Im Weserstadion

Mitgliederversammlung von Werder im Ticker zum Nachlesen

Wer wird neuer Aufsichtsrat bei Werder? Diese und andere Fragen wird heute geklärt, bei der Mitgliederversammlung im Weserstadion.
05.09.2021, 11:25
Lesedauer: 19 Min
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Von Daniel Cottäus und Björn Knips

Wie geht es weiter bei Werder? Deichstuben-Reporter Daniel Cottäus und  Björn Knips berichten aus dem Weserstadion live über die Mitgliederversammlung. Auf dem Programm stehen Berichte und Bilanzen und die Wahl eines neuen Aufsichtsrats.

20.50 Uhr: Nach knapp zehn Stunden beschließt Werder-Vereinspräsident Hess-Grunewald die Mitgliederversammlung. Damit verabschieden wir uns an dieser Stelle. Danke fürs Lesen!

20.45 Uhr: Jetzt steht es fest: Henning Lühr ist erster Ersatzkandidat für den Aufsichtsrat, Jörg Sommer der zweite.

20.35 Uhr: Das Ergebnis nach dem zweiten Wahlgang für den Ehrenrat liegt vor. Die vier verbliebenen Plätze im Gremium gehen an Klaus-Jürgen Witt, Andreas Ehlers, Peter Eilers und Oliver Rau.

20.28 Uhr: Noch nie hat eine Werder-Mitgliederversammlung länger gedauert. „Kann man später gut seinen Enkeln von erzählen“, sagt Hess-Grunewald.

20.22 Uhr: Was jetzt noch aussteht: Die Auszählung der Ehrenratswahl.

20.17 Uhr: TOP 15 , „Verschiedenes“. Ein Mitglied beklagt, dass es für die Vereinsangehörigen während der Veranstaltung keine kostenlosen Getränke gab. Hess-Grunewald bittet sofort um Entschuldigung: „Es tut mir leid. Das müssen wir beim nächsten Mal besser machen.“ Prompt kommen Helfer und verteilen Flaschen.

20.11 Uhr: Wontorra erklärt zunächst: „Um den Vorgang zu beschleunigen, ziehen Manfred Müller und ich unsere Kandidatur zurück.“ Nach dem Zwischenruf eines Mitglieds will er dann aber doch weitermachen. Nun ist hier plötzlich wieder Stimmung in der Bude, weil einige Mitglieder ihre Stimmzettel schon abgegeben haben. Hess-Grunewald: „Jetzt ist hier das Chaos komplett.“ Ende der Posse: Wontorra und Müller kandidieren nicht. „Ich entschuldige mich dafür, dass ich gegen Ende der Veranstaltung nochmal für Unruhe gesorgt habe“, sagt Wontorra.

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20.06 Uhr: Das Ergebnis nach dem ersten Wahlgang der Ehrenratswahl: Im Gremium, das am Ende aus neun Personen bestehen soll, sitzen künftig: Heike Hofmeister-Eilts, Elke Humrich, Manfred Jacobi, Radek Lewicki und Dagmar Stellberg. Es folgt ein zweiter Wahlgang, in dem die verbleibenden vier Mitglieder gesucht werden sollen. Hess-Grunewald: „Manchmal ist das Leben erbarmungslos.“

19.41 Uhr: Die Mitgliederversammlung befindet sich aktuell bei TOP 14 von 15.

19.34 Uhr: Hess-Grunewald verweist darauf, dass er in der Vergangenheit schon angekündigt hat, dass eine Satzungskommission ins Leben gerufen wird, in die Müller mit eingebunden werden soll. „Braucht es also noch eine Abstimmung über deinen Antrag, Manfred?“ Der Antragsteller hebt daraufhin den Finger, zieht seinen Antrag damit zurück.

19.30 Uhr: Zum Satzungsänderungsantrag von Manfred Müller. Der 77-Jährige, der früher 21 Jahre lang in leitender Funktion für Werder tätig war, möchte die Regelung abschaffen, dass der Verein einen Vertreter in die Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft entsenden darf. Im Moment bekleidet Hess-Grunewald als Vereinspräsident diese Funktion.

19.28 Uhr: Hess-Grunewald eben: „Wir alle haben ja ein Interesse daran, dass es hier nicht mehr allzu lange dauert.“ Es lacht: niemand mehr.

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19.25 Uhr: Also zurück zum zweiten Wahlgang der Aufsichtsratskandidaten. Das Ergebnis liegt vor! Als letztes Mitglied zieht Dr. Florian Weiß in das Gremium ein. 191 Stimmen hat er auf sich vereinen können. Auf den Plätzen, die nicht mehr für den Aufsichtsrat reichen, folgen Henning Lühr (116), Oliver Spalthoff (89) und Alexander Schnitger (53).

19.22 Uhr: Es wird wieder ausgezählt.

19.14 Uhr: Die Vorstellungsrunde der Ehrenratskandidaten neigt sich dem Ende zu. Ins Gremium wollen: Andreas Ehlers, Peter Eilers, Rüdiger Grollmann, Heike Hofmeister-Eilts, Elke Humrich, Manfred Jacobi, Harald Klingebiel, Radek Lewicki, Manfred Müller, Gerd Rathjen, Oliver Rau, Heiko Schulze, Dagmar Stellberg, Egbert Wilzer und Jörg Wontorra.

18.45 Uhr: Insgesamt 16 Kandidaten stellen sich zur Wahl für einen Platz im Ehrenrat. Jeder von ihnen darf sich dem Plenum fünf Minuten lang vorstellen.

18.42 Uhr: Jetzt lässt Hess-Grunewald die Bombe platzen: Es gibt Probleme bei der Auszählung. „Deswegen ziehen wir den nächsten Punkt in der Tagesordnung vor“, sagt der Präsident. Kommen wir also zur Wahl des Ehrenrats.

18.32 Uhr: Kurzes Versammlungs-Update: Während in Villabacho schon gefeiert wird, wird bei Werder Bremen noch gezählt.

18.10 Uhr: Da sich vorne weiterhin nichts tut, kommt hier nochmal die Komplettübersicht des ersten Wahlgangs. Also: 1. Harm Ohlmeyer (479 Stimmen), 2. Ulrike Hiller (389), 3. Dirk Wintermann (353), die die absolute Mehrheit erreicht haben und damit gewählt sind, sowie 4. Dr. Florian Weiß (282), 5. Oliver Spalthoff (239), 6. Henning Lühr (225) und 7. Alexander Schnitger (187), die noch auf den zweiten Durchgang hoffen dürfen.

17.55 Uhr: Jetzt werden wieder Zettel ausgefüllt. Unter den Mitgliedern bei allmählich hinter dem Stadion versinkender Sonne und Fahrstuhlmusik aus den Boxen mittlerweile eine angenehm gelöst-erschöpfte Stimmung.

17.50 Uhr: Noch im Topf sind die Kandidaten Dr. Florian Weiß, der im ersten Wahlgang 282 Stimmen sammeln konnte, Oliver Spalthoff (239), Henning Lühr (225) und Alexander Schnitger (187)

17.47 Uhr: Die absolute Mehrheit (bei 607 abstimmenden Mitgliedern waren das mindestens 304 Stimmen) haben im ersten Wahlgang drei Kandidaten erreicht: 1. Harm Ohlmeyer mit 479 Stimmen, 2. Ulrike Hiller (389) und 3. Dirk Wintermann (353). Es folgt ein zweiter Wahlgang, um den letzten der vier Kandidaten zu ermitteln.

17.46 Uhr: Das waren sie dann auch schon, die Ehrungen der Vereinsmitglieder, womit wir nun bei der Verkündung des Ergebnisses des ersten Aufsichtsrats-Wahlgang angekommen sind.

17.43 Uhr: Der Joseph-Lutter-Wanderpreis geht in diesem Jahr an das Ehepaar Elke und Wilfried Humrich.

17.30 Uhr: Peter Eilers, Andreas Ernst, Andreas Heins, Manfred Jacobi, Egbert Wilzer und Klaus-Jürgen Witt werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Glückwunsch!

17.28 Uhr: Was ich mich schon die ganze Zeit frage: Wenn Werder-Profi Dinkci irgendwann mal ausgezeichnet werden sollte, bekommt er dann eine Eren-Nadel?

17.26 Uhr: Jetzt die Ehrung für Arnd Zeigler, Berthold Brunsen und Jörn Becker, die Schöpfer der Vereinshymne „Lebenslang Grün-Weiß“. Dafür gibt es heute, quasi als Auszeichnung für das Lebenswerk, die Vereinsnadel in Gold für besondere Verdienste. „Wir sind Meister und ham den Pokal...“

17.15 Uhr: Viele Mitglieder verdingen sich derweil im Umlauf des Stadions, decken sich mit Pommes und Bratwurst ein, während die Versammlung längst wieder läuft.

17.05 Uhr: Während die inzwischen eingesammelten Stimmzettel hinter den Kulissen ausgezählt werden, stehen jetzt die obligatorischen Ehrungen an. Unter anderem stehen Tim Borowski und Reinhold Beckmann (je 25 Jahre Mitglied) auf der langen, langen Liste.

16.43 Uhr: Die Vorstellung der Kandidaten ist durch! Jetzt wird abgestimmt. Händisch, auf Zetteln, die dann eingesammelt und ausgezählt werden müssen.

16.37 Uhr: Auch der Ersatzkandidat, Rechtsanwalt Jörg Sommer, darf noch ein paar Worte ans Plenum richten. Als ehrenamtlicher Jugendtrainer betreut er einige Nachwuchsteams des Vereins.

16.35 Uhr: Hiller möchte sich vor allem dafür einsetzen, dass Werder seine Werte wieder offensiver nach außen trägt. Die Chance für sie heute ist durchaus historisch: Sie könnte zur ersten Frau im Werder-Aufsichtsrat überhaupt werden.

16.35 Uhr: Hiller möchte sich vor allem dafür einsetzen, dass Werder seine Werte wieder offensiver nach außen trägt. Die Chance für sie heute ist durchaus historisch: Sie könnte zur ersten Frau im Werder-Aufsichtsrat überhaupt werden.

16.33 Uhr: Jetzt darf sich Ulrike Hiller als einzige weibliche Kandidaten präsentieren. Sie sagt zu Beginn: „Nach fünfeinhalb Stunden in der Sonne bringt es euch vielleicht wieder etwas in Wallung, wenn heute zum ersten Mal eine Frau zu euch spricht.“ Hiller ist 56 Jahre alt, Bremerin, Staatsrätin a. D. und mit Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) verheiratet, mit dem sie privat aber schon länger getrennte Wege geht.

16.30 Uhr: Schnitger mit durchaus kuriosem Angebot, weil auch ihm die sportliche Kompetenz unter den Kandidaten fehlt: „Ich treffe Benno Möhlmann jede Woche beim Joggen und verspreche euch, dass ich mich mit ihm regelmäßig austauschen werde.“

16.27 Uhr: Alexander Schnitger präsentiert sich als nächster Kandidat. Mit 36 Jahren ist er der jüngste aller Anwärter für einen Platz im Gremium. Der Bremer ist Mitgesellschaft der „Karl Geuther Unternehmensgruppe“, die im Bereich Handel und Logistik tätig ist. Sein Ziel mit Werder ist ambitioniert: Zum 125. Geburtstag des Vereins, also in drei Jahren, will er mit allen Profiteams des Vereins (Fußball, Handball, Tischtennis, Schach) „in der 1. Bundesliga wieder im oberen Drittel dabei sein“.

16.23 Uhr: Markiger Schlusssatz: „Wen ihr neben mir noch wählt, liegt bei euch.“

16.22 Uhr: Sein Versprechen an die Fans: „Ich nehme euch wahr, und ich höre euch zu. Nicht mehr und nicht weniger.“ Um für den Werder-Aufsichtsrat kandieren zu können, hat Wintermann übrigens sein Amt als Vorsitzender des TSV Großenkneten niederlegen müssen. Er will sich bei Werder künftig für das Erstellen einer neuen Satzung einsetzen.

16.22 Uhr: Sein Versprechen an die Fans: „Ich nehme euch wahr, und ich höre euch zu. Nicht mehr und nicht weniger.“ Um für den Werder-Aufsichtsrat kandieren zu können, hat Wintermann übrigens sein Amt als Vorsitzender des TSV Großenkneten niederlegen müssen. Er will sich bei Werder künftig für das Erstellen einer neuen Satzung einsetzen.

16.20 Uhr: Wintermann habe „in vielen Gesprächen eine sehr große Sorge, Verbundenheit und Liebe zu Werder“ wahrgenommen. Er betont: „Mir wurde immer klarer, welche enorme Verantwortung der Aufsichtsrat für die Mitglieder und Fans hat.“

16.17 Uhr: Weiter geht‘s mit Dirk Wintermann, 54 Jahre alt, Geschäftsführer eines familiengeführten Handwerksbetrieb aus Großenkneten und der Fan-Vertreter unter den Kandidaten. Wintermann wird vom größten aller Werder-Fanclubs, dem „WFC 27804“ aus Dötlingen, unterstützt.

16.15 Uhr: Lühr über seine Qualitäten: „Ich beherrsche Finanzen und IT und verfüge über ein sehr gutes Krisenmanagement.“ Werder brauche nun ein „Manöver, um die Krise zu meistern“. Das ginge nur im offenen Dialog mit Vereinsmitgliedern, Fans, Wirtschaft und Politik. „So können wir wieder ein Profiverein zum anfassen werden.“

16.10 Uhr: Kandidat Nummer vier ist nun dran, Henning Lühr, der heute seinen 72. Geburtstag feiert! Ehemaliger Staatsrat im Bremer Finanzressort, saß bereits 17 Jahre lang im Aufsichtsrat der Weserstadion GmbH - und möchte künftig bei der Werder-Neuausrichtung mithelfen.

16.07 Uhr: Spalthoff: „Ein Lob kann ich der Geschäftsführung noch nicht aussprechen, dafür ist auch neben Corona zu viel passiert. Das kurzfristige Krisenmanagement war gut. Nur für kurzfristige Stimmen werde ich hier keine Köpfe fordern.“

16.04 Uhr: Spalthoff wagt den Blick in die Zukunft, spricht vom Jahr 2023, in dem sich Werders sportliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zum Besseren verändert haben: „Das ist für mich eine realistische Einschätzung unserer Zukunft.“

16.03 Uhr: Jetzt gehört Oliver Spalthoff das Podium. 51 Jahre alt, Geschäftsführer der Tractebel GmbH (Deutsche Offshore Consult). Der Diplom-Kaufmann aus Bremen betont: „Als Dauerkarteninahber seit 17 Jahren, Block 46, bewegt mich Werder.“

16.01 Uhr: Weiß: „Werder wird nicht überleben, wenn das Thema Digitalisierung nicht größer geschrieben wird.“

15.57 Uhr: Weiß weiter: „Wer möchte, dass seine Träume Realität werden, der muss mutig sein.“ Er stehe für drei Punkte: Mut, eine klare Vision und Professionalität. Es könne nicht länger die Geschichte vom „notorisch klammen Nordclub“ sein, die über Werder erzählt werde.

15.55 Uhr: Dr. Florian Weiß ist der nächste. 43 Jahre alt, aus Starnberg, seit 2014 Geschäftsführer der Jameda GmbH, die ein Internetportal betreibt, das Patienten und Ärzte zusammenbringen möchte. Er sagt: „Werder Bremen zu sein, heißt, leidenschaftlich und gleichzeitig demütig zu sein.“

15.52 Uhr: Ohlmeyer möchte neue Impulse für die Suche nach Sponsoren liefern und sagt klar: „Der Aufstieg in die Bundesliga muss unser Ziel sein!“ Er wolle seinen Beitrag leisten und garantieren: „Kein Harakiri!“

15.50 Uhr: Harm Ohlmeyer ist der erste Kandidat, der zum Plenum spricht. Kurz zu ihm: 53 Jahre alt, aus Röttenbach (Bayern), aufgewachsen im Landkreis Verden, seit 2017 Finanzchef von adidas. Er möchte Werder unter anderem „als Marke weiterentwickeln“ und auch der gesellschaftlichen Verantwortung des Vereins „weiter gerecht werden“.

15.45 Uhr: Die Rangliste des Wahlausschusses: 1. Harm Ohlmeyer, 2. Dr. Florian Weiß, 3. Oliver Spalthoff, 4. Henning Lühr, 5. Dirk Wintermann, 6. Alexander Schnitger, 7. Ulrike Hiller. Sollte es am Ende zu Stimmgleichheit kommen, entscheidet diese Liste.

15.42 Uhr: Peter Eilers, der Vorsitzende des Wahlausschusses, berichtet, dass er und seine Kollegen in den vergangenen Wochen und Monaten in 34 Sitzungen mit insgesamt 22 Bewerberinnen und Bewerbern gesprochen haben. Hinzu seien elf telefonische Gespräche gekommen. Großes Vor-Casting also, aus dem letztlich sieben Anwärter hervorgegangen sind.

15.40 Uhr: Die Wahl der Aufsichtsratskandidaten steht an. Vergesst Nordderbys, vergesst große Champions-League-Nächte - mehr stand im Weserstadion wohl noch nie auf dem Spiel.

15.22 Uhr: Hess-Grunewald antwortet auch diesem Fan: „Eine Offenheit, wie wir sie zeigen, werden sie nicht an jedem Standort in der Bundesliga finden.“

15.21 Uhr: Ein Mann redet Klartext, fordert von Werders Machern eine Entschuldigung für die aktuelle Lage. „Sagt doch einfach mal, dass ihr Scheiße gebaut hat. Das geht so einfach.“

15.06 Uhr: Hess-Grunewald kontert locker, erklärt dem Mann sachlich, dass er als Fördermitglied gar keinen Antrag stellen darf und dass sein Vorschlag ohnehin nicht mit der Satzung vereinbar sei.

15.05 Uhr: Ein Mitglied beantragt, die Wahl des Aufsichtsrats zu verschieben und zunächst den (heute noch zu wählenden) Ehrenrat damit zu beauftragen, alle Kandidaten noch einmal zu prüfen.

14.58 Uhr: Keine Mitgliederversammlung ohne Ehrungen, ist klar. So weit sind wir zwar (noch lange) nicht, aber trotzdem schon mal ein kleiner Appetithappen: Unter anderem Stadionsprecher Arnd Zeigler wird später die Vereinsnadel in Gold für besondere Verdienste erhalten.

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14.50 Uhr: Gerade etwas die Spannung raus hier, kurzes, kollektives Durchatmen, bevor es gleich zur Wahl der Aufsichtsratskandidaten kommt. Sieben Personen wollen ins Gremium: Harm Ohlmeyer, Dr. Florian Weiß, Dirk Wintermann, Alexander Schnitger, Henning Lühr, Oliver Spalthoff und Ulrike Hiller.

14.33 Uhr: Erst einmal sind wir aktuell aber bei TOP 8, also bei den Wortmeldungen nach den Berichten der Geschäftsführer und des Aufsichtsrats. Zehn Stück sollen es insgesamt sein.

14.28 Uhr: Hess-Grunewald berichtet, dass sich Gerd Rathjen, Manfred Müller, Oliver Rau, Jörg Wontorra, Rüdiger Grollmann, Harald Klingebiel, Heiko Schulz und Michael Schnepel bisher aus der Versammlung als Kandidaten für einen Platz im Ehrenrat gemeldet haben.  Zusätzlich schlägt das Präsidium des Vereins neun Kandidaten vor. Jeder von ihnen, so der Plan, soll nachher fünf Minuten Zeit bekommen, um sich den Mitgliedern vorzustellen.

14.20 Uhr: Hoetzel dankt dem Wahlausschuss, dass er Oliver R. Harms kurzfristig noch von der Kandidatenliste für den Aufsichtsrat gestrichen hat. Da die politischen Ansichten des Anwärters offenbar nicht zu dem des Vereins passen, sei „die Korrektur nötig gewesen“. Was ohne Frage richtig ist. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass der Wahlausschuss Harms zunächst zugelassen, sprich dessen Hintergrund nicht genau genug abgeklopft hatte.

14.15 Uhr: Jetzt spricht auch Andreas Hoetzel über seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat und den Abstieg: „Wir haben uns nach dem Sieg in Bielefeld zu früh gefreut, und das war am Ende nicht mehr einzufangen.“

14.10 Uhr: Applaus für den scheidenden Aufsichtsratschef Marco Bode.

14.08 Uhr: Bevor er geht, hält Bode noch einen flammenden Appell: „Werder muss bereit sein zur Erneuerung, aber Werder muss auch Werder bleiben, wenn es um seine Werte und Haltung geht. Mir wird im Leben niemand einreden können, dass die Werder-Familie etwas schlechtes sein könnte.“

14.03 Uhr: Bode: „Nach dem Abstieg gab es eine ziemlich unangenehme Zeit und viele Diskussionen im Aufsichtsrat.“ Auf Details möchte der scheidende Vorsitzende nicht eingehen, aber es war jene Zeit, in der sein Entschluss, nicht wieder zu kandidieren, endgültig wurde. Bekannt ist, dass es im Gremium unterschiedliche Ansichten gab, was die Personalie Frank Baumann angeht.

13.58 Uhr: Im Sommer 2019 habe Werder mit dem Wissen von heute einen „entscheidenden Fehler“ gemacht, in dem der Klub darauf verzichtet habe, einen Leistungsträger zu verkaufen und viel Geld einzunehmen. „Dieser Transfer sollte am Ende der Saison nachgeholt werden“, sagt Bode und erinnert an die Ausstiegsklausel im Vertrag von Milot Rashica in Höhe von 35 Millionen Euro. Ein Deal, der sich unter anderem durch die Corona-Pandemie nicht mehr umsetzen ließ. „Es muss festgehalten werden, dass unser Plan nicht aufgegangen ist“, räumt Bode ein.

13.55 Uhr: Bode: „Für die Kritiker, die nur den Abstieg sehen und alles an Personen festmachen, lohnt es sich nicht mehr, mir weiter zuzuhören. Für alle anderen schaue ich auf die vergangenen fünf Jahre.“ Großer Applaus.

13.53 Uhr: Der Ex-Profi (495 Spiele und 135 Tore für Werder) stellt sich heute nach insgesamt neun Jahren im Aufsichtsrat, sieben davon als dessen Vorsitzender, nicht mehr zur Wiederwahl.

13.52 Uhr: Bode: „Ich trage natürlich die Verantwortung für die harte Zäsur Abstieg.“ Trotzdem weigert sich der 52-Jährige, „alles aus den vergangenen Jahren als misslungen und gescheitert“ zu bezeichnen.

13.50 Uhr: Puh, starke Worte, die man aber, so läuft das heute eben, nicht lange sacken lassen kann, denn schon hat sich Marco Bode das Mikrofon geschnappt, um seine Abschiedsrede als Aufsichtsratsvorsitzender zu halten.

13.47 Uhr: Der Sportchef erklärt, dass er die „Baumann-raus-Rufe“ sowie die Kritik an seiner Person in den sozialen und klassischen Medien sehr wohl wahrgenommen habe. „Auch ich trage meinen Anteil am ersten Abstieg nach 41 Jahren“, sagt er - betont aber auch: „Ich brauche diesen Job nicht, ich bin finanziell unabhängig. Für mich bedeutet Verantwortung zu übernehmen aber, auch in schwierigen Zeiten nicht davonzulaufen, sondern mit Sinn und Verstand anzupacken und zu versuchen, den Verein wieder in eine positive Zukunft zu lenken.“

13.40 Uhr: Baumann: „Mich ärgert es maßlos, dass in vielen Medien in der Aufzählung der Zugänge Spieler wie Niklas Schmidt, Michael Zetterer und Abed Nankishi nicht berücksichtigt wurden.“ Das habe wohl nicht ins negative Bild gepasst, das derzeit von Werder gezeichnet werde.

13.36 Uhr: Baumann bittet die Mitglieder um weitere Geduld, was den Wiederaufbau der aktuellen Mannschaft angeht: „Geben Sie dieser jungen Mannschaft noch etwas Zeit.“ Auf den gerade laufenden TOP 7 (Berichte der Geschäftsführer) wird gleich TOP 8 (Diskussion zu TOP 7) folgen.

13.30 Uhr: Jetzt ist Thomas Schaaf das Thema. Baumann erklärt die Trennung vom Technischen Direktor, die öffentlich für reichlich Unruhe gesorgt hatte, weil sie von Werder nicht gerade glücklich kommuniziert worden war. Baumann: „Die daraus resultierenden Missverständnisse bereue ich sehr.“ Er selbst sei 1999 als Spieler wegen Thomas Schaaf nach Bremen gekommen. „Er ist eine absolute Ikone dieses Vereins, und ich möchte klarstellen, dass seine finanziellen Vorstellungen kein Grund für die Trennung waren.“

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13.25 Uhr: Baumann zur Abstiegssaison: „Wir haben die Führungsqualitäten einiger Spieler falsch eingeschätzt.“ Der entlassene Coach Florian Kohfeldt sei und bleibe ein „sehr guter Trainer“. Am Ende habe nach einer negativen Entwicklung aber die „absolute Überzeugung in die Konstellation mit ihm gefehlt“. In der Rückschau, so hält es Baumann fest, „hätten wir sicherlich früher handeln können und müssen“.

13.22 Uhr: Baumann: „Uns war klar, dass wir nach dem Weggang von Davy Klaassen im Mittelfeld ein Riesenloch haben, wir konnten aber aus finanziellen Gründen nicht nachlegen, selbst wenn der Transfer von Milot Rashica nach Leverkusen noch geklappt hätte, wäre es nicht möglich gewesen.“

13.19 Uhr: Baumanns Rede wird zum großen Erklär-Stück, angefangen mit der Frage: Warum ist Max Kruse damals eigentlich nicht gehalten worden? Die Antwort: „Wir hatten keine Chance, Max wollte weg und eine neue Erfahrung um Ausland sammeln.“ Der Sportchef räumt ein, dass in der Zeit danach „nicht jeder Transfer so aufgegangen ist, wie wir uns das vorgestellt haben“.

13.15 Uhr: Werder gehöre schon seit 2010 der Gruppe an Vereinen an, die aufgrund fehlender internationaler Einnahmen darum kämpfen muss, in der Bundesliga zu bleiben. „Wenn wirklich alles passt, kann man durchaus mal für eine Überraschung sorgen“, sagt Baumann. Gingen die Dinge aber schief, könne es eben auch im Abstieg münden. Das habe der Verein schon bei den Last-Minute-Rettungen 2013 und 2016 erlebt.

13.12 Uhr: Baumann: „Auch ich habe falsche Entscheidungen getroffen, gar keine Frage. Aber die Realität von Werder ist nicht erst seit dem Abstieg keine Champions League mehr.“ Bereits seit 2010 hätten sich die Rahmenbedingungen für den Verein drastisch verschlechtert.

13.11 Uhr: Jetzt spricht der soeben Gelobte selbst: Sportchef Frank Baumann hat für seinen Bericht das Rednerpult betreten.

13.10 Uhr: Filbry erklärt, dass die komplette Saison durchfinanziert sei, dass Werder kein Punktabzug mehr drohe und dass der Verein finanziell stabil sei. „Wenn es einigermaßen vernünftig läuft, werden wir am Ende der Saison ein positives Ergebnis haben.“ Voraussetzung dafür sei allerdings, dass bis zum Winter die halbe und danach eine volle Auslastung des Stadions erlaubt sei.

13.06 Uhr: Filbry: „Mein Kollege Frank Baumann hat von der Öffentlichkeit auf die Fresse bekommen, weil er nicht bereit war, teure Transfers auf Vorrat zu machen.“ Dann folgt ein Lob an den Sportchef: „Er hat mit seinem Team einen sehr guten Job gemacht.“ In diesem Sommer hat Baumann einen Transferüberschuss in Höhe von rund 25 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Verkauf von Milot Rashica darf nicht mitgerechnet werden, weil er ins vorherige Geschäftsjahr fällt.

13.03 Uhr: Um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, musste sich Werder verschulden. Bereits Ende 2020 hat der Verein bei drei Banken Kredite in einer Gesamthöhe von 20 Millionen Euro aufgenommen, mithilfe einer Landesbürgschaft. Dazu kam im Sommer 2021 eine Mittelstandsanleihe, die inzwischen 18 Millionen Euro eingebracht hat.

13.00 Uhr: Und hier die Bilanz für das Geschäftsjahr 20/21: Werder hat Mindereinnahmen von 27 Millionen Euro hinnehmen müssen und am Ende ein Minus von 8,8 Millionen Euro gemacht. Filbry: „Wir hatten Corona, wir lagen auf der Intensivstationen und werden mit den Folgen noch lange zu kämpfen haben.“

12.57 Uhr: Filbry erklärt: Die Kombination aus Pandemie, dem erwähnten nicht getätigten Transfer sowie die Investitionen in den Kader habe dazu geführt, dass Werder in der Saison 19/20 am Ende acht Millionen Euro Mindereinnahmen hatte. Insgesamt hat der Verein in dem Geschäftsjahr 23,8 Millionen Minus gemacht - Negativrekord.

12.51 Uhr: Jetzt Klaus Filbry. Der Vorsitzende der Geschäftsführung wird jetzt die Bilanzen für die vergangenen beiden Geschäftsjahre bekannt geben. Spoiler: Erfreuliche Zahlen werden das nicht.

12.50 Uhr: TOP 6 jetzt, und das können wir schnell machen: Das Präsidium ist für die Geschäftsjahre 2019/20 und 2020/21 von der Mitgliederversammlung entlastet worden.

12.45 Uhr: Beitrag folgt auf Beitrag, aber dieser hier ist der erste nicht-kritische: Ein Mitglied, und dafür gibt es großen Applaus von der Versammlung, betont, dass es nicht richtig sei, sich einzelne Personen als Verantwortliche für die Krise herauszupicken. „Hubertus Hess-Grunewald, ich möchte dir Danke sagen. In dir fließt grün-weißes Blut, und ich bin sehr froh, so einen Präsidenten in diesem Verein zu haben.“

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12.35 Uhr: Nächster Wortbeitrag. Die Mitglieder, zumindest einige, haben reichlich Redebedarf zur Versammlung mitgebracht, was angesichts von Abstieg, finanzieller Schieflage und dem mehr als unglücklichen Bild, das der Verein seit geraumer Zeit in der Öffentlichkeit abgibt, auch kein großes Wunder ist.

12.27 Uhr: Jetzt wird's ungemütlich: Ein Mitglied fordert Hess-Grunewald dazu auf, darüber nachzudenken, ob er wirklich noch der geeignete Präsident für den Verein ist. Unter den Vorwürfen an den 60-Jährigen befinden sich unter anderem angebliche Satzungsverstöße sowie dessen Verhalten rund um die Nominierung von Oliver R. Harms als Kandidat für den Aufsichtsrat, der wegen einer offenbar nicht zu Werder passenden politischen Gesinnung wieder von der Liste gestrichen wurde.

12.22 Uhr: Erste Wortmeldungen aus dem Plenum: Ex-Werder-Boss Manfred Müller und ein weiteres Mitglied kritisieren Hess-Grunewalds angekündigtes Festhalten am Entsenderecht des Vereins in die Geschäftsführung der KG.

12.14 Uhr: Schatzmeister Axel Plaat berichtet, dass Werder aktuell 478 lebenslange Vereinsmitglieder hat. So eine Mitgliedschaft kostet einmalig 1,899 Euro und bringt den Käufern unter anderem eine Namensplakette an der Außenmauer des Stadions ein.

12.03 Uhr: Höfer hebt die großen Erfolge und positiven Entwicklungen in Werders Leichtathletik-, Handball- und Tischtennis-Abteilung hervor. Geht hier zwar in der Hauptsache, aber eben nicht nur um die Fußballer.

11.51 Uhr: Und damit endet die Rede des Präsidenten, für die Hess-Grunewald warmen Applaus kassiert. Es folgt Vize-Präsident Jens Höfer.

11.50 Uhr: Hess-Grunewald hebt die Bedeutung des Amateur- und Breitensports für den Verein hervor. „Werder Bremen ist ohne diese Bereiche nicht komplett“, sagt er.

11.30 Uhr: In seinem Bericht bezieht Hess-Grunewald klar Position: „Das Entsenderecht des Vereins in die Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft muss erhalten bleiben!“ Erklärung: Der Verein Werder Bremen darf als Gesellschafter der KG einen der Geschäftsführer stellen. Einige Mitglieder wollen das rückgängig machen. Hess-Grunewald, der als Vereinspräsident aktuell genau dieser Geschäftsführer ist: „Das Entsenderecht ist eines der wichtigsten Instrumente des Vereins, um direkten Einfluss auf die Tochtergesellschaft zu nehmen.“ Dafür stehe er ein, darum wolle er kämpfen. Für eine Diskussion über eine mögliche Reform der Regelung sei er aber offen. Deshalb möchte er eine Satzungsänderungskommission ins Leben rufen.

11.19 Uhr: Hess-Grunewald über Werders derzeitigen Zustand: „Wir sind in einer Phase, in der unser Verein auf der Suche ist. Wir waren die einfallsreichen Herausforderer, die nicht arm und nicht reicht waren, aber viel daraus gemacht haben. Wir waren die mit der Kontinuität auf der Trainerbank. Die Sympathischen, die soziale Verantwortung übernehmen und da zu Hause sind, wo die Weser einen großen Bogen macht.“ Vieles davon sei aktuell nicht mehr sicher.

11.15 Uhr: Tagesordnungspunkt zwei ist an der Reihe, „Genehmigung des Protokolls der vergangenen Mitgliederversammlung“. Eine reine Formalie, die innerhalb von zehn Sekunden abgewickelt ist.

11.10 Uhr: Hess-Grunewald: „Wir alle haben ein Interesse daran, dass die Veranstaltung nicht über Gebühr verlängert wird.“ Ein ambitioniertes Ziel angesichts dessen, was hier heute so alles verhandelt werden wird.

11.05 Uhr: Insgesamt verfolgen 854 stimmberechtigte Mitglieder die Versammlung, dazu 144, die keine Stimme abgeben dürfen.

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11.00 Uhr: Präsident Hess-Grunewald hat eröffnet die Mitgliederversammlung.

10.59 Uhr: Auch Werders sportliche Kompetenz sitzt natürlich unter den Zuhörern: Trainer Markus Anfang und sein Team, dazu der komplette Mannschaftsrat. Direkt dahinter: Die sieben Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat.

10.46 Uhr: Auf der Agenda stehen heute satte 15 Tagesordnungspunkte (TOP). Vor allem drei Themen versprechen dabei besondere Spannung. Zum einen die nackten Zahlen (TOP 7). Wie schlimm sieht die Werder-Bilanz wirklich aus? Dann natürlich die Wahl des neuen Aufsichtsrats (TOP 9). Wer folgt auf Bode, Krohne, Zech und Hoetzel? Und schließlich der Antrag des Ex-Werder-Bosses Manfred Müller, der Präsident Hubertus Hess-Grunewald aus der Geschäftsführung drängen möchte (TOP 13).

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