Saison-Abschlusszeugnis Friedl ist aus Werders Abwehr nicht mehr wegzudenken

Wer hat bei Werder wie oft und wie gut gespielt? Im ersten Teil des Saisonabschlusszeugnisses widmen wir uns den Torhütern und Abwehrspielern.
27.05.2022, 13:03
Lesedauer: 4 Min
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Von Daniel Cottäus

Das große sportliche Ziel, das während der Saison stets über allem stand – der SV Werder Bremen hat es am Ende erreicht und den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht. Wie sich die einzelnen Bremer Profis während der turbulenten Spielzeit in der Zweitklassigkeit geschlagen haben, zeigt das dreiteilige Saison-Abschlusszeugnis unserer Deichstube. Los geht es im ersten Teil mit den Torhütern und Abwehrspielern.

Tor

Jiri Pavlenka: Unzufrieden gestartet, überglücklich aufgehört – so lässt sich die persönliche Saison des 30-Jährigen zusammenfassen. Erst am zwölften Spieltag stand er nach Rückenbeschwerden und dem zwischenzeitlichen Verlust seines Stammplatzes erstmals im Tor, verpasste dann aber keine Minute mehr – und lieferte meist zuverlässig ab. Pavlenka, der seinen Vertrag bei Werder gerade erst verlängert hat, erlaubte sich nur zwei negative Ausreißer – Note 4,5 im Hinspiel gegen Schalke (1:1) und Note 5 im Rückspiel gegen Hannover (4:1) –, war aber ansonsten ein sicherer Rückhalt im Aufstiegsteam.
Durchschnittsnote 2,8
Einsätze 23
Gespielte Minuten 2070

Michael Zetterer: Der Ersatztorhüter absolvierte die ersten elf Ligaspiele und machte seine Sache insgesamt ordentlich, sodass es zwischenzeitlich danach aussah, als könne er Stammkraft Pavlenka dauerhaft verdrängen. Doch es fehlten vielleicht die ganz großen Paraden. Vor dem Heimspiel gegen St. Pauli entschied sich der damalige Trainer Markus Anfang für einen Wechsel im Tor, in das Zetterer bis zum Saisonende nicht mehr zurückkehrte.
Durchschnittsnote 3,1
Einsätze 11
Gespielte Minuten 990

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Abwehr

Marco Friedl: Dem Innenverteidiger aus Österreich hat dieses Jahr in der 2. Liga nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig gut getan. Zwar leistete er sich in der Hinrunde auch einige schwache Vorstellungen – allen voran beim 1:4 gegen Paderborn (Note 6) –, steigerte sich im Saisonverlauf dann aber kontinuierlich. Vor allem in der heißen Phase war auf Friedl Verlass. Am vorletzten Spieltag in Aue glänzte er zum insgesamt vierten Mal in der Saison als Torschütze (kein Bremer Abwehrspieler war erfolgreicher) und stieß das Tor in Richtung Bundesliga damit ganz weit auf für Werder.
Durchschnittsnote 3,1
Einsätze 27
Gespielte Minuten 2373

Milos Veljkovic: Der Serbe wurde im Laufe der Saison immer wieder für kurze Zeit aus dem Rhythmus gebracht, zunächst wegen einer Corona-Infektion, später dann wegen Leistenbeschwerden und eines Muskelfaserrisses. Nach höchstens zwei Spielen Pause war Veljkovic aber stets zurück und in Werders Dreierkette eine verlässliche Größe. Sorgte zudem mit seinem „Skorpion-Tor“ gegen Aue für einen der spektakulärsten Treffer der kompletten Saison.
Durchschnittsnote 3,3
Einsätze 26
Gespielte Minuten 2307

Ömer Toprak: Der 32-Jährige war in der 2. Liga Werders unangefochtener Abwehrchef – mit ihm agierte die komplette Defensive mindestens ein Level besser als ohne ihn. Allerdings begleitete Toprak auch im Unterhaus ein altbekanntes Problem: seine Verletzungsanfälligkeit. Stolze 13 Spiele verpasste der Innenverteidiger deshalb, was aber nichts daran ändert, dass er eine der ganz zentralen Figuren beim Aufstieg des SV Werder Bremen war,
Durchschnittsnote 2,6
Einsätze 21
Gespielte Minuten 1514

Lars Lukas Mai: Von seinen 16 Einsätzen absolvierte der Leihspieler elf in der Hinrunde, in der zweiten Saisonhälfte kam er dann nur noch sporadisch ins Spiel, weil Trainer Ole Werner lieber anderen Profis vertraute. Der U 21-Europameister konnte den sportlichen Erwartungen in Bremen insgesamt nicht gerecht werden, dafür präsentierte er sich zu oft zu fehleranfällig. Deshalb verlässt er den Osterdeich nun wieder und kehrt erstmal zu seinem Stammverein Bayern München zurück.
Durchschnittsnote 4,3
Einsätze 16
Gespielte Minuten 852

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Felix Agu: In 26 von 34 Partien zum Einsatz gekommen – das ist fraglos die Bilanz eines Stammspielers. Gefühlt war Agu das am Ende der Saison aber nicht mehr, denn Mitchell Weiser hatte ihm den Platz auf der rechten Außenbahn abgenommen. Agu profitierte allerdings von seiner Vielseitigkeit, sprang bei Personalnot auf der linken Seite ein – und zeigte eine Serie mit überwiegend ordentlichen Auftritten. Mit seinen 22 Jahren besitzt er definitiv noch Entwicklungspotenzial, weswegen Werder seinen Vertrag jüngst auch verlängert hat.
Durchschnittsnote 3,5
Einsätze 26
Gespielte Minuten 1644

Mitchell Weiser: Bei der Leihgabe von Bayer Leverkusen dauerte es einige Zeit, ehe das Geschäft für Werder richtig lohnend wurde. Weil er wegen einer fehlenden Corona-Impfung oft in Quarantäne musste, Spiele verpasste und somit sportlich nicht fest einplanbar war, galt Weiser einigen Beobachtern nach der Hinrunde schon als Flop, ehe er seine Qualitäten auf dem Platz in der Rückrunde dann mehr und mehr zeigte. Mit seiner großen Erfahrung war der 28-Jährige am Ende ein Gewinn für Werder – deshalb würde ihn der Verein auch gerne über den Sommer hinaus halten.
Durchschnittsnote 3,4
Einsätze 24
Gespielte Minuten 1386

Anthony Jung: Der Mann, der vor der Saison von Bröndby Kopenhagen an die Weser kam, sollte dort, so Werders Plan, zum Leistungsträger werden – und dieser Plan ist insgesamt aufgegangen. Jung bestritt 30 von 34 Spielen, zunächst als Linksverteidiger, dann in der Dreierkette und zuletzt auf der linken Außenbahn. Dabei überzeugte er mit Gradlinigkeit und Einsatz, zudem gehen zwei Tore und zwei Vorlagen auf sein Konto. Allerdings gab es vom 30-Jährigen auch vereinzelt Spiele zu sehen, in denen ihm wenig bis gar nichts glückte.
Durchschnittsnote 3,3
Einsätze 30
Gespielte Minuten 2518

Manuel Mbom: Seine Saison endete vorzeitig – und dazu äußerst schmerzhaft, weil er sich vor dem Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue im Training die Achillessehne riss. Zuvor brachte es der 22-jährige U 21-Nationalspieler, der bereits seit 2013 bei Werder ist, auf 19 Zweitliga-Einsätze, in denen es ihm aber nicht gelang, sich innerhalb der ersten Elf unverzichtbar zu machen.
Durchschnittsnote 3,6
Einsätze 19
Gespielte Minuten 1052

Hinweis: Spieler werden von unserer Deichstube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten lang in einer Partie gespielt haben. Eine Durchschnittsnote wird nur bei mindestens drei bewerteten Partien ermittelt. Außerdem wurden jene Profis, die Werder nach Saisonbeginn noch verlassen haben, nicht im Abschlusszeugnis berücksichtigt.  

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