Werder gegen Hannover

Diese Spieler haben die besten Chancen auf die Startelf

An Werders Kader kann sich noch einiges ändern bis zum Spiel gegen Hannover. Trotzdem hat sich schon abgezeichnet, wem Trainer Markus Anfang gleich zu Beginn das Vertrauen schenken könnte. Die Übersicht.
19.07.2021, 19:39
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Von Carsten Sander
Diese Spieler haben die besten Chancen auf die Startelf

Werder-Trainer Markus Anfang.

Andreas Gumz
Inhaltsverzeichnis

Als er in Rotterdam in den Mannschaftsbus steigt – hinter sich die letzten beiden Testspiele der Saisonvorbereitung, vor sich die 400 Kilometer Heimfahrt bis nach Bremen –, ist Markus Anfang immer noch nicht wirklich schlauer. Normalerweise sollte nach einem Monat Vorbereitung und wenige Tage vor dem Saisonauftakt das Team für das erste Spiel stehen, und vermutlich wird es das auch. Aber nur im Kopf des Werder-Trainers und das auch nur als Wunschvorstellung. Denn: Quasi in jedem Moment kann Anfang die Nachricht erreichen, dass Spieler X verkauft ist und damit von der Liste und aus den Gedanken des Trainers gestrichen werden muss.

Es ist ein hinlänglich bekanntes Problem bei Werder Bremen und der Hauptgrund, weshalb Anfang nicht in wahrscheinliche Startelf-Spieler und weniger wahrscheinliche kategorisiert. „Sagen Sie mir, wer am Wochenende zur Verfügung steht, dann sage ich Ihnen, wer spielt“, meint er. Allerdings hat sich natürlich abgezeichnet, wer im 4-3-3 die Nase vorn und deshalb beste Chancen hat, am Samstag gegen Hannover 96 in der Startelf zu stehen.

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Tor

Anfang steht vor einer kniffligen Situation. Aktuell nötige Entscheidungen will er eigentlich immer auch mit Blick in die Zukunft fällen. Heißt: Wenn in Jiri Pavlenka – wie derzeit der Fall – die Nummer eins nicht zur Verfügung steht, sollte der Torhüter nachrücken, der auch langfristig der Vertreter sein wird. Was für einen Einsatz von Michael Zetterer am Samstag spricht. Der 26-Jährige wird schließlich auch dann bleiben, wenn Pavenka seinen Verbleib inklusive Vertragsverlängerung verkünden sollte.

Stefanos Kapino würde Werder hingegen dann verlassen. Und doch: Der Grieche spielte zuletzt in Rotterdam mit der vermeintlich stärkeren Elf und zeigte dabei auch eine gute Leistung. Was allerdings auch für Zetterer im anderen Spiel galt. Im Grunde ist es eine 50:50-Situation – mit leichter Tendenz zu Kapino, der die 2. Liga schon aus der vergangenen Saison kennt, als er auf Leihbasis eine Halbserie für den SV Sandhausen spielte.

Abwehr

Ungewöhnliche Ausgangslage auch hier. In Spiel eins in Rotterdam bestand die Innenverteidigung aus zwei Linksfüßen – Anthony Jung und Marco Friedl. Spiel zwei bestritten dann Lars Lukas Mai und Ömer Toprak – zwei Rechtsfüße. Ideal wäre eine Mischung, doch die war bis dato nicht möglich, weil Jung etliche Tage mit einem Infekt verpasste, Friedl nach EM-Urlaub erst spät wieder einstieg.

Maximal Jung könnte gegen Hannover ein Thema werden, weil er in Rotterdam trotz Fitnessrückstands über 90 Minuten gehen konnte. „Das hat uns überrascht und gefreut“, sagt Anfang. Vermutlich bleibt es im ersten Spiel aber bei der Rechtsfuß-Connection Mai/Toprak. Ob er Bauchschmerzen hätte, die beiden zusammen aufzustellen? Antwort Anfang: „Nein, wieso sollte ich?“ Milos Veljkovic ist derzeit wegen eines positiven Corona-Tests raus.

Die Außenverteidiger stellen sich fast von alleine auf. Manuel Mbom (rechts) und Felix Agu (links) müssen niemanden fürchten. EM-Teilnehmer Ludwig Augustinsson nimmt erst in dieser Woche das Training wieder auf.

Mittelfeld

Die Auswahl ist reichlich, folglich auch schwierig. Aus dem Trio Maximilian Eggestein, Kevin Möhwald und Christian Groß wird der „Sechser“ ausgewählt. Ilia Gruev ist nur Außenseiter, Neuzugang Nicolai Rapp wäre das Gegenteil, wenn er nicht zuletzt verletzt gefehlt hätte. Der Favorit ist wohl Eggestein.

Auf den beiden Positionen davor ist Yuya Osako Anwärter Nummer eins. Für den Platz an seiner Seite bewerben sich Romano Schmid und Niklas Schmidt – letzterer hat sich in der Vorbereitung vom schon Abgeschriebenen zum Herausforderer gemausert. Wo Möhwald steht, ist schwer zu sagen. Beste Karten scheint er bei Anfang nicht zu haben. Bei der Generalprobe in Rotterdam durfte der 28-Jährige nicht gemeinsam mit Eggestein und Osako spielen, sondern musste in der ersten Partie ran. Anfang will das zwar nicht als Fingerzeig interpretiert wissen, aber ganz ohne Bedeutung ist es eben auch nicht.

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Angriff

In der Mitte? Josh Sargent. Darauf deutet viel hin. Obwohl er ein potenzieller Verkaufskandidat ist, ist er aktuell gegenüber Niclas Füllkrug im Vorteil. „Es kann nur nach dem Leistungsprinzip gehen“, erklärt Anfang im „kicker“ seine Entscheidungsfindung. Auch wenn ihm „ein Spieler nur noch für ein Wochenende zur Verfügung steht, werden wir dieses Wochenende mit ihm planen“. Und in den letzten Testspielen sah alles nach einem Plan mit Sargent in der ersten Elf aus.

Johannes Eggestein ist grundsätzlich auch einer für die Mittelstürmerposition, wird in dieser Rolle bei Werder aber nicht hochgeschätzt. Er soll abgegeben werden, wird zum Saisonstart aber noch gebraucht – als Außenstürmer. Denn dort fehlen gänzlich weitere Optionen. Während „Jojo“ Eggestein gegen „96“ vermutlich links auflaufen wird, könnte Romano Schmid auf der Gegenseite die (Not)Lösung werden. Gegen Rotterdam durfte er sich in dieser Rolle schon mal ausprobieren. 

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