Werder-Stürmer Füllkrug: "Es hätte das eine oder andere Tor mehr sein müssen"

Fragen zu seiner eventuellen WM-Teilnahme hört Werder-Stürmer Niclas Füllkrug nicht gerne. Umso lieber spricht er über seinen Sturmpartner Ducksch und Claudio Pizarro.
20.09.2022, 18:12
Lesedauer: 4 Min
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Von Daniel Cottäus

Mit dem Schlafen ist es gerade so eine Sache, denn wie gewohnt zur Ruhe findet Niclas Füllkrug seit dem Auswärtsspiel in Leverkusen (1:1) nicht. Der Grund: eine genähte Wunde an der linken Seite seines Kopfes, die dem Werder-Stürmer das Liegen etwas erschwert. „Es war ein harter Zweikampf mit einem harten Treffer. Ich wurde direkt auf dem Platz genäht. Zum Glück bin ich ohne Gehirnerschütterung davongekommen“, sagte der 29-Jährige, der während der Partie heftig mit Gegenspieler Sardar Azmoun zusammengerauscht war – sich am Dienstag aber schon wieder bester Gesundheit und Laune erfreute.

In einer Medienrunde sprach Füllkrug unter anderem über die Spekulationen rund um seine mögliche WM-Teilnahme, über Sturmpartner Marvin Ducksch sowie über das große Abschiedsspiel von Claudio Pizarro, bei dem er am Samstag dabei sein wird.

Niclas Füllkrug über. . .

. . . das WM-Thema:
Fünf Saisontore nach sieben Spieltagen – diese beachtliche Ausbeute hat dafür gesorgt, dass Niclas Füllkrug hinter Union Berlins Sheraldo Becker (sechs Tore) aktuell der zweitbeste Torjäger der Bundesliga ist. Und sie hat ihm Fragen zu einem Thema eingebracht, auf die Füllkrug gerne verzichten würde. Wie er denn seine Chancen auf eine mögliche WM-Teilnahme sieht, wird der Angreifer seit einigen Wochen von den Journalisten gefragt.

Am Dienstag machte er nun deutlich, dass er von Spekulationen dieser Art nicht viel hält. „Es ist gerade Länderspielpause, und ich sitze mit euch hier in einer Medienrunde. Das hat mit Sicherheit seine Gründe. Und das ist auch okay“, sagte Füllkrug, ehe er festhielt: „Deswegen ergibt es wenig Sinn, dauerhaft über solche Sachen zu spekulieren und mich danach zu fragen.“

Bundestrainer Hansi Flick habe ihn bislang nicht angerufen, und der Bremer Stürmer möchte sich partout nicht damit beschäftigen, ob sich daran bis zum WM-Start am 21. November noch etwas ändern könnte. Vielmehr legt er seinen Fokus auf die Arbeit am Osterdeich: „Ich versuche, jede Woche in jedem Spiel meine beste Leistung zu bringen. Und zwar unabhängig von irgendwelchen anderen Szenarien, weil ich für Werder alles gebe, weil ich die beste Version von mir selbst sein möchte.“

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. . . Marvin Ducksch:
Während Füllkrug bisher zuverlässig trifft, muss sich sein Sturmpartner Marvin Ducksch weiter gedulden: Der 28-Jährige wartet noch immer auf seinen ersten Saisontreffer, verschoss gegen Augsburg sogar einen Elfmeter, was für Füllkrug aber alles kein Drama ist: „Ich muss ihn nicht aufbauen. Er arbeitet sehr gut im Training und gibt immer Gas. Auch er hat uns mit guten Leistungen zum guten Saisonstart verholfen.“

Darüber hinaus haben Werders „hässliche Vögel“ eine Vorgehensweise aus der Aufstiegssaison beibehalten. Füllkrug: „Wir zählen unsere Tore und Vorlagen immer noch zusammen, genauso wie im letzten Jahr. Und da bin ich mit neun gemeinsamen Scorerpunkten (neben Füllkrugs fünf Toren hat Ducksch vier Treffer aufgelegt, Anm. d. Red.) nach sieben Spielen vollkommen zufrieden.“ Und sollte es demnächst wieder einen Elfmeter für Werder geben und Ducksch wieder schießen wollen, „habe ich keine Bedenken“, sagte Füllkrug.

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. . . über Gladbach:
Nach der Länderspielpause geht es für Werder mit dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach weiter – sprich gegen jenen Gegner, bei dem Füllkrug vor einigen Jahren mal ganz weit oben auf der Wunschliste stand. Im Sommer 2018 wollten die Gladbacher den Angreifer, der damals noch für Hannover 96 aktiv war, unbedingt verpflichten und boten dem Vernehmen nach rund 18 Millionen Euro an Ablöse.

„Es waren damals sehr angenehme Gespräche, die Verantwortlichen waren sehr fair“, blickte Füllkrug am Dienstag zurück – und betonte: „Gladbach ist ein toller Club, aber Hannover ist eben meine Heimatstadt.“ Letztlich verlängerte der Stürmer seinen Vertrag bei 96 und stieg mit dem Team in der folgenden Saison aus der Bundesliga ab. „Das ist einfach bitter gelaufen“, sagte Füllkrug, der sich bereits im Dezember 2018 einen Knorpelschaden im Knie zugezogen hatte.

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. . . seine Form:
Von ernsteren Verletzungen ist Niclas Füllkrug inzwischen seit knapp zwei Jahren verschont geblieben – seit seinen Problemen mit dem Sprunggelenk aus dem Januar 2021 war er fast durchgehend fit und hat stolze 26 Treffer für Werder markiert. „Ich bin auch aktuell in einer sehr guten Verfassung“, sagte der Stürmer, der mit seiner bisherigen Ausbeute in der laufenden Saison aber nicht rundum glücklich ist: „Es hätte das eine oder andere Tor mehr sein müssen.“ Füllkrugs Forderung an sich selbst: „Manchmal muss ich Situationen besser zu Ende spielen und klarer sein.“

. . . Pizarros Abschied:
Die Einladung kam vor einigen Wochen, und zugesagt hat Niclas Füllkrug sofort: Beim großen Abschiedsspiel der Werder-Legende wird er am Samstag mit auf dem Platz stehen. „Ich bin sehr froh darüber, dass ich einige Jahre lang mit ihm zusammenspielen durfte“, sagte Füllkrug über Pizarro, von dem er sich als junger Spieler einst viel abgeschaut hat.

Eine Zeit, die den 29-Jährigen noch heute schwärmen lässt: „Besonders intensiv war es, als ich gerade Profi geworden war. Damals durfte ich Torschusstraining mit Claudio Pizarro, Markus Rosenberg und Marko Arnautovic machen.“ Inzwischen ist Füllkrug selbst Werders Top-Angreifer, und zumindest ein kleiner Pizarro steckt dabei durchaus in ihm: „Ich habe ihn im Training immer mehr beobachtet als die anderen Spieler und habe versucht, ihn nachzumachen. Er war ein Ausnahmekönner.“

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