werden. Denn der vorletzte Tag im März ist der Starttermin für die neue Straßenbahnlinie 5, die direkt vom Bahnhof aus die Überseestadt anfahren wird. Und: ergänzend dazu werden die Streckenführungen für die Buslinien 20, 26 und 28 geändert, um die Überseestadt zukünftig besser an Walle, Findorff und die Universität anzubinden.

Neue Schienen braucht es dafür zwar nicht – aber einige neue Haltestellen. So bekommt die zwei Kilometer lange Konsul-Smidt-Straße in der Überseestadt zwei zusätzliche Stationen und zwei bereits bestehende Stopps werden verlegt; 146 000 Euro sind für diese Maßnahmen veranschlagt worden. In der Bahnhofsvorstadt wiederum werden zwei Straßenbahnhaltestellen zu einer zusammengelegt, was 498 000 Euro kosten wird.

Bus und Bahn zur neuen Haltestelle Europahafen

Der Hintergrund: Um nicht mehr wie bisher täglich im Stau zu stehen, fährt die Buslinie 20 zukünftig vom Waller Ring aus nicht mehr in die Überseestadt hinein, sondern über den Steffensweg, die Hansestraße und das Hansator bis zu ihrer neuen Endhaltestelle „Europahafen“, wo ab Ende März auch die neue Straßenbahnlinie 5 auf ihrer Strecke zwischen dem Messe-Zentrum und dem Gröpelinger Depot Halt macht. Im nordwestlichen Teil der Überseestadt zwischen Europahafenkopf und Wendebecken will die BSAG stattdessen mit den Linien 26 und 28 zwei Buslinien einsetzen, die bisher nicht in der Überseestadt unterwegs waren.

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Für diese Linien werden entlang der Konsul-Smidt-Straße die neuen Stopps „Schuppen 3“ (Buslinie 28) und „Marcuskaje“ (Buslinie 26) eingerichtet. Der Haltepunkt Schuppen 3 entsteht genau dort, von wo aus laut Integriertem Verkehrskonzept (IVK) Überseestadt eines Tages eine Fußgänger- und Radwegbrücke über den Europahafen führen wird und somit ein kleiner neuer Verkehrsknotenpunkt geplant ist.

Die Haltestelle Marcuskaje wiederum wird in unmittelbarer Nähe des heutigen LKW-Parkplatzes auf dem Großmarktgelände angelegt. Dieser Standort ist ebenfalls sehr bewusst ausgewählt worden: Seit Längerem ist geplant, an dieser Stelle einen Supermarkt anzusiedeln. Läuft alles nach Plan, dann wird er ab Anfang nächsten Jahres gebaut.

Vorerst provisorische Gestaltung der Haltepunkte

Das Schuppen-3-Gelände ist bereits Baustelle; Investor Ingo Damaschke gestaltet bis voraussichtlich Mitte 2020 dieses Areal zum „Europaquartier“ mit 500 Wohnungen um. Nur der südöstliche, zum Schuppen 1 hin gelegene Teil des alten Lagergebäudes bleibt erhalten und kann später gewerblich genutzt werden. Laut Markus Hallenkamp, Leiter Strategische Planung bei der BSAG, wird sich im Zuge dieser Entwicklung auch der Straßenraum zwischen Marcuskaje und Schuppen 1 verändern: „Es wird dort in eineinhalb Jahren nicht mehr so aussehen wie heute.“ Aus diesem Grunde werde die Haltestelle Schuppen 3 nun auch noch nicht ihre endgültige Form erhalten.

Die Haltestelle Marcuskaje wiederum sei in Fahrtrichtung stadteinwärts schon heute vorhanden – nämlich in Form der Haltestelle „Überseetor“, die bereits vor drei Jahren provisorisch eingerichtet worden ist. Dieser Stopp bekommt nun den Namen Marcuskaje und ein Haltestellen-Pendant auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Halt Überseetor wiederum – der zukünftig sowohl von der Linie 26 als auch von der Linie 28 angesteuert wird – rückt von der Konsul-Smidt-Straße weg in die „gefühlte Mitte“ des Wohnquartiers unmittelbar am Überseetor / Franz-Pieper-Karree. Damit Busse hier in beiden Fahrtrichtungen gut stoppen können, wird in Fahrtrichtung Europahafen die Haltestelle unmittelbar an der Grünfläche eingerichtet und in Fahrtrichtung Hafenrandstraße in Höhe des Künstlerbedarfshandels Gerstaecker. Denn unmittelbar vor dem Hafenhochhaus sind Markus Hallenkamp zufolge Fußweg und Randbereich zu schmal, als dass eine Haltestelle dort Platz hätte.

Abstimmung mit Zech-Plänen notwendig

Auch das Areal am Europahafenkopf wird sich bekanntlich grundlegend verändern, wenn demnächst Unternehmer Kurt Zech damit beginnt, dort bis 2021 ein Ensemble aus vier Gebäuden zu errichten. Die Ausstellung mit den Plänen dafür ist bis zum 7. Februar im Foyer der Baubehörde an der Contrescarpe 72 zu sehen. Vor diesem Hintergrund – und weil dort zukünftig neben den Straßenbahnlinien 3 und 5 auch Busse der veränderten Linien 20 und 28 halten, die dort anders fahren beziehungsweise abbiegen als bisher die Linie 20 – muss auch die Bushaltestelle Konsul-Smidt-Straße nachgerüstet werden. So wird für die Linie 28 in Richtung Hafenrandstraße der Haltepunkt – der sich bislang unmittelbar vor der Kreuzung an der Konsul-Smidt-Straße befand – unter die Eisenbahnbrücke am Hansator verlegt. Die Linie 20 werde auf Höhe der Straßenbahnhaltestelle halten, so Hallenkamp: „Wir müssen gucken, wie das zu Kurt Zechs Plänen passt. Es macht keinen Sinn, dass wir da eine Großbaustelle haben und die Fahrgäste kommen nicht sicher über die Straße.“

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Eine deutlich aufwendigere Baumaßnahme ist in der Bahnhofsvorstadt geplant. Dort nämlich soll aus den beiden Straßenbahn-Haltestellen Doventorsteinweg und Daniel-von-Büren-Straße ein Stopp werden: Der neue Haltepunkt mit dem etwas sperrigen Arbeitstitel Daniel-von-Büren-Straße/Doventorsteinweg wird an der Daniel-von-Büren-Straße in Höhe Bilsestraße komplett neu gebaut und kann auf diese Weise zukünftig von den beiden Straßenbahnlinien 5 und 10 bedient werden. Hier würden in den Spitzenzeiten besonders viele Fahrgäste gezählt und mit der neuen Haltestelle gebe es zukünftig ein deutlich besseres Angebot für alle, die zwischen Hauptbahnhof und dem Technischen Bildungszentrum Mitte (TBZ) unterwegs seien, sagt Hallenkamp. Viel Strecke entfalle dadurch nicht: „Die 30 Sekunden zwischen den beiden Haltestellen reichen kaum für die Ansage.“

Deputation hat Mittel bewilligt

Wann mit dem Umbau begonnen wird, steht noch nicht fest. Die Planer veranschlagen jeweils 13 Wochen für Planung und Bau; und auch für die Abstimmung mit Ämtern und Beirat müsse Zeit eingeplant werden. Und, so Hallenkamp: „Die Maßnahme wird noch ausgeschrieben werden müssen, dabei sind Fristen im Vergaberecht zu beachten. Da wage ich noch keine Prognose.“

Die heutige Haltestelle Doventorsteinweg übrigens bleibt als Ausweichstrecke bei Störungen erhalten. Die Haltestelle Daniel-von-Büren-Straße/Kaufmannsmühlenkamp aber soll aufgegeben werden und könnte somit im Rahmen zukünftiger Straßennachbesserungen und Baumaßnahmen abgerissen werden.

Damit die neue Straßenbahnlinie 5 und die Busse der Linien 20, 26 und 28 in Zukunft zügig und sicher vorankommen, müssen außerdem entlang ihrem Verlauf 34 Ampelanlagen umprogrammiert und an der Einmündung Gustav-Deetjen-Allee/Hermann-Böse-Straße eine neue Ampel aufgestellt werden. Kostenpunkt für diese Arbeiten: 304 000 Euro.

Für das gesamte Maßnahmenpaket sind Mittel in Höhe von 948 000 Euro einkalkuliert worden. Die Stadt trägt hiervon 94 800, die restlichen 853 200 Euro sind Drittmittel vom Bund für Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr. Am 17. Januar hat die Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Landwirtschaft der Maßnahme zugestimmt und die das Geld bewilligt.

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