Umstrittene Kontrolle Fritz kann Polizeiaktion gegen Werder-Fans nicht nachvollziehen

Während der Pressekonferenz vor dem anstehenden Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Samstag äußert sich Clemens Fritz erneut zu den Polizeikontrollen der Werder-Fans in Wolfsburg.
11.08.2022, 16:14
Lesedauer: 2 Min
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Fritz kann Polizeiaktion gegen Werder-Fans nicht nachvollziehen
Von Malte Bürger

Ging es um die Polizeiaktion in Wolfsburg, dann haben Werders Verantwortliche zuletzt geschwiegen. Nach ihrer deutlichen Kritik am Wochenende wurde zuletzt darauf verzichtet, öffentlich weiter Stellung zu beziehen. Das galt auch für das Thema Pyro-Technik, das nach Mitteilungen der Polizei ein ganz zentrales Element der Maßnahme am Hauptbahnhof der Autostadt war. Während der Pressekonferenz vor dem anstehenden Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr) war nun aber auch Clemens Fritz vor Ort. Werders Leiter Profifußball hatte den Umgang mit den eigenen Anhängern bereits in Wolfsburg als „Frechheit“ und „Unding“ bezeichnet, nun äußerte er sich erneut zum Thema.

„Wir fanden das alle nicht gut, was da in Wolfsburg passiert ist, aber ich glaube, es ist das Entscheidende, dass wir alle einen kühlen Kopf bewahren und da jetzt nicht irgendwelche Maßnahmen ergreifen, die eben auch nicht sein sollten“, forderte er und hoffte in diesem Zusammenhang auch, dass die eigenen Fans, sofern sie ihren Protest während des kommenden Spiels noch einmal ausdrücken möchten, dies mit den Regeln entsprechenden Mitteln tun werden. „Ich freue mich jedenfalls auf unser erstes Heimspiel diese Saison, auf ein volles Stadion mit all unseren Fans und deren Unterstützung.“

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Nichtsdestotrotz schauen sie bei Werder natürlich ganz genau hin, welche Reaktionen es zuletzt aus der Politik und von der Polizei selbst zur Kontrollaktion gegeben hat. „Für uns ist nicht die Möglichkeit da, viel aufzuarbeiten, weil das eine Entscheidung war, die nicht in unseren Händen lag. Wir konnten uns nur klar dazu positionieren, das haben wir getan, weil wir die ganze Aktion auch nicht verstanden haben“, betonte Fritz. „Das ist eine Sache der Wolfsburger Polizei, das aufzuarbeiten. Wir können damit nur so umgehen, wie es uns vorgegeben wird.“

Beide Vereine waren bekanntlich im Vorfeld davon ausgegangen, dass es sich um eine Partie der niedrigsten Sicherheitsstufe, der Kategorie „grün“ handele. Die Polizei sah dies anders und hatte dies laut späterer Mitteilung auch kommuniziert. Viele Werder-Fans verstehen im Nachgang dennoch nicht, warum ausgerechnet dieses Duell ein sogenanntes „Rot-Spiel“ mit erhöhter Gefahr zwischen „rivalisierenden Fangruppierungen“ gewesen sein soll. Sie fürchten nun gar, dass dann im Grunde künftig jedes Spiel ein Hochrisikospiel sein müsste. „Das ist eine gute Frage, aber ich glaube, da bin ich der falsche Ansprechpartner“, erklärte Fritz. „Ich kann den Ärger der Fans aber komplett nachvollziehen.“

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