Miete verschlingt oft das halbe Monatsbudget Wenig Wohnungen für Studenten

Bremen. Manche quartieren sich in den ersten Wochen im Hostel ein, andere campierten anfangs gar am Unisee: Bezahlbarer Wohnraum in Uninähe ist für Studenten in Bremen oft schwer zu finden.
27.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Wenig Wohnungen für Studenten
Von Sara Sundermann

Bremen. Manche quartieren sich in den ersten Wochen im Hostel ein, andere campierten anfangs gar am Unisee: Bezahlbarer Wohnraum in Uninähe ist für Studenten in Bremen oft schwer zu finden. Es fehlen 600 Wohnheimplätze, sagt das Studentenwerk. Inzwischen kalkulieren die meisten Studierenden 300 Euro für Miete ein.

Die Mietpreise für die meisten Ein-Zimmer-Apartments oder WG-Zimmer bewegen sich in Bremen momentan zwischen 275 Euro und knapp 400 Euro. Ab und zu gibt es noch Glückstreffer für 200 Euro, doch insgesamt sind Angebote, die warm unter 300 Euro kosten, schwer aufzuspüren. Selbst in der Neustadt kosten WG-Zimmer inzwischen oft über 300 Euro. Wer alleine wohnen will, muss mit mehr rechnen. Bei einem Bafög-Höchstsatz von knapp 600 Euro ist das für viele Studenten die Hälfte ihres Monatsbudgets. "Im Wintersemester wird die Lage wieder angespannt sein", sagt David Ittekott vom Vorstand des Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (Asta). Im vergangenen Jahr stiegen Studenten in der Buslinie 28 am Unisee zu, erzählt sein Kollege Max Forster vom Asta-Büro. "Die haben da auf dem Campingplatz gezeltet, bis es dafür zu kalt wurde", berichtet er. Einzelne Studenten, die besonders viel Probleme bei der Wohnungssuche hatten, haben die Asta-Mitglieder sogar für die ersten Wochen bei sich zu Hause aufgenommen.

Wohnen für Hilfe

Damit es zu solchen Notstandserscheinungen künftig seltener kommt, arbeitet der Asta an Konzepten, die es in Städten wie München, Bamberg oder Frankfurt schon gibt. "Wohnen für Hilfe" heißt die Idee: Studierende zahlen keine oder nur wenig Miete, wenn sie bei älteren oder hilfsbedürftigen Vermietern einziehen, denen sie beim Einkauf oder im Haushalt helfen. Meist wird eine Stunde Hilfe pro Monat als Preis für einen Quadratmeter kalkuliert. Der Asta will das System auch in Bremen etablieren und ist bereits im Kontakt mit Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne): "Die Sozialbehörde ist aufgeschlossen für die Idee, das Studentenwerk auch", sagt David Ittekott.

"Wir stehen der Idee absolut positiv gegenüber", bestätigt Hauke Kieschnick, stellvertretender Geschäftsführer des Bremer Studentenwerks. Wo genau die Vermittlung zwischen Vermietern und Studierenden angesiedelt sein wird, sei aber noch offen, sagt Kieschnick. Er sieht dem Wintersemester sorgenvoll entgegen: "Da rollt erneut eine Welle auf uns zu, die Warteliste für Wohnheimplätze wird wieder auf 600 bis 750 Studierende anschwellen." Selbst wenn ein neues Wohnheim in der Überseestadt geplant ist – bis neue, zusätzliche Wohnheimplätze real zur Verfügung stehen, wird noch einige Zeit vergehen. 2014 werde es keine neuen, nutzbaren Wohnheime geben, sagt Kieschnick. Derzeit kostet das günstigste Zimmer in einem Bremer Studentenwohnheim 190 Euro und das teuerste 280 Euro. Im Schnitt zahlen Studenten 230 Euro für einen Wohnheimplatz.

Um Wohnen und Leben zu finanzieren, arbeitet die Mehrheit der Studenten nebenbei. Bundesweit jobben zwei Drittel der Studierenden. Das geht aus der aktuellsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) von 2009 hervor. Ein Viertel der Studenten wohnt danach in einer Wohngemeinschaft, fast der gleiche Anteil bei den Eltern. 20 Prozent wohnen mit ihrem Partner zusammen, 17 Prozent alleine und 12 Prozent im Wohnheim. In Bremen ist die Versorgung schlechter: Hier gibt es Wohnheimplätze für knapp sieben Prozent der Studierenden, wie das Studentenwerk kürzlich vorrechnete.

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