Lage in Deutschland Wo die Inzidenzen Lockerungen ermöglichen könnten

Die Sieben-Tage-Inzidenz könnte der entscheidende Wert bleiben, wenn es um Lockerungen geht. Doch selbst, falls bald Öffnungen ab einem 50er-Wert beschlossen werden, gingen viele Landkreise leer aus.
02.03.2021, 18:05
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Wo die Inzidenzen Lockerungen ermöglichen könnten
Von Maurice Arndt

Vor den Beratungen von Bund und Ländern zeichnet sich ab: Die Sieben-Tage-Inzidenz könnte das entscheidende Kriterium für Lockerungen sein. In einer Beschlussvorlage für die am Mittwoch anstehende Konferenz wird zumindest ein Stufenplan vorgeschlagen, der an die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gekoppelt ist. Ab welchem Wert der Plan greifen könnte, ist noch nicht ganz klar. Wo stehen die Landkreise diesbezüglich?

Die Tendenz

Bei der letzten Bund-Länder-Schalte wurde der Wert von 35 anvisiert, davon ist Deutschland weit entfernt. In der Tendenz steigt das Infektionsgeschehen derzeit leicht an, die bundesweite Inzidenz lag am Dienstag laut Robert Koch-Institut bei 65. Und: Alle Bundesländer liegen über 50 – dem anderen Wert in der Frage, ob Maßnahmen verschärft oder gelockert werden.

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Wie die Landkreise dastehen

Von den 412 Landkreisen lagen am Dienstag lediglich 49 unter der Inzidenz von 35 und 151 unter 50. Sprich: Wenn bei den Beratungen die 50er-Inzidenz als Maßstab für Lockerungen angewandt wird, bleiben die Maßnahmen für 261 Landkreise erstmal bestehen. Und die derzeit 60 Landkreise mit einer Inzidenz über 100 haben wenig Lockerungschancen.

Regionale Unterschiede

Besonders betroffen sind derzeit die bayerischen Landkreise an der Grenze zu Tschechien – bei allen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Auch in Ostdeutschland ist die 50er-Inzidenz für die meisten Landkreise vorerst in weiter Ferne, besonders in Thüringen, wo etliche Kreise über 100 lagen. Weniger betroffen sind hingegen große Teile von Rheinland-Pfalz, das südwestliche Bayern und Teile Frankens, sowie Teile von Baden-Württemberg und Niedersachsen. Hier lagen etliche Kreise am Dienstag unter 50 oder gar 35.

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Die „Extremfälle“

Mit 314 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche liegt der bayerische Landkreis Wunsiedel an der Grenze zu Tschechien mit weitem Abstand an der Spitze. Danach folgt der Thüringer Landkreis Hildburghausen (252) sowie die ebenfalls grenznahen bayerischen Kreise Hof (249) und Weiden (248). Entspannt ist das Infektionsgeschehen hingegen in Kaufbeuren in Bayern, bei einer Inzidenz von 9, in Dithmarschen in Schleswig-Holstein (11) und im bayerischen Donau-Ries sowie in Schweinfurt (jeweils 13).

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